Meißner Straßennamen
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Beschreibung der Straßennamen in der Stadt Meißen als private Informationszusammenstellung. Dargestellt ist, was ich als Einwohner von Meißen über die Bedeutung der Straßennamen herausbekommen konnte, oder was ich vermute.
Außerdem wird angegeben, wie die Straßen früher einmal hießen, sofern mir bekannt. Die alten Namen sind nicht in der Auflistung enthalten, die müßten Sie mit der Suchfunktion Ihres Browsers suchen, vorher mit der Maus hier in den Haupttext klicken, um ihn als aktives Feld auszuwählen.
Für die hier noch fehlenden Straßennamenserklärungen oder für Richtigstellungen und Ergänzungen bitte ich jedermann um Mithilfe.
E-Mail-Adresse:
U.Klingenberg@web.de
Quellen
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Stadtpläne von Meißen und Straßenschilder, die z.T. Namenserklärungen haben
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Adreßbuch Meißen, Ausgabe 1.Juli 1904
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Adreßbuch Meißen-Stadt und Vororte 1935;
C.E.Klinkicht & Sohn, Meißen
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Sächsische Zeitung, Meißner Tageblatt und
Meißner Amtsblatt;
insbesondere Beiträge von Ortschronist Gerhard Steinecke, Dr. Günter Naumann, Dr. Gottfried Bucher
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Siegfried Kube;
"Straßenzüge im Stadtgefüge";
Fortsetzungsfolge in der Sächsischen Zeitung, Lokalseite Meißen, März bis Mai 1987
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Rolf Zedtler;
"Meißner Straßennamen und ihr Ursprung";
Fortsetzungsfolge in der Sächsischen Zeitung, Lokalseite Meißen, Juni bis August 1987
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Auflistung von Erklärungen zu Meißner Straßennamen, aufgeschrieben von einer namentlich nicht bekannten Person der Afra-Kirch-Gemeinde ca. 1949, aufbewahrt von Diakon Johannes Albrecht 2008
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Günter Naumann;
"Meißner Geschichte in Daten 929-1993";
Kreissparkasse Meißen 1993
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Günter Naumann;
"Meißner Chronik 1989-1996";
Kreissparkasse Meißen 1996
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Gerhard Steinecke;
"Meißen - so wie es war";
Droste-Verlag Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-1023-X
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Edmund Wilhelm;
"Jahrbuch der Stadt Meißen und Umgebung im 19.Jahrhundert"
"Meißen und seine Vororte im zwanzigsten Jahrhundert"
"Meißen 1920-1928"
Fortsetzungsfolgen in der Monatsbeilage "Die Heimat"
zum Meißner Tageblatt, 1927-1930
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Max Großmann;
"Was Meißner Straßennamen erzählen";
Monatsschrift vom Kulturbund "Meißner Heimat" 1956
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Hans-Jürgen Pohl;
"Frühmittelalterliche Elbübergänge im Bereich des Meißner Burgberges";
Sächsische Heimatblätter 2/1997, Seite 68 ff
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Hans-Jürgen Pohl;
"Geschichten und Sagen des Meißner Landes";
Teil I bis IV, Meißen 1996/97
(wurde im Buchladen und in der Meißen-Information verkauft)
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Helmuth Gröger;
"Tausend Jahre Meißen";
C.E.Klinkicht & Sohn, Meißen 1929
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Lexika (1894, 1937, 1955, 1980, 1991), Internet
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CD-ROM Telefonbuch Deutschland
Diese Web-Seite besteht seit Februar 2002 und wurde bei neuen Erkenntnissen gelegentlich verändert.
Seit 2009 gibt es als Buch das
"
Stadtlexikon Meißen
"
von Dr. Günter Naumann (ISBN 978-3-86729-013-5). Es enthält genau recherchierte und viel umfangreichere Erklärungen zu allen Straßennamen in Meißen.
Badgasse
von der Dresdner Straße gegenüber der "Zuckersiede" hinunter zum Leinpfad an der Elbe
Die Badgasse führte zur Schwimm- und Bade-Anstalt in der Elbe, die dort alljährlich aufgebaut wurde.
1936 wurde das Bad in der Elbe durch das Stadtbad in Bohnitzsch abgelöst.
An der Badgasse wird seit 1979 der Durchgang zur Elbe von einem Unternehmen für Denkmalpflege blockiert und ist bis heute noch nicht wieder freigegeben.
An der Badgasse gibt es einen Turnplatz, zur Planierung des Turnplatzes wurde der Schutt von der Brandstätte der am 21.04.1914 abgebrannten Meißner Nähmaschinenfabrik "Biesolt & Locke" hinter der Neumarktschule verwendet.
Ossietzkystraße
Verlängerung der "Talstraße" bis zur Flurgrenze Dobritz,
dort übergang in die Straße "Am Buschbad"
Die Ossietzkystraße hieß früher Jacobistraße,
1892 wurde sie so benannt.
1890 war zuerst die spätere Ilschnerstraße als Jacobistraße
benannt worden, das wurde aber geändert.
Die Benennung "Jacobistraße" bezog sich auf die Unternehmer-Familie Jacobi und das Jacobi-Werk.
Franz Jacobi (1805-1864) und sein Vetter Karl Jacobi gründeten 1834 im Triebischtal eine Eisengießerei mit Maschinenfabrik, einer der ersten größeren Betriebe Meißens überhaupt. Das Werk vergrößerte sich schnell und erreichte etwa 1902 seinen Höhepunkt. Es lieferte Brücken, Hallen, Dampfkessel und -maschinen, Ziegelei- und keramische Einrichtungen u.v.a.m. 1909 ging das "Jacobiwerk Meißen" an die Dresdner Gasmotorenfabrik vorm. Moritz Hille A.-G. über und wurde um 1930 geschlossen.
Das Jacobiwerk befand sich auf dem Gelände, das von Jacobistraße, Angerweg, Ilschnerstraße, Jaspisstraße und Köhlerstraße umgeben ist. 1954 errichtete man dort ein neues Wohnviertel.
Im Oktober 1949 wurde die Jacobistraße umbenannt in Ossietzkystraße.
Carl von Ossietzky
(* 03.10.1889 Hamburg, † 04.05.1938 Berlin)
Publizist, Herausgeber der linksliberalen und pazifistischen Zeitschrift "Weltbühne", nach 1933 im KZ inhaftiert, 1935 wurde dem in KZ-Haft befindlichen Ossietzky der Friedensnobelpreis zuerkannt, 1938 an den Haftfolgen und der Tuberkulose gestorben im Berliner Krankenhaus Nordend.
Das Erklärungsschild am Anfang der Ossietzkystraße (1995) ist nicht richtig.
Robert-Koch-Platz
an der Zaschendorfer Straße bei Einmündung der Cöllner Straße und der Hospitalstraße
Der Platz und die Straße neben dem damaligen Landkrankenhaus wurden einst Hospitalplatz und Hospitalstraße genannt.
Unter den Nazis wurde der Hospitalplatz umbenannt in Leo-Schlageter-Platz.
Albert Leo Schlageter
(* 12.08.1894 Schönau im Schwarzwald, † 26.05.1923 Düsseldorf)
Soldat, Freikorpskämpfer im Baltikum und Oberschlesien, NSDAP-Mitglied, Saboteur gegen die Besatzungstruppen im Ruhr-Gebiet, verhaftet, durch ein französisches Militärgericht zum Tode verurteilt und am 26.05.1923 von den Franzosen auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf erschossen.
Der Platz hatte im Jahr 1945 kurzzeitig die Bezeichnung
Stalinplatz. Diese Benennung Stalinplatz wurde im Mai 1945 nach dem Zusammenbruch von übereifrigen neuen Lokalpolitikern organisiert. Aber die sowjetische Besatzungsmacht erkannte das nicht an. Die Namen Lenin und Stalin waren denen zu heilig. Da sollten nicht irgendwelche Deutsche etwas danach benennen dürfen.
Die Bezeichnung Stalinplatz bestand daher nur wenige Wochen. Immerhin waren aber auch in offiziellen Zeitungen die entsprechenden Adressen so abgedruckt.
Иосиф Виссарионович Сталин (Джугашвили)
Josef Wissarionowitsch Stalin, eigtl. Dschugaschwili, stammt aus Georgien, lebte 21.12.1879 bis 05.03.1953,
Vorsitzender der Kommunistischen Partei der Sowjetunion,
oberster Staatsmann der Sowjetunion, Oberbefehlshaber der Roten Armee, nach seinem Tod ächtung des Kultes um seine Person und Verurteilung seiner Terrormethoden.
Die Benennung in Robert-Koch-Platz erfolgte am 16.05.1945.
Dr. Robert Koch
(* 11.12.1843 Clausthal /Harz, † 27.05.1910 Baden-Baden)
Arzt, Begründer der Bakteriologie, Entdecker der Milzbrand-, Tuberkel- und Cholerabakterien, erforschte Malaria und Schlafkrankheit, Nobelpreis 1905
Ringplatz
an der Rosa-Luxemburg-Straße, von dort abgehend Ringstraße und August-Bebel-Straße
Die Bezeichnung "Ringplatz" am Ende der "Ringstraße" ist nur umgangssprachlich üblich, keine offizielle Benennung. Bis zum Beginn der 1990er Jahre war das ein richtiger großer Platz, danach ist durch Umbaumaßnahmen für die Straßenführung nicht mehr viel davon zu erkennen.
Wilhelm-Walkoff-Platz
von der Talstraße zur Wittigstraße und Höroldtstraße;
Der Platz, an dessen zentraler Orientierung die Lutherkirche steht, hat viele Namensänderungen durchgemacht.
Ca. 1892 erfolgte die Benennung als Bismarckplatz,
benannt nach dem ehemaligen Reichskanzler.
Otto Fürst von Bismarck
(* 01.04.1815 Schönhausen, † 30.07.1898 Friedrichsruh)
1867 Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes, 1871 Reichskanzler des von ihm geschaffenen Deutschen Reiches, bekannt durch Sozialistengesetz und Sozialpolitik, am 18.03.1890 Entlassung durch Kaiser Wilhelm II
In Meißen war nach Bismarck benannt:
- Bismarckplatz (später W.-Walkoff-Platz)
- Bismarckstraße (später Rosa-Luxemburg-Straße)
- Bismarckstufen (später Schreberstufen)
- Bismarcksäule (Denkmal auf dem Jüdenberg, eingeweiht am 01.04.1885, später zerstört)
Am 21.12.1922 wurde der Bismarckplatz umbenannt in Reichsplatz.
In der Zeit des Nazionalsozialismus hieß der
Platz Adolf-Hitler-Platz.
Adolf Hitler
(* 20.04.1889 Braunau am Inn, † 30.04.1945 Berlin)
seit 1921 Führer der Partei NSDAP, 09.11.1923 Putschversuch in München, Haft in Landsberg, 30.01.1933 Reichskanzler, nach dem Tod von Präsident Hindenburg 1934 lies er sich "Führer und Reichskanzler" nennen, später nur noch "Führer"; ab 1938 Oberbefehlshaber der Wehrmacht;
Hauptkriegsverbrecher, Selbstmord 1945
Am 16.05.1945 erfolgte die Umbenennung von "Adolf-Hitler-Platz" in "Wilhelm-Walkoff-Platz"
Die Schreibweise variiert etwas,
am Straßenschild vor Ort stand 1995 Wilhelm-Walkoff-Platz (ohne h). Ortschronist Steinecke schreibt im Meißner Amtsblatt 21.09.1993, Seite 11, über Wilhelm Walkhoff (mit h).
Wilhelm Walkoff
geboren 11.02.1904 in Meißen,
Maschinenschlosser, war 1933 in der Meißner Ortsgruppe der damals verbotenen KPD tätig. Er kam am 14.10.1943 durch einen Unfall bei einer Pioniereinheit in Frankreich ums Leben.
Höroldtstraße
vom Mühlweg zum Walkoff-Platz
Die Straße hieß seit 1890/92 Burggrafenstraße.
Diese Benennung bezog sich auf die Burggrafen von Meißen.
In der Anfangszeit von Meißen gab es neben dem Markgraf auch einen Burggraf. Beide waren vom Kaiser eingesetzt. Den Markgrafen (Herrscherhaus Wettin) gelang es schließlich, die sie störende Parallelgewalt Burggraf zu beseitigen. Der letzte Burggraf von Meißen starb 1440 und sein Sohn verzichtete unter Vorbehalt des Titels und der Würde auf die Burggrafschaft Meißen, er lag in einem Rechtsstreit mit dem Markgraf.
Der Burggraf hatte seinen Sitz dort, wo heute der Burgkeller ist, und der Markgraf dort, wo heute die Albrechtsburg ist.
In der DDR-Zeit wurde die Burggrafenstraße umbenannt in
Straße der Solidarität, kurz Soli-Straße genannt.
Solidarität paßte nicht zur neuen Herrschaft, die 1990 über das Land gekommen war, und so mußte die Straße umbenannt werden. Man wählte den Name Höroldtstraße. Das müßte etwa 1995 gewesen sein.
Höroldt war ein Porzellanmaler, der einst hier in Meißen tätig war.
Johann Gregor Höroldt
Porzellanmaler des 18.Jahrhunderts,
geb. 1696 in Jena, war in Straßburg und Wien, kam 1720 unter mysteriösen Umständen nach Meißen. 1757-1763 emigrierte er auf Befehl des Kurfürsten nach Frankfurt am Main, um aus dem Schußfeld des Siebenjährigen Krieges zu gelangen. 1775 starb er in Meißen.
Max-Haarig-Straße
zweigt vom Kalkberg ab, Verbindung bis Rülingstraße, parallel zur Zaschendorfer Straße
neu angelegt mit der Errichtung von Wohnhäusern durch die Arbeiter-Wohnungsbau-Genossenschaft AWG 1961-1963
Max Haarig
geb. 25.06.1888,
ein Meißner Anti-Faschist, KPD-Mitglied,
1933 zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt, später (1944?)
im KZ Mauthausen ermordet
Gabelsbergerstraße
zweigt etwa gegenüber der Einmündung Bennoweg von der Großenhainer Straße rechts ab, endet als Feldweg
im Adreßbuch Meißen 1935 bereits enthalten, dort "Gabelsberger Straße" geschrieben
benannt nach
Franz Xaver Gabelsberger
(* 09.02.1789 München, † 04.01.1849 München)
bayrischer Staatsbeamter, Erfinder einer Geschwindschrift
(Kurzschrift, Stenographie)
Herr Gabelsberger hat zwar mit Meißen nichts zu tun, aber der Name ist ziemlich beliebt wenn man nicht weiß, nach wem man eine Straße benennen soll. Und so gibt es in Deutschland 178 mal eine "Gabelsbergerstraße" (2001).
Smetanastraße
von der Gabelsbergerstraße zum Leitmeritzer Bogen
Die Smetanastraße in Meißen-Zscheila hieß bei ihrer Gründung und Bebauung in den 1930er Jahren Burgwardtstraße. Dieser Name war zum Andenken an die ehemalige Burgwarte Zscheila gedacht.
Burgwarte waren kleine Befestigungen in Nähe der Hauptburg Meißen am Standort einer alten slawischen Fluchtburg, dort wurden dann christliche Kirchen errichtet (z.B. Zscheila und Zadel).
Nach den Umbenennungen 1945 wurde aus der
Burgwardtstraße die Smetanastraße.
Smetana ist das tschechische Wort für Sahne.
Vermutlich ist diese Straße nach dem tschechischen Komponisten Bedrich Smetana benannt. Der lebte 02.03.1824 bis 12.05.1884. Smetana als Straßenname in Meißen müßte völlig willkürlich ausgewählt worden sein, denn eine Beziehung zwischen dem großartigen Komponisten und Meißen gibt es nicht. Aber vielleicht läßt sich soviel hineindeuten: Smetana ist durch seine hervorragende Komposition "Vltava" (Die Moldau) bekannt, und das Wasser der Moldau, deren Fließen er musikalisch beschreibt, fließt auch durch Meißen.
Herbert-Böhme-Straße
von der Dresdner Straße zur Loosestraße
Diese Straße hat viele Namensänderungen hinter sich.
Kurz vor 1900 wurde sie in Cölln a./E. als Albertstraße
angelegt, benannt nach König Albert von Sachsen.
Auch drüben in Meißen, Cölln gehörte noch nicht dazu, gab es eine Albertstraße (heute Kerstingstraße).
1901 wurde Cölln mit Meißen vereinigt, und da es nicht zwei Albertstraßen geben konnte, wurde die Cöllner Albertstraße in Carolastraße umbenannt, benannt nach Alberts Ehefrau Carola.
So hieß allerdings vorher bereits ein Teil der heutigen Straße Tonberg, also auch dort Umbenennung
(siehe Tonberg).
Königin Carola von Wasa,
lebte vom 05.08.1833 bis 15.12.1907,
Gemahlin des sächsischen Königs Albert (reg. 1873-1902)
In der Weimarer Republik wurde alles Königliche beseitigt und am 21.12.1922 erfolgte die Umbenennung der Carolastraße
in Weinböhlaer Straße.
(einfach willkürlich nach dem nicht weit entfernten Ort Weinböhla benannt)
Die Nazis waren bemüht, alles was in der sozialdemokratischen Weimarer Republik veranlaßt worden war, wieder rückgängig zu machen. Und so wurde 1933 die Weinböhlaer Straße wieder in Carolastraße zurückbenannt.
Nach dem Ende der Naziherrschaft wurde umgekehrt die
Carolastraße wieder in Weinböhlaer Straße
zurückbenannt, am 16.05.1945.
1987 wurde die Weinböhlaer Straße in Herbert-Böhme-Straße umbenannt.
Herbert Böhme
lebte 02.03.1879 bis 07.06.1971,
war von 1933 bis 1950 Superintendent im Kirchenbezirk Meißen.
Sup. Böhme versuchte am 27.04.1945 in Meißen den Festungskommandanten und den Bürgermeister um Schonung der Stadt zu bitten. Er wurde verhaftet und zum Tode verurteilt. Am 02.05.1945 wurde er zur Urteilsvollstreckung in das Landgericht Dresden am Münchner Platz überstellt und dort fünf Tage später von der Roten Armee befreit.
Martinstraße
von der Gerbergasse zur Poststraße;
um 1866 war die Martinstraße im Entstehen begriffen, 1877 wurde sie übergeben, im Zusammenhang mit dem planmäßigen Anlegen des Martinviertels unterhalb von der Martinskapelle
Die Martinstraße in Meißen ist eine der Straßen, die politisch bedingte Namensänderungen durchgemacht hat. In der Nazi-Zeit hieß sie Horst-Wessel-Straße und in der DDR-Zeit
Ernst-Thälmann-Straße (16.05.1945 bis 31.12.1990).
Davor und danach hieß und heißt sie Martinstraße. Um die Ecke, in der Fährmannstraße, befand sich die Meißner Parteizentrale der NSDAP und dann später der SED und noch später der SPD. Weder Wessel, noch Thälmann sind jemals hier gewesen.
Horst Wessel,
geboren am 09.10.1907 in Bielefeld, war Student, SA-Sturmführer und Dichter des Liedes "Die Fahnen hoch …", welches 1933-1945 zusammen mit dem Deutschlandlied die deutsche Nationalhymne bildete (Horst-Wessel-Lied).
Auf ihn wurde am 14.01.1930 in Berlin ein Mordanschlag verübt, an dessen Folgen er am 23.02.1930 gestorben ist.
Ernst Thälmann,
geboren am 16.04.1886, Hamburger, war 1924-1933 Vorsitzender der KPD, Reichstagsmitglied, wurde unter dem Nazi-Regime seit 1933 in verschiedenen Zuchthäusern gefangen gehalten und am 28.08.1944 im KZ Buchenwald getötet.
Martin
Es gibt die Sage, daß Martin als Maurer beim Bau der Albrechtsburg (1471) verunglückte und dann an Krücken ging und bettelte. Als die Pest in die Stadt kam, half er vielen Leuten, dafür wurde er dann belohnt und ließ von dem Geld das Martinskirchlein oben auf dem Plossen bauen als Bettelmannes Wallfahrtsort.
Die Brücke über die Triebisch im Verlauf der Martinstraße wird als Martinsbrücke bezeichnet, sie entstand im Januar 1869 als Ersatz für den hölzernen Martinsteg. Früher gab es auch noch ein Martinsgäßchen hinauf auf den Martinsberg, wurde 1867 mit dem Eisenbahnbau beseitigt. Und oben steht die Martinskapelle. Alles ist hier nach Martin benannt.
Mendestraße
zweigt von der Martinstraße ab, nichtdurchführend
Die Straße entstand mit dem Anlegen des Martinviertels 1877 als Seitenstraße der Martinstraße und erhielt den Namen Martinseitenstraße.
Im Zusammenhang mit der Einführung der Straßen-Hausnummern 1892/93 wurde die Martinseitenstraße in Mendestraße umbenannt.
Frau M.P. verw. Mende (Marianne Pauline Mende)
gestorben 1881 in Leipzig, hat für wohltätige und gemeinnützige Zwecke beträchtliche Mittel gestiftet.
Gerüchten zufolge hatte sie ihr Geld durch das Betreiben eines Freudenhauses bekommen.
Nach ihr ist in Leipzig am Augustusplatz der Mendebrunnen (Obelisk aus Meißner Granit) und in Meißen die Mendestraße benannt.
Johannesplatz
und
Johannesstraße
Lage:
an der Johanneskirche,
die Johannesstraße führt vom Lutherplatz bis zur Bergstraße
Die Anlage der Johannesstraße erfolgte im Zusammenhang mit dem Bau der Johanneskirche (Weihe der Kirche am 24.10.1898) und des Johannesstiftes (Eröffnung am 01.04.1900). Alles was da nach Johannes benannt ist, also Johanneskirche, Johannesstift, Johannesstraße, Johannesplatz und Johannesschule, bezieht sich auf den Evangelist Johannes (nicht auf Johannes den Täufer).
1958 wurde die Johannesstraße umbenannt in Dr.-Otto-Nuschke-Straße
und es begann der Bau von AWG-Wohnhäusern dort (1958 bis 1961).
Dr. Otto Nuschke
(* 23.2.1883 Frohburg bei Leipzig, † 27.12.1957 Berlin)
Buchdrucker, Politiker, 1945 Mitbegründer und seit 1948
Vorsitzender der CDU in Berlin, seit 1949 Stellvertretender Ministerpräsident der DDR
Einige Zeit nach der Zerschlagung der DDR wurde die
Dr.-Otto-Nuschke-Straße in Johannesstraße zurückbenannt (08.06.1996).
An der Trinitatiskirche
und
Trinitatiskirchweg
Der "Trinitatiskirchweg" führt von der Großenhainer Straße /Ecke Mannfeldstraße hinauf zur Straße "An der Trinitatiskirche". Rechts auf Zscheilaer Seite ist der Trinitatiskirchweg bebaut, links auf Bohnitzscher Seite nicht.
Beide Straßen-Namen beziehen sich auf die Trinitatiskirche
Meißen-Zscheila.
Im Adreßbuch von 1904 (z.B.) lautet die Bezeichnung nur "Kirchweg". Damals gehörte Zscheila und Bohnitzsch noch nicht zu Meißen, die Eingemeindung war erst 1914.
1914 bekam die Zscheilaer Kirche den Namen Trinitatiskirche.
Trinitatis = Dreieinigkeit, auch als Dreifaltigkeit bezeichnet, ein Gott in drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Es hat jahrhundertelanger theologischer Forschung bedurft, um die Dreieinigkeit sauber herauszuarbeiten, denn es heißt ja, man solle nur EINEN Gott haben, und nicht drei.
Trinitatisfest ist am ersten Sonntag nach Pfingsten.
Die Zscheilaer Kirche hieß ganz früher vor der Reformation Georgskirche.
Karl-Marx-Straße
Lage: in Meißen-Bohnitzsch, von Tzschuckestraße zum Dieraer Weg
Von August 1936 bis April 1937 wurden dort einige Wohnhäuser errichtet. Die Wohnungen waren hauptsächlich für Offiziers-Familien. Die damit neu angelegte Straße bekam den Namen Herbert-Norkus-Straße.
Norkus war ein Hitlerjunge, der am 24.01.1932 in Berlin Zwinglistraße 4 beim Flugzettel-Verteilen durch Dolchstiche ermordet worden war, 15 Jahre alt.
Am 16.05.1945 wurde die Herbert-Norkus-Straße umbenannt in Karl-Marx-Straße.
Karl Marx
(* 05.05.1818 Trier, † 14.03.1883 London, Grab auf dem Highgate-Friedhof London)
Philosoph und ökonom; Aufbauend auf seiner Gesellschaftsanalyse stellte er seine Vorstellungen von einer gerechten zukünftigen Gesellschaft dar, mit ökonomischer Begründung. Er hat viele Schriften verfaßt, zu den bekanntesten gehört das "Kommunistische Manifest" (1848 zusammen mit Engels) und "Das Kapital" (1.Band 1867).
Hochuferstraße
von der Elbbrücke am linken Ufer flußabwärts
Die Hochuferstraße entstand nach dem Bau der neuen Elbbrücke (1934) als Brückenanbindung. Der Erste Spatenstich zum Bau der Hochuferstraße war am 01.12.1936 und die Verkehrsübergabe am 03.06.1938. Es war auch die Karlsbrücke über die Triebisch im Verlauf der Uferstraße verbreitert worden. Die Aktion stand im Zusammenhang mit der Erhebung der Straße zur Reichsstraße Nr.6 (später F6 und B6).
In der DDR-Zeit hieß die Hochuferstraße Dr.-Wilhelm-Külz-Ufer. Aufgrund eines willkürlichen Beschlusses des Stadtrates vom 26.10.1990 trat ab 01.01.1991 die Rückbenennung in "Hochuferstraße" in Kraft.
Dr. Wilhelm Külz
(* 18.02.1875 Borna bei Leipzig, † 10.04.1948 Berlin)
ein sächsischer Liberaler,
1920-1933 Vorsitzender der Deutschen Demokratischen Partei in Sachsen,
1926-1927 Reichsminister des Innern,
1931-1933 Oberbürgermeister von Dresden,
1933 weigerte er sich, die Nazi-Fahne auf dem Dresdner Rathaus zu hissen. Er wurde deshalb seines Amtes enthoben und zwangspensioniert.
Wilhelm Külz war 1947 zusammen mit Theodor Heuss gleichberechtigter Vorsitzender der Demokratischen Partei Deutschlands für alle Besatzungszonen.
In Meißen heißt auch ein Seniorenheim Leinewebergasse 1 nach "Dr. Wilhelm Külz".
In Dresden gibt es die Wilhelm-Külz-Stiftung als liberales Bildungswerk im Freistaat Sachsen.
Die 1938 gebaute Hochuferstraße wurde 2007 abgerissen. Die gesamte Brückenauffahrt mitsamt ihrer Tragemauer wurde beseitigt. Damit entfällt die Möglichkeit, die Straße B6 bei kleinerem Hochwasser über den Brückenkopf umzuleiten.
Am langen Graben
Am unteren Ende der Hermann-Grafe-Straße, neben dem Filterwerk, wurde Ende der 1930er Jahre bis 1942 durch die "Bau- und Spargenossenschaft" eine Siedlung errichtet mit 112 Volkswohnungen. Meist gehören zu einem Haus vier Familien-Wohnungen.
Die Siedlung liegt zwischen der Eisenbahn und dem
Bach "Langer Graben", nach dem die Straßenbezeichnung erfolgte. Der Lange Graben ist ein Wasserlauf, kommt von Neusörnewitz her durch die Nassau, wandelt etwa am Steinweg seinen Namen in Fürstengraben, fließt dann hinter der Bahnunterquerung mit dem Niederauer Dorfgraben zusammen und mündet am Winterhafen in die Elbe.
Uferstraße
von der Gerbergasse in Nähe der Elbbrücke am linken Ufer flußaufwärts, geht ab Einmündung der Poststraße in die Siebeneichener Straße über
Für dort stehende Häuser außerhalb der Meißner Stadtmauer gab es früher die einfache Bezeichnung "An der Elbe".
Um 1892 erfolgte die Umbenennung von "An der Elbe" in "Uferstraße" im Zusammenhang mit Einführung der Straßen-Hausnummern.
Nach 1935 wurde die Uferstraße umbenannt in Dr.-Wilhelm-Frick-Straße.
Wilhelm Frick
(* 12.03.1877 Alsenz /Pfalz, † 16.10.1946 Nürnberg)
1933-1943 Reichsinnenminister, dann Reichsprotektor von Böhmen und Mähren, in Nürnberg als Kriegsverbrecher hingerichtet
In der Zeit bis 1950 wurde die "Dr.-Wilhelm-Frick-Straße"
wieder in "Uferstraße" zurückbenannt.
Am 06.05.1975 wurde die "Uferstraße" zusammen mit der "Siebeneichener Straße" in Wilhelm-Pieck-Straße umbenannt und am 01.01.1991 wieder in "Uferstraße" zurückbenannt.
(Name Wilhelm Pieck siehe
Siebeneichener Straße)
Einige bautechnische Bemerkungen zur Uferstraße:
Von 1900 bis 1929 verkehrte hier die elektrische Güterstraßenbahn von der Poststraße kommend bis zum Elbkai.
Die Karlsbrücke über die Triebisch im Verlauf der Uferstraße wurde 1938 verbreitert. Dies geschah im Zusammenhang mit der Erhebung der Straße zur Reichsstraße Nr.6 und dem Bau der Hochuferstraße.
2007 wurde die Uferstraße und die Triebisch-Brücke (Karlsbrücke) erneuert.
Schreberstraße
führt von der Nossener Straße zu den Justusstufen
hieß früher "Jüdenberg" [Adreßbuch Meißen 1904 und 1935], nicht verwechseln mit der
Jüdenbergstraße,
Namenserklärung siehe dort
Die Straße "Jüdenberg" wurde unter den Nazis umbenannt in
"Von-Schönerer-Straße", ca. 1938.
Georg Ritter von Schönerer
(* 17.07.1842 Wien, † 14.08.1921 Schloß Rosenau am Kamp /Niederösterreich)
er kämpfte für engen Anschluß österreichs an das Deutsche Reich; war ab 1879 Führer der deutschnationalen Bewegung (der Alldeutschen) in österreich; er vertrat einen radikalen Antisemitismus ("Was der Jude glaubt ist einerlei. In der Rasse liegt die Schweinerei"); 1888 Verlust des Adelstitels ("Ritter von …"); Seine Anhänger ("Schönerianer") waren insbesondere Burschenschaftler und Sudetendeutsche, und Adolf Hitler.
Am 16.05.1945 wurde die "Von-Schönerer-Straße" in "Schreberstraße" umbenannt.
Dr. Daniel Gottlieb Moritz Schreber
lebte 1808-1861, Arzt in Leipzig. Er war Orthopäde, ein streitbarer Praktiker, der auf Luft und Wasser setzte,
auf einfache, natürliche Bewegungsformen;
verfaßte die "ärztliche Zimmergymnastik …" (1855);
Gründung des ersten nach ihm benannten Schrebervereins durch Schulleiter Ernst Hauschild (1808-1866), danach wurden später die Schrebergärten benannt, Kleingärten für Städter.
An der Schreberstraße
Die Häuser wurden Ende der 1950er Jahre gebaut, sogenannte "FDJ-Siedlung". Weil sie an der Schreberstraße gelegen sind, hat man diese Lagebeschreibung als Straßenname genommen, anstatt sie der Schreberstraße zuzuordnen.
Name Schreber siehe
Schreberstraße
Wiesandstraße
eine der sechs Querverbindungen zwischen Ossietzkystraße und Jaspisstraße (Ilschnerstraße, Köhlerstraße, Leschnerstraße, Kühnestraße, Wiesandstraße, Am Triebischwehr)
Eduard Wiesand
(* 10.07.1802, † 16.06.1840)
Bürgermeister von Meißen seit 1834, auf Lebenszeit gewählt auf Grund der neuen allgemeinen Städteordnung, bemühte sich damals vergeblich um die Streckenführung der Eisenbahn über Meißen, förderte das städtische Schulwesen
Huttenburgweg
von Hirschbergstraße bis Bockwener Weg
Die Huttenburg wurde 1857 erbaut,
Bauherr Carl Theophil Baron von Hüttner,
Architekt Baurat Oskar Mothes
Da sich v.Hüttner als Nachfahre des Ulrich von Hutten bezeichnete, wählte er als Name für seinen Neubau die Bezeichnung "Huttenburg".
Ulrich von Hutten
(* 21.04.1488, † 29.08.1523)
deutscher Reichsritter, Dichter, Humanist, Anhänger der Reformation, er starb im Alter von 35 Jahren auf der Insel Ufenau im Zürichsee an Syphilis
Ilschnerstraße
eine der sechs Querverbindungen zwischen Ossietzkystraße und Jaspisstraße (Ilschnerstraße, Köhlerstraße, Leschnerstraße, Kühnestraße, Wiesandstraße,
Am Triebischwehr)
1890 Benennung als "Jacobistraße", 1892 Umbenennung in "Ilschnerstraße"
(den Namen "Jacobistraße" erhielt die heutige Ossietzkystraße)
Paulus Ilschner
Pfarrer in Weesenstein, gestorben 1664
Er stammte aus Meißen und hatte die hiesige Fürstenschule St.Afra besucht. Er hinterließ seiner Vaterstadt beträchtliche Mittel für die Wohlfahrtspflege, u.a. einen am Plossen gelegenen Weinberg, dessen Ertrag für den Unterhalt der Stadtschule und armen Studenten bestimmt war.
Goethestraße
Die Goethestraße war nur zwischen Hainstraße und Wolyniezstraße baulich ausgeführt. Seit Einweihung der neuen Elbbrücke am 06.11.1997 gibt es den durchgehenden Straßenzug Rosa-Luxemburg-Straße / Goethestraße / neue Brücke / seit 02.05.2007 von dort weiter durch einen Straßentunnel durch den angrenzenden Berghang (Schottenbergtunnel)
Die in den 1930er Jahren gebauten Häuser wurden anfangs noch zur Hainstraße gezählt. 1935 wurde ein eigener Straßenname zugeordnet: Immelmannstraße
Max Immelmann
(* 21.09.1890 Dresden, † 18.06.1916 Sallaumines bei Douai /Nordfrankreich)
Oberleutnant, Jagdflieger, Erfinder der Jagdstaffel und des Immelmann-Turn; Am 12.01.1916 bekamen Immelmann und Boelke vom Kaiser den Orden "Pour le Merite" verliehen. Sie waren die ersten Piloten mit dieser höchsten preußischen Tapferkeitsauszeichnung. Max Immelmann kam ums Leben, als er bei einem Luftgefecht versehentlich von der eigenen Artillerie beschossen wurde. In der Nazi-Zeit hatte Hitlers Flugzeug, eine dreimotorige Junkers, den Namen "Immelmann" (D 2600, Pilot Hans Bauer).
16.05.1945
Umbenennung der Immelmannstraße in Goethestraße
Johann Wolfgang von Goethe
(* 28.08.1749 Frankfurt am Main, † 22.03.1832 Weimar)
Dichter und Geheimrat, im Staatsdienst des Klein-Staates
Sachsen-Weimar-Eisenach, allgemein bekannt.
Der Ansatz einer Seitenstraße am Hainweg hieß in den 1930er Jahren Boelkestraße, seit 1945 Schillerstraße. So haben wir vom Straßen-Namen her erst zwei Jagdflieger Immelmann/Boelke und dann zwei Dichter Goethe/Schiller.
Schillerstraße
zweigt von der Goethestraße ab, geht in den Hainweg über
Nach dem Bau des Gebäudes in den 1930er Jahren zusammen mit den gegenüberliegenden Häusern (später Goethestraße) wurde dieser erste Teil des Hainweges am Imperial mit dem Namen Boelkestraße versehen.
Oswald Boelke
(* 19.05.1891 Giebichenstein bei Halle, † 28.10.1916 an der Somme-Front)
Kampfflieger und Begründer der Jagdfliegerei, Hauptmann, zahlreiche Luftsiege, Boelke hat Richthofen ausgebildet, Orden "Pour le Merite" zusammen mit Immelmann am 12.01.1916; Der Staffelführer Boelke starb durch einen Zusammenstoß mit einem Kampfflieger der eigenen Staffel.
16.05.1945
Umbenennung von Boelkestraße in Schillerstraße
Friedrich von Schiller
(* 10.11.1759 Marbach, † 09.05.1805 Weimar)
Dichter und Professor für Geschichte an der Uni Jena, allgemein bekannt
Siebeneichener Straße
Verlängerung der Uferstraße ab Einmündung Poststraße bis
zur Flurgrenze Siebeneichen
Die Straße hieß früher "Elbdamm". Noch im Adreßbuch von 1904 wird sie so genannt. August 1882 war die Erhöhung, Verbreiterung und Pflasterung des nach Neudörfchen führenden Elbdammes als Fahrweg erfolgt (Eröffnung 1884), sowie das Anlegen eines Gehweges, vorher gab es nur einen schlecht gepflasterten Pfad für die Schiffszieher.
Im September 1907 war Baubeginn der Straße Niederwartha - Gauernitz - Meißen
(Teilabschnitte ab 1883 begonnen) und am 03.10.1909 die Verkehrsübergabe dieser linken Elbuferstraße von Meißen aus als Anschluß an die ab Niederwartha schon bestehende Straße nach Dresden.
Am 01.01.1914 war die Eingemeindung von Neudörfchen nach Meißen.
Im Adreßbuch Meißen 1935 wird als Straßenbezeichnung "Siebeneichener Straße" aufgeführt.
Der Name kommt vom Schloß Siebeneichen, welches ein Park umgibt, der bis hinunter an diese Straße reicht. Es wird vermutet, daß sich auf dem Berg, wo heute das Schloß Siebeneichen steht, einst eine Gerichtsstätte befunden hat, die von sieben geheiligten Eichenbäumen umgeben war.
Am 06.05.1975 wurde die Siebeneichener Straße zusammen mit
der Uferstraße in Wilhelm-Pieck-Straße umbenannt. Da die Numerierung nun vorn an der vorm. Uferstraße begann, bekamen alle Häuser der vorm. Siebeneichener Straße auch neue Hausnummern.
Wilhelm Pieck
(* 03.01.1876 Guben, † 07.09.1960 Berlin)
war 1919 Mitbegründer der KPD, 1928-1933 Reichstagsmitglied, dann Exil in Frankreich und in der UdSSR, dort 1943 Mitbegründer des Komitees "Freies Deutschland", 1946 gemeinsam mit Otto Grotewohl Vorsitzender der SED, 1949-1960 Präsident der DDR
01.01.1991 Auflösung der Wilhelm-Pieck-Straße und Wiedereinführung der Siebeneichener Straße und der Uferstraße
Jüdenbergstraße
von der Görnischen Gasse in Serpentinen hinauf bis zur Nossener Straße
Die Jüdenbergstraße wurde angelegt behufs besserer Verbindung nach dem neuen Stadtfriedhof. Baubeginn war im März 1902 und Eröffnung der Jüdenbergstraße am 23.11.1903.
Die Bezeichnung "Jüdenberg" oder "am Judenberg" für die Gegend gab es schon sehr lange. Früher war hier am Hang ein jüdischer Friedhof. 1349 wurden die Juden in Meißen ermordet bzw. vertrieben. An den Hängen des ehemaligen Friedhofs durften die Meißner Bürger dann ihr Vieh weiden.
Unter den Nazis wurde die Jüdenbergstraße umbenannt in
Theodor-Fritsch-Straße, nach 1935.
Theodor Fritsch
(* 1852 Wiesenena im Kreis Delitzsch, † 1934)
Judenhasser, gründete 1912 den antisemitischen
"Reichshammerbund", veröffentlichte antisemitische Schriften, Pseudonym Thomas Frey
Bis spätestens 1950 wurde die Theodor-Fritsch-Straße wieder
in Jüdenbergstraße zurückbenannt.
Jüdenbergstufen
Abkürzung einer Kurve in der Jüdenbergstraße, Treppe mit 140 Stufen, im Jahr 2000 erneuert
Talstraße
Verlängerung der Neugasse ab Einmündung Wettinstraße/Stiftsweg,
geht ab Einmündung "Am Mühlgraben" über in die Ossietzkystraße
Die Talstraße ist nach dem TAL der Triebisch benannt, in dem sie entlang führt. Vor der Rechtschreibreform vom 01.01.1903 wurde "Thalstraße" geschrieben, mit th.
Der Verkehr in das Triebischtal ging vormals über Görnische Gasse, Am Steinberg und Mühlweg. Infolge der Errichtung der neuen Fabrikgebäude für die Porzellanmanufaktur wurde der Bau der Talstraße notwendig. Dafür wurde die die Neugasse
abschließende "1.Mühle" abgerissen. Baubeginn der Talstraße war 1862, sie wurde zunächst bis zur Gasanstalt geführt, innere Talstraße. Ab 09.10.1871 erfolgte die Weiterführung der Talstraße von der Gasanstalt (später Karl-Niesner-Straße) bis zum Buschbad, äußere Talstraße. 1882 schließlich war Baubeginn und am 24.10.1884 Eröffnung der im Triebischtal weiterführenden Bezirksstraße vom Buschbad bis nach Miltitz aus Mitteln der französischen Kriegskontribution von 1871.
Vom 05.09.-03.12.1898 erfolgten Straßenbahn-Bauarbeiten und Pflasterung der inneren Talstraße und im September 1901 Trottoirlegung (Gehwege) auf der inneren Talstraße.
Am 22.04.1970 wurde die Talstraße in Leninstraße umbenannt anläßlich des 100.Geburtstages von Lenin. Die Hausnummern wurden beibehalten (Rundherum-Numerierung, stadtauswärts links beginnend).
Владимир Ильич Ленин (Ульянов)
Wladimir Iljitsch Lenin, eigentlich Uljanow
(* 22.04.1870 Simbirsk, † 21.01.1924 Gorki),
sowjetrussischer Staatsmann aus russisch-tatarischem Beamten-Adel, 1897 als Revolutionär nach Sibirien verbannt, 1900-1917 fast immer im Exil, stürzte 1917 die russische provisorische Regierung Kerenskij (Oktober-Revolution);
Werke u.a.: "Was tun?" (1902), "Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus" (1917).
Am 25.07.1991 wurde der Beschluß gefaßt zur Rückbenennung der Leninstraße in Talstraße. Sie trug Lenins Namen über 21 Jahre lang.
Neugasse
beginnt am Roßmarkt in Verlängerung der Gerbergasse, geht ab Einmündung Wettinstraße/Stiftsweg in die Talstraße über
Georg Fabricius berichtet, dieser Straßenzug sei 1529 angelegt und zunächst "Flegelgasse" genannt worden (Dreschflegel, dort haben Scheunen gestanden). Ab 1536 ist der Name Neugasse belegt. Man beachte, daß das Gelände außerhalb der Meißner Stadtmauer lag.
1754 wurde die stark angewachsene Gemeinde der Neugasse verwaltungsmäßig aufgeteilt in eine Vordergemeinde und eine Hintergemeinde. 1862 wurde die Neugasse gepflastert, 1870 umgepflastert. Am 12.04.1882 wurden auf der Neugasse durch den Verschönerungsverein Linden- und Kastanienbäume gepflanzt, die leider nicht mehr da sind. April bis Juli 1924 erfolgte wieder eine Neupflasterung und teilweise rechtsseitige Erhöhung der Neugasse. Die elektrische Straßenbahn fuhr von 1899 bis 1936 da lang.
Am 06.05.1975 wurde die Neugasse mit der Gerbergasse und dem Roßplatz zusammengefaßt und als Straße der Befreiung benannt. Das war damals aus Anlaß des 30.Jahrestages der Befreiung vom Faschismus.
Alle Hausnummern wurden verändert. Vorher waren Gerbergasse, Roßplatz und Neugasse jeweils für sich im Uhrzeigersinn rundherum numeriert, nun wurde das Prinzip "ungerade Zahlen links, gerade Zahlen rechts" eingeführt, und zwar für den gesamten Straßenzug, beginnend vorn an der vorm. Gerbergasse.
Als die Straße der Befreiung am 01.01.1991 aufgelöst wurde,
erhielt die Neugasse ihren alten Namen zurück. Mit den Hausnummern aber ergaben sich doch einige Veränderungen gegenüber der Zeit vor 1975.
Neulandgasse
im Spaargebirge von Gelegegasse bis Boselweg
Diese Straße wurde in einem Neulande gebaut, das für die Besiedlung erst erschlossen werden sollte.
Werdermannstraße
in Meißen-Zscheila von der "Großenhainer Straße" bis "An der Trinitatiskirche"
benannt nach
Peter Werdermann
lebte 1615-1674, Besitzer des Rittergutes in Proschwitz und damit auch zahlreicher Dörfer der Umgegend einschl. Zscheila, Patronatsherr von Zscheila, förderte u.a. die Restaurierung der Kirche in Zscheila 1667-1669,
beigesetzt in der Zscheilaer Kirche
Mannfeldstraße
Meißen-Zscheila, Verlängerung der Heinrich-Freitäger-Straße ab Einmündung Pfarrgasse bis zur Großenhainer Straße
Diese Straße hieß früher in dem noch selbständigen Ort Zscheila Blücherstraße.
Vom 07.-12.05.1813 hatte Blücher sein Hauptquartier hier im nahegelegenen Schloß Proschwitz errichtet. Anwesend waren dort ebenfalls Gneisenau und Clausewitz sowie der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm.
Gebhard Leberecht Fürst Blücher von Wahlstatt
(* 16.12.1742 bei Rostock, † 12.09.1819 Kieblowitz /Schlesien)
preußischer Feldmarschall, genannt "Marschall Vorwärts", bekannt aus den Befreiungskriegen gegen Napoleon (Katzbach, Rheinüberquerung, Waterloo).
Am 21.12.1922 erfolgte die Umbenennung der Blücherstraße in Mannfeldstraße. Selbst Blücher war in der Weimarer Republik zu preußisch.
Die neue Benennung bezieht sich auf
Bernhard Mannfeld
(* 1848 Dresden, † 1925 Frankfurt a.M.)
Künstler, verlebte seine Jugendjahre in Meißen. Er war ein namhafter Vertreter der Radierkunst (Tiefdruckverfahren mittels Kupferplatte), zu seinen bekanntesten Bildern zählen "Albrechtsburg im Winter", "Der Dom zu Limburg", "Aachener Dom". Mannfeld fertigte Landschafts- und Städteradierungen, vorwiegend aber Architektur- Ansichten. Zeichnungen und Aquarelle von ihm befanden sich in Museen von Leipzig, Breslau und Berlin.
Pestalozzistraße
kommt von der Niederfährer Straße, kreuzt die Melzerstraße und verläuft durch das Gelände der Pestalozzischule bis zur Rosa-Luxemburg-Straße
Johann Heinrich Pestalozzi
(* 12.01.1746 Zürich, † 17.02.1827 Brugg)
Schweizer Pädagoge, Volkserzieher und Sozialreformer,
Wegbereiter der Volksschule und der Lehrerbildung,
Grundsatz: "Erziehung ist Vorbild und Liebe - sonst nichts."
Nach ihm ist in Meißen die 4.Volksschule benannt (Pestalozzischule, gebaut 1895) und die dort liegende Pestalozzistraße. Bemerkenswert ist, daß dies eine der wenigen Benennungen nach Nicht-Meißner Personen in Meißen ist, die in allen bisherigen politischen Epochen erhalten blieb (Kaiserreich, Weimarer Republik, Drittes Reich, Deutsche Demokratische Republik und Bundesrepublik).
Pfarrgasse
Meißen-Zscheila, von der Mannfeldstraße bergab am Abzweig Platanenstraße vorbei, dann wieder bergan
Als Zscheila noch selbständig war, vor 1914, war dies ein Teil der Dorfstraße. Die Benennung als Pfarrgasse erfolgte wahrscheinlich, weil sich die Pfarre der Trinitatiskirchgemeinde dort befand, im Haus Pfarrgasse 5.
Am Wall
zweigt von der Zaschendorfer Straße hinter der Sandbahn links ab, in Richtung "An der Telle"
Die Benennung dieser neuen Straße (ca. 1996/97 erschlossen)
ist völlig rätselhaft. Wo ist der Wall ? Befestigungsanlagen gibt es hier nicht, auch keinen Hochwasserschutz. Der Stadtrat kann ja mit seinen Straßenbenennungen auch mal einen Scherz machen.
Dr.-Eberle-Platz
Nachdem sich die Sparkasse in Meißen bereits an der Neugasse ein neues großes teueres Gebäude hatte errichten lassen, mußte zusätzlich ein noch neueres und noch größeres Gebäude her. Viele Sparer bringen viel Geld für solche Bauten.
Dafür wurde das traditionelle Restaurant Kaisergarten (Kulturhaus Max Dietel) beseitigt. Der neumodische Betonklotz der Sparkasse gegenüber vom Bahnhof wurde am 06.08.1999 fertiggestellt.
Der Eingangsbereich zum Gebäude wurde zum "Platz" erhoben und erhielt den Namen Dr.-Eberle-Platz, mit Dr.-Eberle-Denkmal.
Dr. Johann Christian Eberle
(* 03.05.1869 Laumersheim /Pfalz, † 07.12.1937 Dresden)
Bürgermeister der Stadt Nossen 1898-1919, "Vater des Spargiroverkehrs";
Dr. Eberle hat im Bereich der öffentlich- rechtlichen Sparkassenorganisation den Verdienst, daß er veranlaßt hat, die Aktivitäten auf den örtlichen Bereich zu beschränken. Auch setzte er sich für die Schaffung der für den Giroverkehr erforderlichen Einrichtungen ein.
Einen "Dr.-Eberle-Platz" gibt es auch an der Kreissparkasse Heinsberg in 41812 Erkelenz, außerdem eine "Dr.-Eberle-Straße" in Lähden, Meppen, Neumarkt/Oberpf und Nossen.
Kreyerner Straße
vom Eckpunkt Kalkberg / Boselweg / Oberspaarer Straße
führt sie hinunter zur Heinrich-Heine-Straße in Meißen-Zaschendorf
Die Kreyerner Straße ist benannt nach einem Dorf Kreyern, welches einst im Friede-Wald kurz vor dem Auer gelegen hat. 1556 wurde dieses Dorf aufgelöst und die Bewohner zwangsumgesiedelt, weil der sächsische Kurfürst August I
sein Jagdgebiet erweitern wollte. 13 Familien kamen nach Zaschendorf.
1925-1930: Bau einer Arbeitersiedlung im Bereich Kreyerner Straße / Max-Dietel-Straße.
Bahnhofstraße
von der Elbbrücke bis zum Bahnhof
Um 1540 wurde am Ratsweinberg nach der Elbbrücke zu ein Steinbruch eröffnet, um Platz für eine Straße längs der Elbe nach Cölln zu schaffen, denn bis dahin reichte der Ratsweinberg bis an die Elbe heran. 1572 wurde ein Fahrweg von der Brücke aus nach Cölln angelegt, der eine Trasse durch den Steinbruch nutzte. Der Verlauf entspricht von der Brücke bis etwa zur heutigen Einfahrt zum Elbparkplatz der späteren Bahnhofstraße. Der damalige Fahrweg führte etwa am heutigen Hausgrundstück Bahnhofstraße 6 zur Elbe hinunter.
Der Bahnhof Meißen auf Cöllner Flur wurde errichtet, als man 1860 einen Eisenbahnabzweig von Coswig aus baute. 1868 wurde der vorherige Sack-Bahnhof zur Durchgangsstation aufgewertet durch die Verlängerung der Eisenbahnstrecke
über die Elbe hinweg bis Borsdorf. 1928 wurde an Stelle des alten Meißner Bahnhofs-Gebäudes ein Neubau errichtet, Architekt Wilhelm Kreis.
Bennoweg
zweigt in Meißen-Zscheila von der Großenhainer Straße beim Joachimstal ab, Sackgasse, Winzergenossenschaft
hieß, als Zscheila noch selbständig war, Bergstraße bzw. Berggasse;
die Bezeichnung Bennoweg bezieht sich auf Bischof Benno
Bischof Benno (Graf von Woldenberg)
Meißner Bischof (Bistum Meißen) von 1066-1085 und von 1088-1106, gestorben 16.06.1106; um ihn gibt es zahlreiche Legenden, er wurde 1075 von König Heinrich IV (bekannt durch seinen Gang nach Canossa) gefangen genommen; 1523 wurde Benno heilig gesprochen auf Betreiben von Kurfürst Georg dem Bärtigen;
In Meißen ist nach Benno benannt:
• Bennoweg
• Seniorenheim "St. Benno", Hirschbergstr.27
• Katholische Kirche St.Benno
• Bennoteich im Heiligen Grund und Bennokanzel
• Bennohaus (Markt 9)
Rosa-Luxemburg-Straße
von Zscheilaer Straße zum Beyerleinplatz
1898 erfolgte die Benennung dieser Straße mit damals im Aufbau befindlicher Häuserzeile als Bismarckstraße, benannt nach dem ehemaligen Reichskanzler.
An der Bismarckstraße / Ecke Zscheilaer Straße 42 bestand bis in die 1940er Jahre das Restaurant "Reichskanzler".
(Name Bismarck siehe
Wilhelm-Walkoff-Platz
)
Am 26.07.1922 wurde die Bismarckstraße umbenannt in Rathenaustraße.
Walther Rathenau
(* 29.09.1867, † 24.06.1922)
seit 1915 Präsident der AEG, 1921 Reichsminister für Wiederaufbau, 1922 deutscher Außenminister, schloß den Rapallovertrag mit Rußland; wurde am 24.06.1922 von Offizieren der rechtsradikalen "Organisation Consul" erschossen.
1933 Rückbenennung der Rathenaustraße in Bismarckstraße
16.05.1945 Umbenennung der Bismarckstraße in Rosa-Luxemburg-Straße
Rosa Luxemburg
(* 05.03.1871 Zamost in Russisch-Polen, † 15.01.1919 Berlin)
Politikerin, umfangreiche Tätigkeit für die
sozialdemokratische Idee, mehrfach verhaftet,
Mit-Begründerin der KPD,
1919 in Berlin von rechtsgerichteten Freikorpsoffizieren ermordet, Leiche in den Landwehrkanal geworfen
Rosa-Luxemburg-Straße endete an ihrer Einmündung in Zscheilaer Straße, nach Einweihung der neuen Elbbrücke
am 06.11.1997 durchgehender Straßenzug Rosa-Luxemburg-Straße / Goethestraße / neue Brücke
August-Bebel-Straße
vom Ringplatz bis über die Gartenstraße
Diese Straße wurde ursprünglich Niederfährer Straße genannt.
Im Adreßbuch Meißen 1904 heißt sie so. Am 21.12.1922 erfolgte die Umbenennung in Bartholomäusstraße, den dadurch freigewordenen Name "Niederfährer Straße" bekam die vorherige Friedrich-August-Straße, die heute noch Niederfährer Straße heißt, und an den einstigen Ort Niederfähre erinnern soll.
Bartholomäus
einer der 12 christlichen Apostel, Jünger Jesu und Märtyrer, Bartholomäus-Tag ist am 24.August
Es gab vor vielen hundert Jahren in der Nähe eine Bartholomäus- Kapelle am später so genannten Crassoberg (Krankenhausberg).
Mitte Januar 1924 bis 17.04.1924 erfolgte eine linksseitige Verlegung des Fürstengrabens zwischen Großenhainer Straße und Zscheilaer Straße. Im November 1924 wurde mit Höherlegung und Chaussierung und mit dem Bau einer steinernen Brücke für die Bartholomäusstraße über den Fürstengraben begonnen, wo bisher nur ein tief liegender Holzsteg war, übergabe der Brücke am 25.06.1925. Am 20.07.1925 war Verkehrsübergabe der durch die neue
Fürstengraben- Brücke nun durchführenden Bartholomäusstraße.
Bekannt wurde die Bartholomäusstraße durch das Arbeitsamt von Meißen, Richtfest des Gebäudes war am 05.05.1928
(später Wehrkreiskommando, und noch später Polizei).
In der Nazi-Zeit erfolgte die Umbenennung der Bartholomäusstraße in Franz-Seldte-Straße.
Franz Seldte
(* 29.06.1882, † 01.04.1947)
gründete 1918 in Magdeburg den Bund der Frontsoldaten "Stahlhelm", Seldte war am 11.10.1931 Mitbegründer der "Harzburger Front", NSDAP-Politiker und Reichsarbeitsminister.
16.05.1945 Umbenennung der Franz-Seldte-Straße in August-Bebel-Straße
August Bebel
(22.02.1840 Deutz, † 13.08.1913 Passugg /Kanton Graubünden)
deutscher Politiker, gründete mit Wilhelm Liebknecht 1869 in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei,
Mitglied des Deutschen Reichstags 1871-1913
Crassostraße
in Triebischtal, zweigt gegenüber der Moritzstraße von der Talstraße ab, Sackgasse
benannt nach
Gustav Ludwig Crasso
(* 14.03.1810, † 19.06.1898)
Oberinspektor der Königlichen Porzellan-Manufaktur in Meißen, schenkte der Stadt Meißen 1889 sein gesamtes unbewegliches Vermögen, seinen Weinberg, den sogenannten Crassoberg (Kapellenberg) in Niederfähre zur Errichtung eines Krankenhauses und eines Bürgerheimes. Dieses Krankenhaus wurde am 21.02.1891 eingeweiht und bestand bis zum 11.07.1998.
Böttgerstraße
am Juteplan vom Mühlweg zur Talstraße
1890/92 Benennung der "Böttgerstraße",
benannt nach Johann Friedrich Böttger
Johann Friedrich Böttger
(* 04.02.1682 Schleiz, † 13.03.1719 Dresden)
Apotheker, abenteuerliches Leben, behauptete Gold machen zu können, gilt als Erfinder des europäischen Verfahrens zur Herstellung des braunroten Böttgersteinzeugs und später des weißen Hartporzellans; Der eigentliche Erfinder des Porzellans war Walther von Tschirnhaus, bei dem Böttger als Gehilfe gearbeitet hatte. Böttger war Leiter der Meißner Porzellanmanufaktur. Er starb 1719 in Armut.
Ein Böttger-Denkmal wurde am 17.10.1891 auf der Neugasse enthüllt und im April 1912 an die Talstraße gegenüber der Porzellanmanufaktur umgesetzt.
Am Bogen
in Meißen-Bohnitzsch von Karl-Marx-Straße zum Dieraer Weg
Wahrscheinlich ist die Straße nach sich selbst benannt, weil sie bogenförmig angelegt wurde am Berghang, der in den 1930er Jahren mit Siedlungshäusern bebaut wurde.
Beethovenstraße
zweigt von der Grundmannstraße in Meißen-Oberspaar ab
In Meißen wurde nach 1945 erst eine andere Straße als
Beethovenstraße benannt, und zwar in Zaschendorf die frühere Jägerstraße / Hausenstraße. Als sich zeigte, daß jene Straße im Kasernengelände der Roten Armee / Sowjetarmee nicht mehr zugänglich sein würde, benannte man dann diese Straße in Oberspaar nach Beethoven.
Ludwig van Beethoven
(* 17.12.1770 Bonn, † 26.03.1827 Wien)
Komponist, lebte in Wien, allgemein bekannt und weltberühmt
Grundmannstraße
Meißen-Niederspaar, kreuzt die Rote Gasse und mündet in die Hohe Straße ein
Vor der Eingemeindung von Niederspaar zu Meißen am 01.01.1908, als Niederspaar also noch selbständig war, gab es hier die Straßenbezeichnung Elisenstraße (nur der von der Roten Gasse in Richtung Elbhang gehende Teil).
Die Straßenbenennung Grundmannstraße bezieht sich auf Prof. Otto Grundmann, geboren 1844 in Meißen, gestorben am 27.08.1890 in Dresden; Kunstmaler, war in Boston /USA Direktor der Kunstakademie; enge Beziehungen zu seiner Heimatstadt Meißen; Der Meißner Realschule stiftete er wertvolle Lehrmittel für ihre Sammlungen.
Dr.-Donner-Straße
von Wilsdruffer Straße zur Marienhofstraße
Dr.phil. Carl Rudolph Donner
(* 03.05.1817 Meißen, † 15.07.1898 Meißen, Grab an der Martinskapelle)
überlies der Stadt Meißen sein Haus, seine Gartenanlage und sein Barvermögen als Legat zur Errichtung einer "Heimstätte für Genesende". Die Einweihung des städtischen Genesungsheims "Dr.-Donner-Stift" erfolgte am 10.08.1899.
Elbstraße
vom Markt bis zur Elbbrücke
1536 erstmals als "Elbgasse" erwähnt, im 17.Jahrhundert vorübergehend "Brückengasse" genannt, später gab es mitunter in der Bezeichnung eine Trennung durch den heutigen Heinrichsplatz in Kleine Elbgasse (oben) und Große Elbgasse (unten) oder
Obere Elbgasse und Untere Elbgasse.
1865 erfolgte die Pflasterung der Elbgasse. Etwa ab 1895 wurde die Gasse zur Straße aufgewertet, und hieß nun Elbstraße.
Die heute nicht mehr vorhandenen Häuser Elbstraße 19 bis 24
führten früher die Adreßbezeichnung "Auf der Elbbrücke".
Am 06.05.1975 wurde die Elbstraße umbenannt in Willy-Anker-Straße.
Mit der Schreibweise des Vornamens gibt es Widersprüche, Willy oder Willi.
Willi Anker,
lebte 17.01.1885 - 04.06.1960, Grab auf dem Friedhof Nossener Str. in Meißen,
Drechsler, Politiker, 1907 SPD, 1923-1933 Vorsitzender der Meißner SPD, ab 1933 Verhaftungen, Polizeiaufsicht, Konzentrationslager, Arbeit als kaufmännischer Angestellter, 1944 erneute Verhaftung; Er verschaffte sich am 06.05.1945 Zutritt zu einer Stadtratstagung und rief danach vom Balkon des Rathauses aus einigen Leuten zu, in der Stadt zu bleiben, obwohl Evakuierung befohlen war.
Bis 1991 bestand deshalb am Rathaus eine Gedenktafel an Willi Anker.
1945 bis 1950 war er zweiter Bürgermeister von Meißen
Am 26.10.1990 beschloß der Stadtrat die Rückbenennung der
Willy-Anker-Straße in Elbstraße, und das trat ab 01.01.1991 in Kraft.
Nach Willy Anker war auch eine Schule benannt, an der Querstraße oben am Kalkberg, erbaut 1975, Abriß geplant 2009
Wettinstraße
am linken Ufer der Triebisch entlang von der Talstraße gegenüber der Einmündung Böttgerstraße, die Kerstingstraße kreuzend, bis zur Neugasse
1877 wurde der Triebischdammweg angelegt. 1884 begannen die Vorarbeiten zum Ausbau des Triebischdammweges als Straße. Um 1892 erfolgte die Umbenennung von "Triebischdammweg" in "Wettinstraße" im Zusammenhang mit Einführung der Straßen-Hausnummern. 1902 wurde der Turnplatz (am heutigen Käthe-Kollwitz-Park) aufgefüllt zwecks Durchführung der Wettinstraße bis zur Neugasse.
Die Wettinstraße ist benannt nach dem
Fürstengeschlecht der Wettiner,
diese wiederum haben den Namen von ihrer einstigen Stammburg Wettin an der Saale nordwestlich von Halle.
Die Wettiner waren seit 1089 fast durchgängig Markgrafen von Meißen. 1423 erhielten sie zusätzlich die sächsische Kurwürde. 1806 wurden sie durch den französischen Kaiser Napoleon vom Kurfürst zum König aufgewertet. Der letzte König von Sachsen mußte 1918 abdanken.
Nach 1990 sind hier in Sachsen einige Nachkommen erschienen um Kunstgegenstände "zurück" zu fordern, die sie zu Geld machen wollen.
Am 16.05.1945 wurde die Wettinstraße in Karl-Liebknecht-Straße umbenannt.
Karl Liebknecht
(* 13.08.1871 Leipzig, † 15.01.1919 Berlin)
Sozialdemokrat, lehnte als einziges Reichstagsmitglied 1914 die Kriegskredite ab, Leitung des Spartakusbundes zusammen mit Rosa Luxemburg, Mit-Begründer der KPD, wurde 1919 in Berlin-Tiergarten von rechtsgerichteten Offizieren erschossen;
1996 Rückbenennung der Karl-Liebknecht-Straße in Wettinstraße
Mitte März bis Dezember 2004 Neubau der Stützmauer entlang der Triebisch, anschließend Instandsetzung der Wettinstraße, offizielle Freigabe am 11.01.2006
Roßmarkt
übergang der Gerbergasse in die Neugasse, von dort abgehend
Marktgasse, Fleischergasse und Hahnemannsplatz
Vormals wurde dieser Raum ganz allgemein als "Vor dem Fleischertore" oder "Bei dem Kuttelhofe" benannt
(Kuttelhof = altes Schlachthaus, 1879 abgerissen).
Bis 1835 war das Gebiet ein ungepflegter Grashang am Mühlgraben. Damals erfolgte dort der Abbruch von zwei Toren in der Stadtmauer, Fleischertor und Jüdentor. Kurz danach erhielt der Mühlgraben in diesem Bereich eine Mauereinfassung mit Zugang zum Graben (sogenannte Schöpfe).
1836 wurde der Platz aufgefüllt und gepflastert. 1848 wurde die Benennung Roßplatz eingeführt. 1857 erfolgte die überwölbung des Mühlgrabens am Roßplatz sowie Auffüllung des Platzes um 50 cm und neue Pflasterung.
Sept.-Okt. 1877 wurde der Roßplatz nochmals um 50 cm erhöht und wieder neu gepflastert.
Am 06.05.1975 wurde der Roßplatz zusammen mit Gerbergasse und Neugasse umbenannt in Straße der Befreiung
(siehe Neugasse).
Bei der Auflösung der "Straße der Befreiung" am 01.01.1991
bekamen Gerbergasse und Neugasse ihre alten Namen zurück,
der ehemalige "Roßplatz" aber erhielt eigenartigerweise den neuen und in der Bevölkerung unbekannten Namen "Roßmarkt".
Rote Stufen
Die Roten Stufen führen vom Ende der Burgstraße hinauf zur Freiheit (Afrakirche, Fürstenschule).
ältere Bezeichnungen waren wohl "Steig nach St.Afra" oder Schulsteig. 1788 wurden die "afranischen Kirch- oder rothen Stufen" genannt. Sie waren aus rotem Sandstein gemacht in der 2.Hälfte des 18.Jahrhunderts. Die Bezeichnung "Rote Stufen" bürgerte sich im 19.Jahrhundert ein. Vor der Rechtschreibreform vom 01.01.1903 wurde "Rothe Stufen" geschrieben.
Hundewinkel
Die Bezeichnung Hundewinkel ist keine offizielle Straßenbenennung, sie existiert nur in der Umgangssprache der Meißner. Gemeint ist damit die Stelle, wo die Görnische Gasse in die Fleischergasse einmündet.
Görnische Gasse 1, 40, 41, 42 sowie Fleischergasse 10 und 11
Der Hundewinkel führte auch 'mal die Bezeichnung Görnischer Platz.
Er wurde 1684 als "Hundemarkt" erwähnt. Dies soll ein Scherzname sein, angeblich wurden dort keine Hunde gehandelt. In den 1990er Jahren wurde trotzdem ein Hundedenkmal aufgestellt. Die Straßenbezeichnung "Görnischer Platz" ging 1890/1892 über in die
"Görnische Gasse".
Kerstingstraße
eine der vier Querverbindungen zwischen Talstraße und Wettinstraße (Kerstingstraße, Karl-Niesner-Straße, Moritzstraße, Lessingstraße); die Kerstingstraße findet über der Triebisch Anschluß an Hirschbergstraße und
Neumarkt
Im November 1898 war Baubeginn der Straße und im Oktober 1899 Baubeginn der Brücke über die Triebisch in Stahlbeton, über diese Brücke wurden die Schienen für die Güterstraßenbahn verlegt. Im Zusammenhang mit dem Bau
der Brücke wurden in diesem Bereich die hohen Ufermauern beiderseits der Triebisch errichtet sowie der an die Brücke anschließende Teil der Hirschbergstraße fertiggestellt.
Am 01.01.1900 erfolgte die Straßentaufe als König-Albert-Straße und der König-Albert-Brücke.
König Albert
(* 23.04.1828 Dresden, † 19.06.1902 Schloß
Sybillenort bei Breslau, beigesetzt in der Katholischen Hofkirche Dresden )
König von Sachsen 1873 bis 1902, aus dem Hause Wettin
Am 28.10.1912 wurde an dieser Straße das König-Albert- Standbild im Albert-Park enthüllt unter Anwesenheit von Alberts Neffen König Friedrich August III. Dieses Standbild ist 1945 entfernt worden, später errichtete man auf dem Sockel ein Mahnmal für die Opfer des Faschismus.
(Einweihung 22.06.1958)
Am 21.12.1922 wurde die König-Albert-Straße umbenannt in Parkstraße.
Den Namen Parkstraße gab es vorher schon oben in Spaar, die dortige bisherige Parkstraße wurde in Teichertstraße umbenannt (später Berglehne).
Der Name Parkstraße kommt von der Parkanlage, die dort 1903 angelegt wurde, auf dem Gelände des ehemaligen Stadtfriedhofes (1536-1873). Dieser Park wurde erst Albertpark benannt und später Käthe-Kollwitz-Park.
Unter den Nazis wurden die meisten Umbenennungen aus den 1920er Jahren rückgängig gemacht, und man kam hier zum Name Albertstraße, der König wurde weggelassen.
Wahrscheinlich wurde die Albertstraße nach 1945 wieder in Parkstraße zurückbenannt und spätestens 1950 in Kerstingstraße umbenannt (? 1947).
Georg Friedrich Kersting
(* 31.10.1785 Güstrow, † 01.07.1847 Meißen, Grab auf dem damaligen Stadtfriedhof hinter dem Ende der Neugasse)
Kersting war Maler, ausgebildet in Kopenhagen, dann in Dresden tätig.
1818 bis 1845 war er Malervorsteher der Königl. Porzellanmanufaktur Meißen, die damals in der Albrechtsburg war. An Kersting erinnert eine Gedenktafel an seinem Wohnhaus Domplatz 10.
Hahnemannsplatz
diese Straße (kein Platz) läuft vom Roßplatz über die Triebisch bis Neumarkt / Poststraße
Am Ende der Fleischergasse gab es früher das Fleischertor in der Stadtmauer, von dort aus führte der Weg weiter über den Mühlgraben am heutigen Roßplatz, dann kam der Schlachthof, damals Kuttelhof genannt, und dahinter war die Triebisch. Dort hat es bereits in der ersten Hälfte des 16.Jahrhunderts einen Steg über die Triebisch gegeben. Durch die Fleischer und den Kuttelhof war alles nach Fleisch benannt, die Straße hinter der Triebisch hieß deshalb "über dem Fleischsteg".
Am 11.04.1855 wurde die Straße "über dem Fleischsteg" umbenannt in "Hahnemannsplatz" anläßlich des 100.Geburtstags Hahnemanns.
Dr. Samuel Hahnemann
(* 10.04.1755 Meißen, † 02.07.1843 Paris)
Sohn eines Meißner Porzellanmalers, war von 1770 bis 1775 Schüler der Fürstenschule Meißen, dann in Leipzig und Wien, 1785 kam er als Arzt nach Dresden, 1805 nach Torgau, 1810 gab er sein erstes Werk über Homöopathie heraus, 1821 Leibarzt des Herzogs von Anhalt-Köthen, ab 1835 in Paris.
Hahnemann begründete die Homöopathie (Arzneikunst mit Minimalmengen, heilt ähnliches mit ähnlichem), Ehrenbürger der Stadt Meißen seit 1841. Sein Geburtshaus stand an der Ecke des heutigen Hahnemannsplatzes zum Neumarkt. Es ist längst durch ein neueres Gebäude ersetzt, aber selbst an diesem gibt es eine Hahnemann-Büste, einst gestiftet von Wilmar Schwabe.
In Meißen gibt es außerdem ein Hahnemann-Denkmal an der Nicolaikirche.
1861 wurde anstelle der 1860 zerstörten "Fleischbrücke" eine neue steinerne Brücke dem Verkehr übergeben und zu Ehren des damals regierenden sächsischen Königs Johann "Johannesbrücke" genannt, "J" im eisernen Brückengeländer.
Im Oktober 1901 erfolgte eine Auffüllung und Pflasterung des Hahnemannsplatzes, das ursprüngliche Niveau der Straße ist noch zu sehen an den tieferliegenden Hauseingängen in Nr.8 und Nr.20.
Man kann mitunter beobachten, wie seit 1990 unter der westdeutschen Fremdherrschaft versucht wird, das sächsische Genitiv-S aus dem Straßennamen zu verdrängen, Hahnemannplatz las man z.B. Anfang der 1990er Jahre im Telefonbuch, obwohl es fast 150 Jahre lang Hahnemannsplatz geheißen hat.
Beim Heinrichsplatz scheint es solche Bestrebungen noch nicht zu geben, da gibt es das s noch.
Leschnerstraße
eine der sechs Querverbindungen zwischen Ossietzkystraße und Jaspisstraße (Ilschnerstraße, Köhlerstraße, Leschnerstraße, Kühnestraße, Wiesandstraße,
Am Triebischwehr)
Eduard Leschner
(* 17.04.1807 Freiberg, † 28.10.1878 Meißen)
Kaufmann, Stadtrat und Ehrenbürger in Meißen,
Wohltäter der Stadt Meißen (Leschner-Stiftung)
Etzlerstraße
von Jacobistraße, Ecke Wiesandstraße, die Kühnestraße schräg kreuzend bis zur Leschnerstraße
1890/92 Benennung Etzlerstraße
Carl Heinrich Etzler
(* 1801, † 27.05.1856)
Kaufmann, Bankier und Stadtrat in Meißen. Er erwarb sich Verdienste um die 1828 erfolgte Gründung der städtischen Sparkasse.
Köhlerstraße
eine der sechs Querverbindungen zwischen Ossietzkystraße und Jaspisstraße (Ilschnerstraße, Köhlerstraße, Leschnerstraße, Kühnestraße, Wiesandstraße, Am Triebischwehr)
05.04.1910 Einweihung des Armen- und Arbeitshauses an der neuangelegten (Henriette-) Köhlerstraße im Triebischtal
Henriette Köhler,
lebte 1806-1885 und war eine Meißner Wohltäterin. Nach ihr ist in Meißen die Köhlerstraße benannt. Nach ihrem Sohn Justus Köhler sind die Justusstufen benannt.
Kohrockstraße
in Meißen-Zscheila, führt von der Mannfeldstraße zur Trinitatiskirche.
Johann Wilhelm Kohrock
(* 05.05.1852 Süss bei Nentershausen /Hessen, † 29.04.1907 Zscheila bei Meißen)
Privatus, Gemeindeältester, Gründer und Stifter der Feuerwehr zu Zscheila, Grab in Meißen-Zscheila
Kruspestraße
Abzweig vom Kalkberg in Meißen-Spaar
Hermann Kruspe,
1864 geboren, Pfarrer an der Frauenkirche Meißen von 1899 bis 1930, Abgeordneter im sächsischen Landtag, berief am 06.05.1900 den Arbeiter-Bauverein Meißen ins Leben, förderte die Errichtung gesunder preiswerter Volkswohnungen
Kühnestraße
eine der sechs Querverbindungen zwischen Ossietzkystraße und Jaspisstraße (Ilschnerstraße, Köhlerstraße, Leschnerstraße, Kühnestraße, Wiesandstraße, Am Triebischwehr)
1890/92 Benennung Kühnestraße
Gotthelf Kühne
Kaufmann, 1875 in Leipzig verstorben, errichtete Stiftungen für wohltätige gemeinnützige Zwecke
Joachimstal
zweigt von der Großenhainer Straße ab,
bis Zscheilberg / Zscheilaer Straße
Der obere Teil dieser Straße wird im Adreßbuch 1904 noch als "Grenzstraße" bezeichnet. Es war die Grenze zwischen Meißen-Cölln und Zscheila.
Die Bezeichnung "Joachimstal" bezieht sich auf den
kurfürstlichen Prokuratorverwalter Joachim Peck. Ihm gehörten im 17.Jahrhundert das am Zscheilberg gelegene Gut und die meisten der am Hang sich hinziehenden Weinberge.
Kurt-Hein-Straße
von der Dresdner Straße zur Cöllner Straße
Die Straße wurde um 1890 in Cölln als Kaiserstraße angelegt. Es heißt, daß ein kaisertreuer Stadtrat diesen Namen ersann als Huldigung an die Hohenzollern als deutsche Kaiser (1871-1918).
Die bekannteste Einrichtung in der Kaiserstraße war die Konditorei "Kaiser-Café", betrieben durch die Familie Schreiber. Diese ist heute noch vorhanden als "Café Schreiber".
Wahrscheinlich war nach dem Krieg 1945 vorgesehen, die
Kaiserstraße in Maxim-Gorki-Straße umzubenennen, dies unterblieb, es müßte aber bei den Anwohnern schon bekannt gewesen sein.
Umbenennung der Kaiserstraße in Kurt-Hein-Straße wahrscheinlich am 16.07.1945, jedoch spätestens 1950.
Kurt Hein, ein Meißner Antifaschist, KPD,
geboren am 06.05.1890 in Meißen, umgekommen am 31.03.1945 im Zuchthaus Waldheim
Am hohen Gericht
ein Abzweig des Kynastweges, beide Enden gehen vom Kynastweg ab
Der Name kommt von der hohen Gerichtsbarkeit, die die Stadt Meißen einst hatte. Im Garten des heutigen Grundstückes "Am hohen Gericht" Nr.2 befand sich auf einem Hügel bis 1830 der Galgen (Radgalgen). Die letzte Hinrichtung erfolgte dort 1829.
Am Lommatzscher Tor
beginnt an der Stelle, wo Hohlweg, Nossener Straße und Freiheit zusammentreffen
Hier hat das Lommatzscher Tor gestanden, Stadttor für den Weg nach Lommatzsch, 1826 abgebrochen
Die heutige Straße "Am Lommatzscher Tor" führt außerhalb der damaligen Stadtmauer hinab bis zur Jahnastraße (nach links) bzw. Meisastraße (nach rechts).
Brauhausstraße
von Dresdner Straße zur Fabrikstraße
1897 Bau der Gebäude und 1898 Einrichtung der Unions-Brauerei durch die Gebr. Bahrmann an der danach benannten Brauhausstraße in Cölln. Anschließend
Stillegung der Brauerei an der Meißner Stadtkirche (heute noch als Brauhaus bezeichnet).
Die Brauerei heißt seit 1915 Schwerter-Brauerei. 1990 wurde sie stillgelegt und es gab dann 1997 einen Neubau in Zaschendorf.
Die Konkurrenz der Schwerter-Brauerei in Meißen war die
Felsenkeller-Brauerei. In der DDR-Zeit gab es keine Konkurrenz, nur eine Funktionseinteilung, die Schwerterbrauerei machte das Faßbier für die Gaststätten und die Felsenkellerbrauerei das Flaschenbier für die Läden.
An der Brauhausstraße wurde auch das Elektrizitätswerk von Meißen errichtet (Strom aus Kohle, die durch die Eisenbahn herangefahren wurde), Baubeginn März 1910 und Inbetriebnahme am 03.04.1911, heute längst nicht mehr in Betrieb.
Domplatz
Innengelände auf dem Burgberg
Das Bistum Meißen wurde 968 gegründet. Man war bemüht, auch eine beeindruckende Bischofskirche, einen Dom, zu errichten, auf dem Meißner Burgberg.
Der erste Bau (begonnen im Jahr 1006) war im romanischen Baustil. Etwa ab 1270 begann Abtragen und Neubau im gotischen Stil. Der Dom soll damals drei Türme gehabt haben, die 1547 durch Blitzschlag zerstört wurden, es gibt keine grafische Darstellung. 360 Jahre lang war dann der Dom durch die fehlenden Türme von der Stadt aus und vom umliegenden Gebiet kaum zu sehen.
Am 10.10.1581 trat der letzte katholische Bischof von Meißen, Johann IX von Haugwitz, von seinem Amt zurück, wurde evangelisch und heiratete. Seine weltlichen Herrschaftsbefugnisse übergab er dabei dem bereits evangelisch gewordenen Domkapitel, das am gleichen Tage den sächsischen Kurfürsten zum neuen Stiftsherrn wählte. Damit hörte das im Jahre 968 gegründete Bistum Meißen zu bestehen auf. Es begann die Geschichte des evangelischen Hochstifts
Meißen.
1908 wurden für den Dom die neuen Westtürme vollendet, Dombaumeister Karl Schäfer. Sie bestimmten nun die neue Silhouette des Burgberges und sind das Wahrzeichen Meißens.
Burgstraße
so etwas wie die Hauptstraße der Altstadt von Meißen,
vom Markt in Richtung Burg, geht in den Hohlweg über
Bei Erdarbeiten in der Burgstraße wurde 1991 eine mit Eichenbohlen belegte Straße aus dem Jahre 1109 gefunden.
Die Burgstraße hieß früher Burggasse, 1288 wurde diese Bezeichnung erstmals genannt, etwa um 1890 erfolgte die Aufwertung von der Gasse zur Straße, ähnlich wie bei der Elbstraße, wahrscheinlich durch Geschäftsleute aus Prestigegründen initiiert.
Niederfährer Straße
von Hafenstraße, die Zscheilaer Straße unterhalb des Krankenhausberges kreuzend bis zur Vorbrücker Straße
Die Niederfährer Straße hieß früher Friedrich-August-Straße.
Friedrich August
Name von mehreren Fürsten aus dem Hause Wettin, gemeint ist hier wahrscheinlich König Friedrich August III,
lebte 25.05.1865 bis 18.02.1932, König von Sachsen vom 15.10.1904 bis zu seiner Abdankung am 13.11.1918.
Am 21.12.1922 gab es eine Namenveränderung,
die Friedrich-August-Straße wurde zur Niederfährer Straße,
und die bisherige Niederfährer Straße wurde zur
Bartholomäusstraße (später August-Bebel-Straße).
In der Nazi-Zeit wurde die Niederfährer Straße wieder
in Friedrich-August-Straße zurückbenannt,
und am 16.05.1945 wurde umgekehrt diese Friedrich-August-Straße wieder in Niederfährer Straße zurückbenannt.
Die Benennung erinnert an die Gemeinde Niederfähre, die in dieser Gegend gelegen hat. Am 01.01.1887 wurde Niederfähre und Vorbrücke zusammengeschlossen zur Gemeinde Niederfähre- Vorbrücke, am 01.01.1890 wurde dies und Grünaue mit der Landgemeinde Cölln zur Großgemeinde Cölln zusammengeschlossen, und am 01.01.1901 kam alles zu Meißen.
Zur Namens-Erklärung Niederfähre gibt es einen interessanten Forschungsbericht von Hans-Jürgen Pohl, der darstellt, daß es vor Errichtung der Elbbrücke gegenüber von Meißen zwei Fähr-Punkte gab, Niederfähre und Oberfähre, also das Fährboot fuhr in Meißen-links etwa dort ab, wo heute der Elbkai ist, und trieb natürlich in Flußrichtung etwas abwärts (Niederfähre), dann wurde es am rechten Ufer elbaufwärts gezogen und bei der Rückfahrt, wieder in Flußrichtung getrieben, kam es an der Ausgangsstelle an.
Max-Dietel-Straße
von der Zaschendorfer Straße zur Kreyerner Straße
Die Max-Dietel-Straße hieß früher "Am Fürstenberg" und dann "Fürstenberg", in der Umgangssprache der Bevölkerung heißt sie heute noch so.
Die Bezeichnung Fürstenberg kommt daher, weil dort an den Hängen des Spaargebirges einst ein kurfürstlicher Weinberg war, wie übrigens auch in Zscheila, der Berg mit der Zscheilaer Kirche hieß ganz früher auch einmal Fürstenberg, und zwischen den beiden Fürstenbergen lag der Fürstenteich.
1906 wurde der westliche Teil des Fürstenberges in einen Stadtpark umgewandelt (Ende der 1980er Jahre verwüstet). 1909 wurde der südliche Weinberg an der Flurgrenze Cöllns zu Zaschendorf zum Neuen Johannesfriedhof.
1912 erhielt der Straßenanteil von Meißen-Cölln zwischen Zaschendorfer Straße und Friedhofseingang die amtliche Bezeichnung "Friedhofstraße", jedoch entschied man sich nach der baulichen Erschließung auch des Zaschendorfer und Oberspaarer Fluranteils Ende der 1920er Jahre wieder für die durchgehende Benennung "Fürstenberg".
1949 wurde der "Fürstenberg" umbenannt in "Max-Dietel-Straße".
Max Dietel
(* 30.10.1893 Meißen, † 1943)
war Arbeiter in den Meißner Plattenwerken (Teichert), SPD-Mitglied, Antifaschist.
Unter dem Nazi-Regime wurde er verhaftet, angeblich wegen Abhören von ausländischen Radiosendern. Er wurde anfangs zu sechs Jahren Zuchthaus und später zum Tode verurteilt. 1943 wurde er in Berlin-Plötzensee hingerichtet, nach anderen Darstellungen in Brandenburg.
Am Straßenschild (1995) stand es sei am 12.10.1943 gewesen, Ortschronist Gerhard Steinecke schreibt, es sei der 01.11.1943 gewesen.
Nach Max Dietel war in Meißen auch der größte Betrieb benannt, das Plattenwerk (viele Betriebsteile im Stadtgebiet), und damit im Zusammenhang auch das Kulturhaus des Plattenwerkes an der Bahnhofstraße (ehemaliger Kaisergarten, in den 1990er Jahren durch die Sparkasse beseitigt).
Gellertstraße
verbindet auf dem Plossen die Wilsdruffer Straße mit der
Marienhofstraße
Christian Fürchtegott Gellert
(* 04.07.1715 Hainichen, † 13.12.1769 Leipzig)
war von 1729 bis 1733 Schüler der Meißner Fürstenschule,
später war er Professor für Poesie und Moral an der Universität Leipzig.
Im Mai 1769 besuchte er als Gast seinen ehemaligen Schüler
Ernst Haubold v.Miltitz auf Schloß Oberau bei Meißen. Sie wanderten dort auch auf die Anhöhe mit dem Blick über die Nassau nach Meißen, vorher Gipshügel, nachher Gellertberg genannt.
Gerichtsweg
in Meißen-Bohnitzsch,
von der Großenhainer Straße zur Berghausstraße
Die Straße entstand im Verlauf der erweiterten Bebauung auf Bohnitzscher Flur am Ende des 19.Jahrhunderts und hieß erst "Georgstraße".
Wahrscheinlich wurde sie benannt nach
dem sächsischen König Georg,
(* 08.08.1832 Pillnitz, † 15.10.1904)
regierte 1902-1904 nach dem Tod seines Bruders König Albert
Unwahrscheinlicher ist die Benennung nach einem Heiligen Georg. Die nahegelegene Zscheilaer Kirche hieß vor der Reformation Georgskirche.
Am 21.12.1922 wurde die "Georgstraße" in "Gerichtsstraße" umbenannt, später dann in "Gerichtsweg".
Die Namensgebung hängt damit zusammen, daß diese Gegend über Jahrhunderte hinweg zur Rittergutsherrschaft Proschwitz gehörte, die auch die Gerichtsbarkeit ausübte, und hier oben in Bohnitzsch auf dem Berghang stand einst der Galgen, das Hochgericht.
Jägerstraße
Die Jägerstraße zweigt von der Heinrich-Heine-Straße ab, etwa gegenüber der Schanzenstraße, hinunter bis zur Ziegelstraße. Sie lag lange Zeit im Gelände der Zaschendorfer Kaserne.
Der Name Jägerstraße kommt von Jägerkaserne bzw. Jägerbataillon.
1912 wurde mit dem Bau der Jägerkaserne begonnen (Zaschendorfer Kaserne), die das 2. Königl. Sächsische Jägerbataillon beziehen sollte, jedoch kam es wegen dem Weltkrieg anders, 1922 wurde die Kaserne Polizeischule.
Der Wirt des Zaschendorfer Gasthofs hatte in Erwartung der Soldaten aus dem Jägerbataillon seinen Gasthof in Jägerhof umbenannt, und eine Straße an der Kaserne entlang nach unten wurde später als Jägerstraße bezeichnet. Vorher hieß sie jedoch anders, nämlich Hausenstraße.
benannt nach:
Max Clemens Lothar Freiherr von Hausen (lebte 1846-1922),
vormaliger Meißner Jäger (1867-1882 lag schon einmal ein Jägerbataillon in Meißen in Garnision), v.Hausen war 1912-1914 Staatsminister und Minister des Krieges in Sachsen, Generaloberst der sächsischen Armee; unter seinem Befehl wurde 1914 die gesamte sächsische Armee geschlossen als 3.Deutsche Armee in den Krieg geschickt.
Am 21.12.1922 erfolgte die Umbenennung der Hausenstraße in Jägerstraße, und später in der Nazi-Zeit die Rückbenennung in Hausenstraße.
Am 16.05.1945 wurde die Hausenstraße in Beethovenstraße umbenannt. Jedoch zeigte sich, daß dieses Gelände durch die Rote Armee (hieß ab 1946 Sowjetarmee) besetzt blieb und für die Stadt nicht zugänglich war. Den Namen Beethovenstraße bekam deshalb eine andere Straße oben in Spaar. Als nach 1992 die Kaserne vom Militär verlassen wurde, hat man diese Straße wieder erschlossen und wieder Jägerstraße genannt.
Heinrich-Heine-Straße
Verlängerung der Zaschendorfer Straße, von der Flurgrenze
Zaschendorf (gehört seit 01.01.1912 zu Meißen) bis Flurgrenze Sörnewitz,
Die Straße von Meißen über Zaschendorf, Weinböhla nach Moritzburg führte schon lange Zeit da entlang. Sie hieß Moritzburger Straße. 1912 kam Zaschendorf zu Meißen.
1914 wurde die Jägerkaserne fertiggestellt.
Im Dezember 1916 wurde die Moritzburger Straße umbenannt in Hindenburgstraße.
Paul von Beneckendorff und von Hindenburg
(* 02.10.1847 Posen, † 02.08.1934 Neudeck)
Generalfeldmarschall, 1916-1919 Chef der Obersten Heeresleitung (OHL), 1925-1934 Präsident des Deutschen Reiches
Am 26.07.1922 wurde die Hindenburgstraße wieder in Moritzburger Straße zurückbenannt und im März 1933 wieder Hindenburgstraße benannt.
16.05.1945 Umbenennung der Hindenburgstraße in Heinrich-Heine-Straße
Heinrich Heine
(* 13.12.1797 Düsseldorf, † 17.02.1856 Paris)
deutscher Dichter und Journalist, 1831 emigriert,
bekannt durch Lyrik (Buch der Lieder) und politische Satire
(Deutschland, ein Wintermärchen)
Ferdinandstraße
zweigt nichtdurchführend von der Niederauer Straße ab etwa gegenüber der Einmündung Karlstraße
Die Ferdinandstraße wurde benannt nach dem hier errichteten Produktionsgebäude der "Ferdinand Thürmer Pianofortefabriken"
(in der DDR-Zeit Möbel-Werk, in den 1990er Jahren Hotel und Grundbuchamt)
Gerbergasse
eine der vom Straßenverkehr am meisten belasteten Straßen,
von der Elbstraße an der Elbbrücke bis zum Roßplatz,
geht dort über in die Neugasse
Als Bezeichnungen für diese Straße liest man "Auf dem Graben hinterm Kloster" (1561), "Am Mühlgraben hinter der Schule" (1583), "Auf dem Graben unter dem Kuttelhofe" (1606), später kurzweg "Auf dem Graben".
Der offene Stadtgraben (Mühlgraben) wurde 1850-1860 überbaut und für den Verkehr erschlossen. Dann kam in der 2.Hälfte des 19.Jh die Bezeichnung "Gerbergasse" auf, obgleich schon 1563 dort Gerber wohnten.
1865 erfolgte die Pflasterung der Gerbergasse.
Früher standen vier Gerbhäuser an der Triebisch und am Stadtgraben. Hier wurden die Tierhäute gewaschen und geweicht.
Am 06.05.1975 wurde die Gerbergasse zusammen mit Roßplatz und Neugasse umbenannt in Straße der Befreiung,
Rückbenennung der Gerbergasse am 01.01.1991
Justusstufen
von Görnischer Gasse hinauf zur Turnhalle
Sie wurden im April 1883 vom Verschönerungsverein angelegt durch eine Schenkung von Frau Leihbibliothekar Henriette verw. Köhler (siehe
Köhlerstraße
) zum Gedächtnis an ihren Sohn Justus Köhler, der den
Blick vom Jüdenberg auf Meißen besonders geschätzt hatte. Er war Versicherungsinspektor in New York und verstarb während einer überfahrt auf dem Schiff am 09.02.1882.
Schreberstufen
verbinden das Rauhental mit "An der Schreberstraße" und "Justusstufen"
Die Stufen hießen früher "Bismarckstufen" (hinauf zum Bismarckdenkmal) und wurden am 16.05.1945 in "Schreberstufen" umbenannt, 1999 erneuert.
Name Bismarck siehe
Wilhelm-Walkoff-Platz
Name Schreber siehe
Schreberstraße
An den Katzenstufen
eine Straßenbezeichnung oben in Proschwitz,
eingemeindet zu Meißen am 01.01.1994
Die Katzenstufen führen vom Winzerhaus (1945 zerschossen) in einer engen Schlucht hinauf nach Proschwitz. Der Bau der Katzenstufen (Katzenschluchttreppe) erfolgte im 18.Jahrhundert, Renovierung 1999 (Freigabe 30.09.1999).
Ein nahegelegener Felsen in den Weinbergen zwischen Katzenstufen und Heiligem Grund heißt "Katzensprung".
Sollten sich dort besonders viele Katzen aufgehalten haben? Das ist unwahrscheinlich.
Manche vermuten, der Name gehe zurück auf das Volk der
Chatten, die dort in der Völkerwanderung vorbeigezogen sein könnten, Phantasie ist immer gut für einen interessanten Ort.
Dann gibt es noch die Meinung, auf der Höhe sei einst eine slawische Kultstätte gewesen. Solche Orte wurden von den deutschen Eindringlingen in christlichem Glaubenseifer mit groben Namen beschimpft, um sie herabzusetzen, so auch Bocksberg und Katzensprung in Proschwitz.
Teichertring
an der Dresdner Straße gegenüber Einmündung Bergstraße,
1994 neu angelegt auf dem Gelände eines ehemaligen Plattenwerk-Betriebsteils,
am 26.10.1994 Beschluß im Stadtrat für Straßenname Teichertring
benannt nach der Meißner Fabrikantenfamilie Teichert
(Keramikindustrie, Teichertwerk, Plattenwerk),
ursprünglich aus Schlesien eingewandert,
Carl Teichert (1830-1871) und sein Bruder Ernst Teichert (1832-1886),
des letzteren Sohn Christian Teichert (1862-1904).
Nach den Teicherts war in Meißen auch die Teichertstraße benannt (später Berglehne).
Amtsstufen
führen vom Schloßberg hinauf zum Amtsgericht auf dem Burgberg;
das Gebäude des Meißner Amtsgerichts war ehemals Bischofspfalz;
seit 2007 befindet sich das Amtsgericht nicht mehr in diesem Gebäude;
Hirschbergstraße
vom Neumarkt, Einmündung Kerstingstraße, bis zur Flurgrenze Lercha, wird dort verlängert durch die Erlichtstraße
wurde ab Oktober 1878 am rechten Triebisch-Ufer als Zufahrt zum neuen Eisenbahnhaltepunkt Triebischtal ausgebaut und Eisenbahnweg genannt
1891 Umbenennung in Hirschbergstraße
Carl Richard Hirschberg
(* 11.11.1820 Leipzig, † 31.03.1886, Grab auf dem Nicolaifriedhof)
Jurist, 20.03.1859 bis 1886 Bürgermeister von Meißen,
von März 1871 bis Januar 1874 Reichstagsabgeordneter (Liberale Reichspartei);
schuf in Meißen moderne Infrastruktur für die aufstrebende Industriestadt, bewirkte Erschließung des Triebischtales, Bahnanschluß von Meißen u.a.m. Ein Denkmal für ihn befand sich im Stadtpark. Die ehemalige Bürgermeistervilla Hirschbergstraße 2 war einmal Sitz des Kulturbundes in Meißen.
Am 14.06.1953
Umbenennung der Hirschbergstraße in Philipp-Müller-Straße
Philip Müller (oder Philipp),
Mitglied von KPD und FDJ in Westdeutschland, er wurde erschossen am 11.05.1952 in Essen /Ruhr als Teilnehmer einer Jugendkarawane gegen die Remilitarisierung Westdeutschlands. Müller hat keinen Bezug zu Meißen.
September 1995
Rückbenennung der Philipp-Müller-Straße in Hirschbergstraße
Baderberg
verbindet die Burgstraße mit dem Theaterplatz
An der Ecke Theaterplatz / Baderberg war Anfang des 14.Jahrhunderts die erste Badestube Meißens. 1628 wird der Name "Baderberg" erstmals urkundlich erwähnt.
Der oberer Teil des Baderbergs hieß früher
Hospitalgäßchen oder Spitalgasse,
wegen dem Laurentius-Hospital (siehe
Lorenzgasse
).
An der Einmündung der Lorenzgasse in den Baderberg gab es auch die Straßenbezeichnung "Baderplatz", sie ging 1890/92 auf in "Baderberg".
Freiheit
vom Domplatz und Hohlweg bis zum Seelensteig
Dieses Gebiet hieß schon im 15.Jahrhundert "die Freiheit". Es umfaßte den Afraberg und den Schloßberg und enthielt diejenigen Häuser, welche als landesherrlicher (markgräflicher), kirchlicher, burggräflicher oder adeliger
Besitz befreit waren von der Gerichtsbarkeit der Stadt und ihren Steuern. 1847 wurde dieses Privileg abgeschafft.
Mitunter liest man, daß zwischen Schloß-Freiheit (Markgraf, Bischof, Burggraf) und Afra-Freiheit (Kloster St.Afra) unterschieden wurde.
Frauenstufen
vom Markt an der Frauenkirche neben Vincenz Richter bis zur Leinewebergasse, gehen dort in die Afrastufen über
1347 erstmals erwähnt,
benannt nach der Stadtkirche "Zu unseren lieben Frauen"
Lorenzgasse
zweigt vom Baderberg ab und mündet in die Leipziger Straße ein
Am Abzweig vom Baderberg stand früher das Laurentius-Hospital und die Laurentiuskirche. Im Laurentius-Hospital wurden Arme, Alte, Sieche und Waisenkinder betreut. Die Bezeichnung Lorenz ist ein deutscher Name für Laurentius, das war ein christlicher Märtyrer, wurde 258 n.Chr. lebendig verbrannt.
Die heutige Lorenzgasse wurde im 16./17.Jahrhundert
"Spittelgasse", "Spitalgasse" oder "Hospitalgasse" bezeichnet.
Louise-Otto-Straße
nichtdurchführende Straße, die von der Hafenstraße rechts abzweigt
In den Jahren 1874-1886 wurden dort Neubauten durch einen Baumeister Otto errichtet, und nach diesem wurde die entstehende Straße "Otto-Straße" genannt, der hatte aber nichts mit Luise Otto zu tun. Am 24.03.1919 wurde die Otto-Straße in Louise-Otto-Straße umbenannt anläßlich des 100.Geburtstags der Meißner Frauenrechtlerin
Louise Otto-Peters.
Louise Otto
wurde am 26.03.1819 in Meißen am Baderberg geboren,
sie begründete den Frauenrechtskampf, sie war Schriftstellerin und Dichterin. 1858 verheiratete sie sich mit Ludwig Peters aus Taura, der gleichfalls ein Kämpfer für Volksrechte war und 1848er Revolutionsteilnehmer. Ihre Bestrebungen führten 1865 zur Errichtung des "Bundes deutscher Frauenvereine" (Allgemeiner Deutscher Frauenverein). Sie starb am 13.03.1885 in Leipzig, Grabstein dort auf dem Alten Johannisfriedhof noch vorhanden. An sie erinnert in Meißen eine Gedenktafel an ihrem Geburtshaus Baderberg 2.
Außer der Louise-Otto-Straße ist nach ihr in Meißen auch
das Seniorenheim Rote Gasse 43 benannt.
Kynastweg
von der Nossener Straße zur Jahnastraße,
war Teil der Hauptverkehrsstraße B 101
Name nach dem dort gelegenen Kynastgut,
welches nach einem Meißner Bürgermeister Kynast benannt ist, der es 1543 erworben hatte
1932-1934 erfolgte der Bau der Kynastsiedlung
(Friedrich-Geyer-Straße, Neue Hoffnung, Unverhofft Glück, Grüner Weg, Hohe Sicht)
Vergleich mit anderen Orten:
Einen "Kynastweg" gibt es auch in Radebeul. Dort heißt ein Höhenzug in der Nähe des Rietzschkegrundes "Kynast".
In Berlin und Bielefeld gibt es eine "Kynaststraße".
Sonst aber steht der Name Kynast für die Burg Kynast (Zamek Chojnik) bei Agnetendorf im Riesengebirge, welche mit der Kunigunden-Sage verbunden ist, wo die Ritter über die Zinnen reiten mußten und in die Tiefe stürzten.
Grüner Weg
in der 1932-34 gebauten Kynastsiedlung, zweigt von der Geyer-Straße ab, nicht durchführend
Die Namensgebung Grüner Weg wird darauf zurückzuführen sein, daß diese Straße damals am Rand zu unbebautem Gebiet lag, an grüner Wiese angrenzend.
offene Bauweise einer Stadtrandsiedlung;
Hohe Sicht
in der 1932-34 gebauten Kynastsiedlung, die Straße "Hohe Sicht" bildet einen Bogen am Ende der Friedrich-Geyer-Straße
Der Name wird sich wohl auf die Lage beziehen, man hat von da oben aus einen guten Blick auf die Meißner Burg und das Umland.
Friedrich-Geyer-Straße
zweigt vom Kynastweg ab, sozusagen die Hauptstraße in der 1932-1934 gebauten Kynastsiedlung
(Friedrich-Geyer-Straße, Neue Hoffnung, Unverhofft Glück, Grüner Weg, Hohe Sicht)
Die Friedrich-Geyer-Straße hieß erst Markgraf-Dietrich-Straße.
Dietrich der Bedrängte aus dem Hause Wettin
(* vermutlich 1162, † 17.02.1221 durch Gift, letzte Ruhestätte Altzella)
Markgraf von Meißen 1197-1221, Dietrich stiftete 1197 das Kloster "Zum Heiligen Kreuz" in Meißen.
Dietrich ist auch auf dem "Fürstenzug" in Dresden abgebildet.
16.05.1945 Umbenennung der Markgraf-Dietrich-Straße in Friedrich-Geyer-Straße
Friedrich Geyer
(1855-1937)
aus Großenhain, regte 1876 die Gründung eines Sozialdemokratischen Arbeitervereins in Meißen an, am 31.01.1885 sprach er in Meißen vor etwa 200 Personen für die Gründung eines Arbeiterschutzvereins, Friedrich Geyer
war bis 1924 Reichstagsabgeordneter der SPD.
(in Telefonbüchern und Stadtplänen nach 1990 mitunter falsch als Wilhelm-Geyer-Straße bezeichnet)
Unverhofft Glück
und
Neue Hoffnung
in der 1932-34 gebauten Stadtrandsiedlung (Kynastsiedlung)
Die beiden Straßenbezeichnungen "Unverhofft Glück" und "Neue Hoffnung" erinnern an einen Bergbauversuch nach Silbererz auf der Flur Obermeisa 1710, also daß man unverhofft Glück hat und auf doch erhofftes Silber stößt,
ähnlich wie in Scharfenberg, aber hier hat es nicht geklappt.
Die Silbergruben ("Neuer Segen Erbstollen") sollen gute Hoffnung und Anbrüche gezeigt haben, wurden aber wegen allzu geringen Ertrages bald wieder aufgegeben.
Ludwig-Richter-Straße
von Großenhainer Straße fast gegenüber dem Bahnhof bis Vorbrücker Straße steil bergan
Adrian Ludwig Richter
(* 28.09.1803 Dresden, † 19.06.1884 Dresden)
spätromantischer Maler, der populärste Illustrator des Biedermeier, in unserer Gegend sehr beliebt;
nach Italienaufenthalt ab 1828 Zeichenlehrer an der Zeichenschule der Königlichen Porzellanmanufaktur Meißen,
die sich damals noch in der Albrechtsburg befand,
wohnte im Burglehenhaus Freiheit 2 (Gedenktafel),
ab 1835 Akademieprofessor in Dresden;
ruht auf dem Neuen Katholischen Friedhof Dresden, Bremer Straße
Am 04.06.1921 war in Meißen auf dem Domplatz ein Ludwig-Richter-Fest (Festzug, Domkonzert, Volksfest). Zum Domkonzert war die 84jährige damals einzig noch lebende Tochter Ludwig Richters mit ihrem Enkel anwesend.
Am 17.05.2003 fand in Meißen wieder ein Ludwig-Richter-Fest statt. Es wurden Figuren aus Richters Gemälde "Brautzug im Frühling" nachgestellt.
Lutherplatz
an der Zaschendorfer Straße, abzweigend von dort Lutherstraße, Johannesstraße und Kirchgasse
Pflanzung einer Luther-Linde am 10.11.1883 anläßlich des 400.Geburtstags von Martin Luther
Martin Luther
(* 10.11.1483 Eisleben, † 18.02.1546 Eisleben)
Augustinermönch in Erfurt, 1512 Professor der Theologie in Wittenberg, bekannt durch seine 95 Thesen gegen den Ablaßmißbrauch 1517, Kirchen-Reformator (Reformation, Beginn der evangelischen Kirche)
Nach Luther ist in Meißen benannt:
• Lutherkirche (Weihe 24.06.1904)
• Lutherstraße
• Lutherplatz
Außerdem ertönt seit 1929 jeden Tag u.a. die Melodie seines Liedes "Ein' feste Burg ist unser Gott" vom Porzellan-Glockenspiel der Frauenkirche am Markt.
(vor der Vereinigung von Meißen und Cölln gab es auch in Meißen-links einen "Lutherplatz", Platz hinter der Frauenkirche, siehe
An der Frauenkirche
)
Lutherstraße
von der Brauhausstraße bis zum Lutherplatz
benannt nach Martin Luther (zum Namen Luther siehe
Lutherplatz
)
Karl-Niesner-Straße
eine der vier Querverbindungen zwischen Talstraße und Wettinstraße
(Kerstingstraße, Karl-Niesner-Straße, Moritzstraße, Lessingstraße)
1871-1874 Bau der "Schulstraße", so genannt etwa seit der Eröffnung der Triebischtalschule 1877, im Einwohnerbuch erstmals 1887/88
etwa ab 1905 Benennung als "Robert-Kurtz-Straße"
Carl Robert Kurtz
(* 20.07.1838, † 05.08.1910)
Königlich Sächsischer Geheimer Kommerzienrat, Ehrenbürger der Stadt Meißen, Meißner Stadtrat und Fabrikant,
Chef der Kurtzschen Papierwarenfabrik Talstraße 80 (später genannt "Tütenklitsche" oder "Tütenpappe"), Grab an der Martinskapelle
16.05.1945 Umbenennung der Robert-Kurtz-Straße in Karl-Niesner-Straße
Karl Niesner
(* 23.04.1883 in Neustadt O.-S., † 08.11.1944 im KZ Sachsenhausen bei Oranienburg)
SPD-Stadtverordneter in Meißen 1925 bis 1933
An dieser Straße befand sich 1858-1967 das Gaswerk von Meißen, mit Anschluß an die Güterstraßenbahn von der Talstraße her für den Antransport der zur Gaserzeugung notwendigen Kohle.
Adlersteig
Der Adlersteig hat seinen Namen vom Gasthof "Zum Goldenen Adler". Es ist ein kurzes Fußgänger-Gäßchen mit Stufen, führt vom Dammweg unten an der Elbe hinauf zum ehemaligen Gasthof "Zum Goldenen Adler" in Niederfähre, Zscheilaer Straße 5 / Hafenstraße 1.
Dieser Gasthof hatte einst einige Bedeutung, war aber seit den 1970er Jahren eine Ruine, in den 1990er Jahren abgerissen.
Dieraer Weg
zweigt von der Großenhainer Straße ab bis zur Stadtgrenze von Meißen
der Dieraer Weg heißt so, weil er nach dem Ort Diera führt
Dresdner Straße
von Bahnhofstraße / Großenhainer Straße bis zur Flurgrenze Sörnewitz
Die Dresdner Straße heißt so, weil sie von Meißen-Cölln (also auf rechter Elbseite) über Coswig und Radebeul nach Dresden führt.
Sie heißt "Dresdner Straße", nicht nach westdeutscher Schreibart "Dresdener Straße".
1818 erfolgte die Höherlegung der Cöllner Dorfstraße und Ausbau zur Chaussee (Landstraße). Vorher wurde der Verkehr nach Dresden an der Elbe entlang geführt und ging bei Hochwasser über Zaschendorf.
Die Dresdner Straße in Meißen-Cölln ging bis kurz hinter die Einmündung Bergstraße, dann schloß sich die Dresdner Straße im Ort Niederspaar an (eingemeindet am 01.01.1908)
und ab Abzweig der heutigen Oberspaarer Straße folgte die Dresdner Straße in Oberspaar (eingemeindet am 01.01.1912). In jedem der Orte gab es eine eigene Hausnumerierung.
Tzschuckestraße
in Bohnitzsch von der Großenhainer Straße bis Hohe Wiese
Karl Hugo Tzschucke
(* 23.01.1809, † 20.03.1879)
Bürgermeister von Meißen 1840-1849, wegen Unterstützung der Revolution verhaftet und seines Amtes enthoben
An der Tzschuckestraße sowie dem sich anschließenden Gebiet Großenhainer Straße 125-141 und Dierarer Weg 1-3 wurden 1930 Wohnhaus-Blöcke im Baustil der "Neuen Sachlichkeit"
(Bauhausstil) errichtet, Architekt Hans Waloschek. Dies war damals ungewohnt, eigenartig daher auch die Namen, die in der Bevölkerung aufkamen:
Klein-Marokko, Neu-Marokko, Würfelzucker.
Schützestraße
führt von der Talstraße zum Mühlweg / Juteplan
benannt nach
Karl Heinrich Ferdinand Schütze
(* 24.02.1778 Meißen, † 14.05.1860 Dresden)
Kaufmann und Handelsherr, lebte zeitweilig in London und Hamburg, war später Rittergutsbesitzer bei Mügeln; Wohltäter der Bürger seiner Vaterstadt Meißen, war 1814 bei der Gründung des "Waisenvereins zu Meißen" durch tatkräftige Mithilfe beteiligt
In Anlehnung an den in der Nähe gelegenen früheren Schützenplatz (Stadtanger, Juteplan) kann man mitunter die falsche Bezeichnung Schützenstraße lesen (mit n).
Robert-Blum-Straße
von Melzerstraße bis Rosa-Luxemburg-Straße,
hinter der Pestalozzischule
Die Gegend wurde am Ende des 19.Jahrhunderts bebaut und diese Straße hieß damals Sedanstraße, benannt nach dem Sieg der Deutschen über die Franzosen in der Schlacht bei Sedan am 02.09.1870.
21.12.1922 Umbenennung der Sedanstraße in Loosestraße
1933 Rückbenennung der Loosestraße in Sedanstraße.
Den dadurch freigewordenen Name "Loosestraße" bekam die bisherige Cöllner Südstraße, die heute noch
Loosestraße
heißt.
Nach 1945 wurde die Sedanstraße in Robert-Blum-Straße umbenannt.
Robert Blum
(* 10.11.1807 Köln, † 09.11.1848 Wien)
fortschrittlicher Politiker in Leipzig, war Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung 1848, wurde in Wien standrechtlich erschossen
Seelensteig
führt in Fortsetzung der Rosengasse / Jüdenbergstraße hinauf zur Freiheit
Er wird 1357 erstmals erwähnt als "Seelsteg",
benannt nach dem Seelhaus, was es da bis 1599 gegeben hat.
Die Bewohnerinnen von Wohlfahrtsheimen, meist alleinstehende Frauen, wurden Seelfrauen, Seelnonnen, auch Beghinen, genannt. Solche Wohlfahrtsheime entstanden um 1200, ein solches stand zwischen dem heutigen Grundstück Freiheit 10 und dem Seelensteig.
Sonnenleite
zweigt vom Mühlweg ab
1924 angelegt, Baumeister der Häuser war William Becker, der wollte den Namen "Becker-Straße", das wurde aber von der Stadt nicht anerkannt, sondern als "Sonnenleite" benannt, Becker nannte es dann "Beckersiedlung Sonnenleite", er selbst bewohnte das Haus Sonnenleite 3.
"Leite" bezeichnet eine steile Lage am Hang. "Sonnenleite" ist also der sonnseitige Hang. Vielleicht könnte man es auch so deuten, daß dort das Sonnenlicht hingeleitet wird.
Stiftsweg
von Neugasse bis Am Steinberg
Der Name kommt daher, weil sich hier 1837-1911 das Marienstift befand, eine Kinderbewahranstalt, Heimstätte für unbeaufsichtigte Kinder. Das Marienstift war benannt nach Königin Maria, Gemahlin des sächsischen Königs.
Am Steinberg
alter Flurname, früher auch "Am Mühlenberg" benannt (1327)
Teichstraße
führt von der Dresdner Straße bis kurz vor die Niederspaarer Straße
Name:
In der Nähe lag früher ein Teich (Gabelteich), der seinen Abfluß nach dem Fürstenteich hin nahm. Der letzte Rest des Gabelteiches wurde 1951 beim Bau der Ingenieurschule beseitigt. Die Ingenieurschule baute 1962 etwa an der Stelle des ehemaligen Teiches ein Freibad, das war zwar künstlich angelegt, aber man könnte es als letzten Wasserrest des Gabelteiches sehen. Als in den 1990er Jahren die Ingenieurschule in eine Beamtenschule umgewandelt wurde, beseitigte man die Reste des Bades zugunsten von
Parkplatzfläche für den Beamtennachwuchs.
Theaterplatz
Lage: vorn an der Leipziger Straße
Hier befand sich die älteste Marktsiedlung von Meißen,
der Platz wurde vormals "Jahrmarkt" genannt,
also Ort eines jährlich stattfindenden Marktes. Der Name
Jahrmarkt ist 1446 erstmals bezeugt. 1550 erfolgte die Pflasterung des Jahrmarktes. In der Mitte war ein städtisches Kaufhaus errichtet worden, das insbesondere durch die Tuchmacher genutzt wurde und daher Gewandhaus
hieß.
Ab 1851 wurde im Gewandhaus ein Stadttheater eingerichtet, woher der heutige Name Theaterplatz kommt.
Angerweg
zweigt von der Talstraße ab, kreuzt die Ilschnerstraße
und mündet in die Jaspisstraße
Er ist nach dem in der Nähe befindlichen Stadtanger benannt, der im Mittelalter allen Bürgern als Viehweide zur Verfügung stand (Juteplan).
Auenstraße
führt vom zentralen Platz in Zaschendorf hinaus in die Aue, die Nassau, das waren früher nasse Wiesen
Bohnitzscher Straße
zweigt von der Großenhainer Straße ab und geht ab Einmündung Nassauweg in die Radeburger Straße über
Die Bohnitzscher Straße ist benannt nach dem Dorf Bohnitzsch, was sich dort befand und am 01.04.1914 zusammen mit dem Nachbardorf Zscheila nach Meißen eingemeindet wurde.
Im 14.Jahrhundert wird das Dorf Boncz, später Bunczsch oder Bontzsch genannt. Wahrscheinlich ist der Name slawischen Ursprunges.
Bockwener Weg
Der Bockwener Weg verbindet den Meißner Ortsteil Lercha
(eingemeindet am 01.01.1928) mit dem Ort Bockwen (seit 1993 zur Gemeinde Scharfenberg).
Zaschendorfer Straße
Straße von Cölln nach Zaschendorf
zweigt in Meißen-Cölln von der Dresdner Straße ab,
geht an der Grenze zu Zaschendorf über in die Heinrich-Heine-Straße
Durch einen Umbau in der Straßenführung Ende der 1990er Jahre erscheint dieser ehemals unmittelbare übergang heute verkehrsmäßig wie ein Rechtsabbiegen.
Jaspisstraße
verläuft unmittelbar neben dem linken Ufer der Triebisch von Talstraße bis Am Triebischwehr
1878 Beginn der Anlage der "Flemmingstraße", wie sie damals hieß, unbekannt ist, nach welchem Flemming sie benannt war.
1892-93 Umbenennung der "Flemmingstraße" in "Jaspisstraße" im Zusammenhang mit Einführung der Straßen-Hausnummern,
1902 Abschluß des Ausbaus der Jaspisstraße
Man konnte lesen, daß die Jaspisstraße vermutlich nach im Triebischbett gefundenem Jaspis benannt wurde, ein Mineral, durchscheinend aber undurchsichtig, intensiv gefärbt (Chalzedon, Quarz).
Plausibler klingt die Theorie, daß die Jaspisstraße nach einem Kaufmann namens Gustav Sigismund Jaspis benannt wurde:
(* Leipzig, † 30.01.1871 Stettin)
Wohltäter u.a. für Coswig (1872) und Meißen, jeweils 4000 Taler Stiftung, weil in Coswig seine Mutter und in Meißen sein Vater ihre Jugend verbracht hatten [Petra Hamann, Coswiger Amtsblatt 05.04.2002 Seite 7].
Eine "Jaspisstraße" gibt es außer in Meißen noch in Coswig.
Steinweg
von der Zaschendorfer Straße ab, etwa gegenüber der Einmündung Kalkberg
ein alter Weg von Cölln nach Bohnitzsch und nach Niederau,
(Fürstengrabenbrücke 1740);
Benannt ist der Steinweg wahrscheinlich nach dem Steinabbau, denn in dieser Gegend und nach der Niederauer Straße hin gab es die "Riesensteine", herausragende Granitfelsen, die abgebaut wurden und noch weiter in die Tiefe hinein wurde roter Granit abgebaut, große Tagebaulöcher hinterlassend, hier am Steinweg gab es den Beckschen Granitbruch, heute Roter Granit Meißen
1860 wurde durch die neue Eisenbahntrasse auch die Gegend am Steinweg zerschnitten (Schrankenwärterhäuschen noch vorhanden). Bei der Höherlegung des Bahnkörpers in den 1920er Jahren erhielt der Steinweg eine Eisenbahnbrücke, etwa so wie an der Fabrikstraße.
Der Steinweg ging als Weg (für Fußgänger und Radfahrer) über eine einfache Brücke über den Fürstengraben durch bis auf die Niederauer Straße. Als es nach 1990 einen westdeutschen Besitzer für das Kabelwerk gab, hat der diesen Teil des Weges beseitigen lassen. Da galt auch kein Gewohnheitsrecht der einheimischen Ostdeutschen.
An der Hohen Eifer
Die Straße verläuft am Rand des Stadtwaldes am Mühlgraben entlang parallel zur später errichteten Ossietzkystraße, beide Enden münden in die Ossietzkystraße.
Die "Hohe Eifer" ist eine oberhalb der Straße befindliche bewaldete Anhöhe aus Porphyr, 215 m hoch.
Der Name Eifer soll die Bedeutung von Eichigt, kleiner Eichwald haben.
Da am Südrand dieses Berges Wallreste zu erkennen sind, glaubt man, hier könne die alte slawische Burg Guozdeck gewesen sein.
1954-1956 wurden in dem Gebiet größere Neubauhäuser errichtet, 1967 erweitert.
Cöllner Straße
von der Brauhausstraße bis über den Robert-Koch-Platz
benannt nach dem Ort Cölln a./E., der sich hier in diesem Gebiet befand, wurde am 01.01.1901 mit Meißen vereinigt.
Es ist gut, daß es Straßenbezeichnungen dieser Art gibt, denn sonst würde nichts mehr an diesen Orts-Namen erinnern.
Erlichtstraße
Verlängerung der Hirschbergstraße ab Einmündung Huttenburgweg
benannt nach dem Erlichtgut
Ein Erlicht (Erlenbestände) säumte früher das Triebischufer
Fabrikstraße
führt von der Großenhainer Straße am Beyerleinplatz zur
Zaschendorfer Straße am Moritzburger Platz
Die Fabrikstraße bekam ihren Namen wegen der Gründung von
mehreren Fabriken, z.B.:
1861 chemische Fabrik Bidtelia
1874 Chamotte-Fabrik Richard Müller
1882 Kistenfabrik Gebr. Otto
1884 Porzellanfabrik Ernst Teichert
Der Verlauf der Fabrikstraße war früher zum Teil etwas anders: Als es die Eisenbahnunterführung noch nicht gab (ca. 1926), lag die Straße dort weiter westlich, ging direkt an dem weißen Bidtelia-Gebäude entlang (das ist dem damaligen Straßenverlauf angepaßt krumm gebaut). Am Abzweig Brauhausstraße konnte man bis 2007 noch ein Stück des alten Verlaufes der Fabrikstraße sehen. Die Einmündung in die Zaschendorfer Straße war früher nicht rechtwinklig, sondern schräg in Richtung Zaschendorf an der noch vorhandenen Mauer entlang. Dadurch war der Moritzburger Platz größer.
Am Röhrbrunnen
Quellgasse
Röhrenweg
Die Straße "Am Röhrbrunnen" liegt im Winkel zwischen "Am Lommatzscher Tor" und "Nossener Straße",
der "Röhrenweg" zweigt von "Am Lommatzscher Tor" ab bis zur Jahnastraße / Einmündung "Quellgasse",
die "Quellgasse" zweigt von der "Jahnastraße" ab
In diesem Gebiet waren Quellbrunnen, die durch eine Röhrfahrt mit zur Wasserversorgung der Stadt beitrugen.
Das obere Meisatal bis zum Galgengut ist von jeher eine der ergiebigsten Quellgebiete für die Wasserversorgung der Stadt Meißen. Schon im 16.Jahrhundert ließ der Rat die wichtigsten Wasseradern fassen und durch Röhren in die Stadt leiten.
Questenberger Weg
von Korbitzer Straße bis Rauhental
Der "Questenberger Weg" hieß früher nur "Questenberg"
[Adreßbuch Meißen 1935].
Die Straßenbezeichnung soll an das Dorf Questenberg erinnern,
das sich in dieser Gegend befand und am 01.04.1923 nach Meißen
eingemeindet wurde.
Radeburger Straße
Verlängerung der Bohnitzscher Straße bis zur Flurgrenze Gröbern,
man gelangt hier weiter nach Radeburg, ca. 20 km
Ratsweinberg
und
Weinberggasse
Der Weingarten auf dem Ratsweinberg gehörte früher dem Rat der Stadt Meißen.
Am 18.11.1873 verkaufte die Stadt Meißen die nach dem Bahnhof und nach der Elbe zu gelegenen Randgebiete des Ratsweinberges als Bauland, da wurde dann auch eine Straße angelegt, die von der Weinberggasse bis zur Ludwig-Richter-Straße führt mit dem Straßenname "Ratsweinberg" (vor der Rechtschreibreform vom 01.01.1903 "Rathsweinberg").
1905-1907 wurde durch den Bau des Gymnasiums und das Anlegen der Kändlerstraße noch mehr Weingarten-Gelände geopfert, aber einen Rest gibt es heute noch.
Die Weinberggasse (von Zscheilaer Straße bis Vorbrücker Straße) führt von der Elbbrücke aus hinauf auf den Ratsweinberg.
Es heißt, daß sie früher intern auch Kaiserweg genannt wurde, weil angeblich Kaiser Napoleon dort geritten sei als er 1813 die französischen Schanzanlagen auf dem Ratsweinberg inspizierte.
Boselweg
von Kalkberg, Ecke Oberspaarer Straße, bis zur Bosel
benannt nach der Bosel, mit 189 m höchste Stelle des Spaargebirges,
früher auch Posel geschrieben, eine alte slawische Kultstätte und Fluchtburg, im Name steckt das slawische Wort für Gott, boh.
Knorre
in Winkwitz, eingemeindet zu Meißen am 01.01.1994
Nach der Knorre sind benannt:
• Gasthaus "Zur Knorre" unten an der Elbe
• Knorregrund oder Knorrgrund
• Knorrefelsen
• Straßenname "Am Knorrberg"
Der Name soll daher kommen, daß hier in der felsigen Umgebung auch in der Elbe unter Wasser noch Felsen waren, und wenn ein Schiff diese streifte, hörte man ein Knurren, sächsisch mehr mit o als mit u.
Bergstraße
von der Dresdner Straße bis zur Teichstraße
Die Bergstraße verläuft völlig steigungsfrei, aber sie führt nahe am Berghang des Spaargebirges unten entlang, sie war sozusagen der Abschluß des flachen Gebietes von Cölln vor dem Berg, oben gehörte alles zum Ort Niederspaar
(01.01.1901 Cölln zu Meißen, 01.01.1908 Niederspaar zu Meißen)
Elbberg
führt von der Elbe in leichter Steigung hinauf zur Bahnhofstraße,
Ecke Dresdner Straße
früher "Am Elbberg" genannt, dann nur noch "Elbberg",
die letzten Wohnhäuser mit dieser Adresse wurden 1998 beseitigt,
als sie schon Ruinen waren,
man errichtete dann dort ein Parkhaus für Mitarbeiter der Sparkasse
Elbgasse
in Meißen-Cölln,
führt vom Weg an den Elbwiesen (Leinpfad) in leichter Steigung hinauf
zur Dresdner Straße, fast gegenüber der Einmündung Kurt-Hein-Straße
Unten hat die Elbgasse Stufen, als einzige Postadresse mit diesem
Straßennamen findet man das Gartenrestaurant.
Man beachte, daß vor 1895 drüben in der Stadt die heutige
Elbstraße als Elbgasse bezeichnet wurde.
Fährgäßchen
von Hafenstraße bzw. Lindenplatz hinunter zum Dammweg an der Elbe
Das Fährgäßchen führte zur Fähre in dem Ort Niederfähre.
Fellbacher Straße
im Wohngebiet Niederauer Straße; rechtsherum numeriert.
In Meißen gab es in den 1980er Jahren große Wohnungsnot. Um dem etwas abzuhelfen, wurde ein Neubaugebiet an der Niederauer Straße gegenüber dem Kabelwerk errichtet. Vorher waren dort Felder. Das Gelände unten unmittelbar an der Niederauer Straße gehört zu Zscheila, was etwas weiter oben liegt gehört zu Bohnitzsch.
Am 24.02.1988 erfolgte der Erste Spatenstich. In den Verlauf der Fertigstellung kam der politische Umsturz 1989/90 hinein.
Zwischen Meißen und Fellbach bei Stuttgart war bereits am 28.05.1987 eine Städtepartnerschaft vereinbart worden. Für das Neubaugebiet war man nun auf die Idee gekommen, die Straßen nach Fellbach zu benennen, und zwar Fellbacher Straße sowie Oeffingener Straße und Schmidener Straße nach Stadtteilen von Fellbach. Am 12.02.1991 war die Namensweihe der "Fellbacher Straße" unter Anwesenheit des damaligen Oberbürgermeisters von Fellbach, Herrn Friedrich-Wilhelm Kiel.
Vor 1990 gab es in Meißen viele Arbeitsplätze und wenige Wohnungen, heute ist es umgekehrt.
Oeffingener Straße
im Wohngebiet Niederauer Straße,
zweigt von der Fellbacher Straße ab, Sackgasse
ist benannt nach dem Fellbacher Stadtteil Oeffingen bei Stuttgart,
Baugeschichte und Fellbach-Erklärung siehe
Fellbacher Straße
Eine "Oeffingener Straße" gibt es nur in Meißen,
dafür gibt es in Fellbach /Württemberg, Kernen im Remstal, Remseck am Neckar und in Stuttgart eine "Oeffinger Straße".
Schmidener Straße
im Wohngebiet Niederauer Straße,
von der Fellbacher Straße bis zum Leitmeritzer Bogen
ist benannt nach dem Fellbacher Stadtteil Schmiden
bei Stuttgart
Baugeschichte und Fellbach-Erklärung siehe
Fellbacher Straße
Dr.-Wilhelm-Krohn-Weg
Dr.-Felicitas-Kolde-Weg
Dr.-Margarete-Bahrmann-Weg
im Wohngebiet Niederauer Straße, im Eigenheimbereich oben am Hang, diese Straßen zweigen von dem rundherumführenden Many-Jost-Weg ab, Benennung Mitte 1998
Leider hat der Stadtrat den Einwohnern noch nicht bekanntgegeben, welche Personen sich hinter diesen weitestgehend unbekannten Namen verbergen. Es sollen angeblich Meißner sein.
Emil-Zöllner-Weg
Wohngebiet Niederauer Straße, im Eigenheimbereich oben auf der Höhe, zweigt von dem rundherumführenden Many-Jost-Weg ab, Benennung Mitte 1998
Emil Zöllner
(* 23.03.1879, † 11.12.1948)
war in den 1930er Jahren Studienrat am Gymnasium Meißen
Er veröffentlichte Schriften als Elbe-Forscher.
Many-Jost-Weg
im Wohngebiet Niederauer Straße, Benennung Mitte 1998
Many Jost
(* 08.09.1897 Kawenczyn bei Warschau, † 21.04.1992 Dresden)
seit 1910 in Meißen und Dresden, Künstlerin (Malerei, Kunsthandwerk)
und Kommunalpolitikerin, Grab auf dem Nicolaifriedhof in Meißen (Lercha)
Geschwister-Große-Weg
im Wohngebiet Niederauer Straße, im Eigenheimbereich oben am Hang,
zweigt vom Many-Jost-Weg ab, Benennung Mitte 1998
Die Lehrerin Margarete und ihre Schwester Elisabeth Große
waren Meißner Luftfahrerinnen. Im März 1910 stellten sie einen
Ballonflug-Höhenrekord von 6000 m auf und noch
1928 umkreisten sie mit einem Doppeldecker den Montblanc.
Vitrystraße
im Wohngebiet Niederauer Straße, Benennung Mitte 1998
nach der ältesten Partnerstadt von Meißen,
Vitry-sur-Seine bei Paris
Leitmeritzer Bogen
im Wohngebiet Niederauer Straße, Benennung Mitte 1998
nach Meißens tschechischer Partnerstadt Litomerice. Diese Stadt hieß Leitmeritz als Böhmen noch bei österreich war.
Aritaring
im Wohngebiet Niederauer Straße, Benennung Mitte 1998
nach
Arita in Japan, Stadt des Imari-Porzellans, ist
seit 09.02.1979 Partnerstadt von Meißen
Korfustraße
im Wohngebiet Niederauer Straße, die Benennung erfolgte Mitte 1998
Korfu in Griechenland, nördlichste der Ionischen Inseln und gleichnamige Inselhauptstadt, griechisch Kerkira (Κέρκυρα), Partnerstadt von Meißen seit 24.05.1996
Thomas-Müntzer-Straße
in Winkwitz, eingemeindet zu Meißen am 01.01.1994
Thomas Müntzer
(* um 1490, † 27.05.1525)
religiöser Revolutionär, Gegner Luthers,
Anführer im Bauernkrieg, 1525 bei Frankenhausen besiegt und hingerichtet
Fährmannstraße
von der Martinstraße zur Uferstraße
erstmals erwähnt 1564 als "Fuhrmannsgasse",
bewohnt von Fuhrleuten, welche Schiffsgüter weiterbeförderten,
Anfang des 19.Jahrhunderts Umdeutung vom Volksmund in "Fährmanngasse",
1877 wurde im Zusammenhang mit dem Aufbau des Martinviertels die Fährmanngasse erhöht,
am Ende des 19.Jahrhunderts Aufwertung von der Gasse zur Straße, nun Fährmannstraße,
im September 1908 wurde der vordere Teil der Fährmannstraße durch Aufschüttung einer Triebisch-Ufermauer verbreitert
Fleischergasse
führt vom Markt zum Roßplatz,
dort war bis 1835 das Stadttor "Fleischertor" (porta ad macella)
Der Straßenname kommt von den Fleischbänken, auf denen die Fleischer ihre Ware anboten. Es gab etwas oberhalb vom Roßplatz eine Verbindungsgasse zwischen Fleischergasse und Marktgasse, die hieß "An den Fleischbänken". Der Durchgang ist heute noch zu erkennen.
Moritzstraße
eine der vier Querverbindungen zwischen Talstraße und Wettinstraße im Triebischtal
(Kerstingstraße, Karl-Niesner-Straße, Moritzstraße, Lessingstraße);
Die Moritzstraße ist kurz, aber zweispurig mit Grünstreifen in der Mitte.
angelegt 1881, im Stadtplan Meißen 1885 hieß sie
noch Kurfürstenstraße, im Adreßbuch von 1904 heißt sie Moritzstraße,
möglicherweise ist sie nach Kurfürst Moritz benannt.
Moritz von Sachsen
(* 21.03.1521, † 11.07.1553)
Herzog von Sachsen ab 1541,
Haus Wettin albertinische Linie,
verriet im Schmalkaldischen Krieg 1546/47 die protestantische Sache (genannt Judas von Meißen) und kämpfte auf der Seite des katholischen Kaisers gegen seinen Wittenberger Vetter Haus Wettin ernestinische Linie. Er erhielt dafür 1548 von Kaiser Karl V die sächsische Kurwürde. Dann wurde Moritz wieder Gegner des Kaisers. Gefallen ist er am 11.07.1553 in der Schlacht bei Sievershausen durch einen Schuß aus den eigenen Reihen. Beigesetzt wurde er im Freiberger Dom (großes Grabdenkmal in Marmor und Alabaster).
Herzog Moritz hatte 1543 nach Auflösung der Klöster die fürstliche Landesschule St.Afra Meißen gegründet (Fürstenschule), ebenso die Schulen in Grimma und Pforta.
Nach ihm ist Schloß Moritzburg bei Dresden benannt.
Lessingstraße
eine der vier Querverbindungen zwischen Talstraße und Wettinstraße im Triebischtal
(Kerstingstraße, Karl-Niesner-Straße, Moritzstraße, Lessingstraße);
1897 durch eine Steinbogenbrücke über die Triebisch verlängert
Gotthold Ephraim Lessing
(* 22.01.1729 Kamenz, † 15.02.1781 Braunschweig)
von 1741 bis 1746 Fürsten-Schüler in Meißen,
studierte Medizin und Theologie in Leipzig,
lebte in Berlin, Breslau, Hamburg und Wolfenbüttel; Schriftsteller, Dramaturg und Kritiker, bekannt durch Dramen:
Minna von Barnhelm, Emilia Galotti, Nathan der Weise
Alte Straße
von der Meisastraße ab, heute fast wie eine Hofeinfahrt,
früher durchgehend, eine Kurve in der heutigen Meisastraße abkürzend (z.B. Stadtplan 1885);
Es war dies der alte Straßenverlauf im Meisatal, daher der Name Alte Straße.
Görnische Gasse
von Fleischergasse bis Neugasse
erstmals erwähnt 1503, benannt nach dem Dorf Kernitz
(Kirnitz, Kirnich),
aus dem sich die "Gemeinde vor dem Görnischen Tor" entwickelte
1837 wurde das Görnische Tor in der Meißner Stadtmauer abgetragen,
der Torturm an der Kerbe stand noch bis 1871
Großenhainer Straße
von der Bahnhofstraße, Ecke Dresdner Straße bis zur Flurgrenze Ockrilla,
führt weiter nach Großenhain, woher der Straßenname kommt
Der vordere Teil der heutigen Großenhainer Straße vom Bahnhof bis zur Fabrikstraße führte früher den Straßenname "Am Bahnhof", die damalige Großenhainer Straße in Meißen fing an der Teichmühle an. Auf halbem Berg begann Zscheila und noch weiter oben Bohnitzsch, vor 1914 noch selbständige Gemeinden, dort hieß die Straße wohl auch Großenhainer Straße, aber mit jeweils eigener Hausnumerierung.
Diese Straße wurde 1830 als Fernstraße nach Großenhain ausgebaut.
Grünaue
Verbindungsstraße von der Vorbrücker Straße zur Großenhainer Straße
Grünaue, früher auch "Grüne Aue" geschrieben
Der Name kommt daher, weil das hier vor dem Tonberg liegende Flachland einst als Grasland und Viehweide genutzt wurde, grüne Aue.
Hier stand das Gasthaus "Zur Grünen Aue"
(bis in die 1960er Jahre in Betrieb)
Grundstraße
führt in Verlängerung der Gartenstraße von der Zscheilaer Straße zum Proschwitzer Weg, von wo man zum Heiligen Grund gelangt, daher der Name Grundstraße
Gustav-Graf-Straße
in Niederfähre, Verlängerung der Melzerstraße ab Kreuzung Zscheilaer Straße, führt bis zur Hafenstraße
hieß schon im Adreßbuch 1904 Gustav-Graf-Straße,
benannt nach:
Gustav Graf
lebte 1862-1929, Gemeindevorsteher von Niederfähre,
bewirkte die Vereinigung der beiden Landgemeinden Vorbrücke und Niederfähre 1887, unterstützte deren weiteren Zusammenschluß mit dem Dorfe Cölln 1890, und setzte sich erfolgreich ein für die Einverleibung dieser drei Landgemeinden nach Meißen 1901.
nicht verwechseln mit
Hermann-Grafe-Straße
Haasestraße
biegt 300 m hinter den Weinstuben Spaar von der Dresdner Straße links ab.
benannt nach:
Julius Haase
Kommunalpolitiker und Verwaltungsleiter von
Oberspaar bis zur Eingemeindung in die Stadt Meißen am 01.01.1912
Hafenstraße
von der Zscheilaer Straße kurz vor der Elbbrücke bis zum Winterhafen
1875 wurde der Winterhafen in Niederfähre fertiggestellt, nachdem die Straße benannt ist, vorher hieß sie "Obergasse", weil sie etwas weiter oben am Hang entlangläuft und nicht unten an der Elbe
(beachte: nicht Obergasse in Meißen, sondern Obergasse in Niederfähre)
Hainstraße
und
Hainweg
die Hainstraße führt von der Gustav-Graf-Straße zur Goethestraße,
der Hainweg führt als Verlängerung der Schillerstraße, am Sportplatz vorbei,
bis zum Proschwitzer Weg / Heiliger Grund
Die Straßenbezeichnung bezieht sich auf eine sehr alte Wegeführung, als es die Elbbrücke noch nicht gab, gelangte man von Meißen aus über eine Furt und mit der Fähre nach der Stelle, wo heute das Fährgäßchen ist, der Weg ging dann fast geradeaus weiter (es gibt heute noch eine Verbindung
zwischen Niederfährer Straße und Gustav-Graf-Straße hinter der Hafenstraße),
im weiteren Verlauf durch Neubauten vom Anfang der 1930er Jahre und durch den Industriebetrieb "Imperial" verändert.
zur Benennung:
weil es an Hainen entlang ging oder weil man dort von Niederfähre nach dem Ort Hain gelangen konnte (Großenhain)
Heinrichsplatz
an der Elbstraße bei Einmündung der Leipziger Straße
Vor der Reformation war hier ein Friedhof neben der Klosterkirche, Begräbnisstätte der Franziskanermönche.
Nach der Auflösung des Klosters durch die Reformation war der Platz ein Werkplatz und Marktraum, seit 1538.
Der obere Teil vor dem Gasthof zum goldenen Löwen wurde im 16. und 17.Jahrhundert Naschmarkt genannt. An Markttagen standen dort die Verkaufsbänke für Geflügel, Wildbret, Obst und Näschereien.
Es tauchen auch die Namen Fischmarkt, Topfmarkt, Töpfermarkt oder Holzmarkt auf.
1834 wurde die leerstehende Franziskanerkirche (heute Stadtmuseum) als Packhof für das Königliche Steueramt in Benutzung genommen, dadurch erfolgte die Benennung
des Platzes "Am Packhof".
Am 23.04.1863 wurde der Packhof umbenannt in Heinrichsplatz, anläßlich der Einweihung des Heinrichsdenkmals.
König Heinrich I,
lebte von ca. 875 bis 936, Herzog von Sachsen (Niedersachsen), wurde 919 zum deutschen König gewählt, gründete auf einem Heereszug 929 die Burg Meißen
1865 Pflasterung des Heinrichsplatzes,
von 1899 bis 1934 fuhr hier die Straßenbahn entlang
Der Platz hatte im Jahr 1945 kurzzeitig die Bezeichnung
Leninplatz. Diese Benennung Leninplatz wurde im Mai 1945 nach dem Zusammenbruch von übereifrigen neuen Lokalpolitikern organisiert. Aber die sowjetische Besatzungsmacht erkannte das nicht an. Die Namen Lenin und Stalin waren denen zu heilig. Da sollten nicht irgendwelche Deutsche etwas danach benennen dürfen.
Die Bezeichnung Leninplatz bestand daher nur wenige Tage. Immerhin waren aber auch in offiziellen Zeitungen die entsprechenden Adressen so abgedruckt.
Zum Namen Lenin siehe Talstraße /
Leninstraße.
16.05.1945 Umbenennung in Rathenauplatz
Zum Namen Rathenau:
Nach dem deutschen Außenminister Rathenau war in Meißen 1922 bis 1933 die Rathenaustraße benannt,
heute Rosa-Luxemburg-Straße, siehe
Rosa-Luxemburg-Straße.
01.02.1990 Rückbenennung des Rathenauplatzes in Heinrichsplatz
Hermann-Grafe-Straße
führt von der Heinrich-Heine-Straße in Verlängerung der
Max-Kamprath-Straße zum Langen Graben hinunter
Hermann Grafe
Kommunalpolitiker, der sich besonders für die Eingemeindung von Zaschendorf in
die Stadt Meißen einsetzte, welche am 01.01.1912 erfolgte.
Der Gemeindevorstand a.D. Hermann Grafe, Zaschendorf, starb am 23.07.1925
im Alter von 77 Jahren.
Max-Kamprath-Straße
in Meißen-Zaschendorf,
verläuft in Verlängerung der Hermann-Grafe-Straße von der
Heinrich-Heine-Straße hinauf bis zur Kreyerner Straße
1912 bekam der untere Teil den Namen
Hinterbergstraße und der dazu rechtwinklig verlaufenden obere Teil den Namen
Hutungsstraße
1917 wurden beide Teile zusammen als
Ludendorffstraße bezeichnet.
Erich Ludendorff
(* 09.04.1865, † 20.12.1937)
General, Hauptstütze Hindenburgs im 1.Weltkrieg, beteiligte sich 1923 am Hitlerputsch in München, Herausgabe kritischer Schriften zur Bibel zusammen mit seiner Frau Mathilde (1877- 1966)
1922 Umbenennung in Hinterbergstraße, nunmehr für die gesamte Straße
1933 Umbenennung in Dr.-Ay-Straße"
Dr.jur. Albin Max Ay
(* 08.07.1862 Hohburg b.Wurzen, † 14.03.1943 Meißen)
1896-1926 Bürgermeister von Meißen, ab 21.09.1912 Oberbürgermeister genannt
nach dem Krieg 1945 umbenannt in "Max-Kamprath-Straße"
Max Kamprath
ein Meißner Antifaschist, KPD, * 22.09.1881, umgekommen 1945 auf einem KZ-Todesmarsch
Schanzenstraße
in Meißen-Zaschendorf,
verläuft gegenüber der ehemaligen Kaserne von der Heinrich-Heine-Straße hinauf bis zur Kreyerner Straße
1912 Benennung als Schanzenstraße
Nach G.Steinecke stammt der Name Schanzenstraße von einer Schanze, die die Schweden dort im 30jährigen Krieg 1637 zur Kontrolle der unten verlaufenden Straße Meißen - Moritzburg errichtet hatten.
1940 Umbenennung in Ludendorffstraße, was in der militärischen Namens-Tradition ihrer Umgebung stand, fast gegenüber der ehemaligen Hausenstraße zweigt sie von der ehemaligen Hindenburgstraße ab.
zum Name Ludendorff siehe
Max-Kamprath-Straße, diese hieß 1917 bis 1922
Ludendorffstraße
nach der Nazizeit Rückbenennung in Schanzenstraße
Hintermauer
Hintermauer als Straßenbezeichnung
vom Anfang der Nossener Straße bis zur Jüdenbergstraße
Der Name bezieht sich darauf, daß dieses Gebiet außerhalb der Stadtmauer lag, also "hinter der Mauer". Reste der alten Stadtmauer sind noch heute zu sehen.
Hintermauer war auch der Name einer bis 1921 selbständigen Gemeinde. Sie ging zunächst im Verband Meisatal auf und dieser gehört seit 01.01.1928 zur Stadt Meißen.
Hospitalstraße
vom Robert-Koch-Platz zur Fabrikstraße
Am 18.11.1863 wurde hier ein Versorgungshaus mit Krankenstube errichtet, 20.07.1880 Eröffnung eines Krankenhaus-Neubaus
So unmittelbar am Landkrankenhaus gelegen, wurde die hier angelegte Straße "Hospitalstraße" genannt.
Kalkberg
von der Zaschendorfer Straße bergan bis zur Ecke Oberspaarer Straße / Boselweg, geradeaus weiter wieder bergab als Kreyerner Straße
Im Adreßbuch 1904 wird diese Straße noch genannt "Am Kalkberg", später nur noch "Kalkberg",
benannt nach Plänerkalkablagerungen der Kreidezeit hier am Nordhang des Spaargebirges
Kändlerstraße
von Ratsweinberg bis Weinberggasse
wurde in ehemaligen Weinberggelände mit dem Bau des Gymnasiums angelegt,
für das Schulgebäude erfolgte die Grundsteinlegung am 18.10.1905,
Richtfest war am 11.07.1906 und Einweihung am 24.09.1907
Johann Joachim Kändler
(* 1706, † 17.05.1775)
seit 1731 in Meißen tätig, Wohnhaus
seit 1740 Domplatz 9 (Gedenktafel), wurde berühmt für die plastische Gestaltung des Porzellans
Kapellenweg
auf dem Plossen, von Gellertstraße bis Marienhofstraße, führt zur Martinskapelle und hat daher seinen Namen
Die Martinskapelle oder Bettelmannskirche ist eine Wegkapelle an der Landstraße Meißen-Wilsdruff-Dresden, um 1200 errichtet.
Karlstraße
Verbindung zwischen Niederauer Straße und Großenhainer Straße
Die Karlstraße ist wahrscheinlich nach einem wohlhabenden Grundbesitzer des 19.Jahrhunderts in dieser Gegend benannt.
Loosestraße
von Brauhausstraße bis Herbert-Böhme-Straße
entstanden als Südstraße in Cölln,
so findet man sie z.B. im Adreßbuch von 1904
1933 wurde die "Cöllner Südstraße" in "Loosestraße" umbenannt.
Vorher (1922-1933) hieß eine andere Straße Loosestraße, die hatten die Nazis wieder in Sedanstraße zurückbenannt, dadurch war der Name Loosestraße wieder frei.
Prof.Dr. Wilhelm Loose
lebte 1839-1903,
war von 1879 bis 1902 Direktor der Meißner Realschule (damals im Gebäude der Roten Schule). Er hat Verdienste um die Erforschung der Stadtgeschichte und die Erhaltung der Baudenkmäler Meißens, veranlaßte die Gründung des Stadt- und Heimatmuseums, berief 1881 den "Verein für Geschichte
der Stadt Meißen" ins Leben.
Im März 1938 wurde das Verwaltungsgebäude Loosestraße 17-19 fertiggestellt, das bedeutendste Gebäude an der Loosestraße
(später Rat des Kreises, dann Landratsamt).
Löwengäßchen
Verbindungsweg zwischen Heinrichsplatz und Marktgasse
Die Bezeichnung "Löwengäßchen" kam um 1850 im Zusammenhang mit dem Gasthaus "Goldener Löwe" auf.
Luisenstraße
zweigt von der Niederauer Straße rechts ab
benannt nach Luise Dolch,
lebte in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts, Schwiegertochter des Zscheilaer Gärtners Wilhelm Dolch. Sie war eine wohlhabende vielgereiste Frau (Südeuropa). 1825 pflanzte sie den heute unter Naturschutz stehenden Platanen-Baum an der Platanenstraße in Zscheila.
Melzerstraße
Verlängerung der Gustav-Graf-Straße ab Kreuzung Zscheilaer Straße bis zur Vorbrücker Straße
Diese Straße hieß früher Moltkestraße.
Auf dem Stadtplan von 1905 geht die Moltkestraße von der Zscheilaer Straße bis zur links weiterführenden Pestalozzistraße. Dort ging es damals nicht geradeaus und nicht rechts weiter. Die Verbindung bis zur Vorbrücker Straße ist später errichtet worden.
Benannt war die Straße nach
Helmuth Graf von Moltke
(* 26.10.1800, † 24.04.1891)
preußischer Generalfeldmarschall, erarbeitete Feldzugspläne 1864, 1866 und 1870/71. Moltke besuchte am 20.08.1876 und am 14.05.1885 Meißen.
Dann erfolgte das für solche preußischen Namen übliche Hin-und-Her. Am 21.12.1922 Umbenennung der Moltkestraße in Melzerstraße, unter den Nazis Rückbenennung in Moltkestraße und danach am 16.05.1945 wieder Rückbenennung in Melzerstraße.
Gottfried Heinrich Melzer
(* 02.03.1820 Niederfähre, † 02.01.1867 Meißen)
Bossierer (Porzellanmassenformer) in der Königlichen Porzellanmanufaktur Meißen. Er erfand die haarrißfreie feuerbeständige Ofenkachel. 1855 erhielt er ein königliches Privilegium für seine "Meißner Patentkachel", die Carl
Teichert ab 1857 vermarktet hat. Melzer legte damit den Grundstein für den Aufschwung der Meißner keramischen Industrie, ging aber leer aus, den Gewinn hat Teichert gemacht.
Moritzburger Platz
an der Einmündung der Fabrikstraße und der Rülingstraße
in die Zaschendorfer Straße
Der Moritzburger Platz war Ausgangspunkt des früheren Weges nach
Moritzburg
Niederauer Straße
von der Großenhainer Straße gegenüber Einmündung Gartenstraße bis zur Flurgrenze Niederau
Am 15.05.1842 wurde die neue, ab Riesenstein gerade Verbindungsstraße nach Niederau eröffnet (Baubeginn 1838, ca. 5 km). Sie führt mit Entwässerungsgräben rechts und links durch die bis dahin straßenlose Nassau.
Diese Straße wurde gebaut, um von Meißen aus eine Verbindung zur Eisenbahn zu schaffen, zum Bahnhof nach Niederau. Dort verlief die 1839 gebaute Eisenbahnstrecke von Dresden nach Leipzig. Der Haltepunkt am Oberauer Tunnel wurde aus Anlaß der Errichtung dieser Verbindungsstraße nach Meißen zum heutigen Niederauer Bahnhof verlegt. Der Personenverkehr mit Meißen erfolgte durch regelmäßige Postkutschen, der Warenverkehr durch Bahnspediteur Mäser, später Fischer. 1860 bekam Meißen selbst Bahnanschluß.
Im Juni 1999 wurde ab Kabelwerk neben dieser Straße ein Radweg nach Niederau fertiggestellt.
Nossener Straße
von Freiheit bis Flurgrenze Schletta, man gelangt weiter nach Nossen
Obergasse
vom Plossenweg bis zur Eisenbahnbrücke
Die Obergasse wurde erstmals 1540 genannt. Sie lief vom Martinsplatz etwas hinauf und dann bis zum Plossenweg parallel zur Untergasse (heute Poststraße). Der Name kommt also vom oberen Verlauf am Hang.
1862 wurde die Obergasse gepflastert. 1867 wurden im Zusammenhang mit den
Erdarbeiten für die Eisenbahn ein Felsvorsprung am Martinsberg abgetrieben
und einige Häuser an der Obergasse abgerissen.
Heute ist der größte Teil der Obergasse eine Verlängerung des Fußgängerweges über die Eisenbahnbrücke.
Poststraße
von Neumarkt / Hahnemannsplatz bis Uferstraße
wurde als "Untergasse" 1565 erstmals genannt,
auch Niedergasse oder Ontergasse
Die Untergasse und die Obergasse gehörten zur Vorstadtgemeinde "An der Elben". Die Untergasse heißt seit 1890 Poststraße, die Obergasse heißt heute noch Obergasse.
Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Martinviertels
wurde die Untergasse 1877 verbreitert.
Aus Anlaß der Einweihung des neuen Postgebäudes am 26.10.1890 wurde die "Untergasse" in "Poststraße" umbenannt.
1898 erfolgte eine Verbreiterung der Poststraße nach dem Hahnemannsplatz zu durch Abbruch mehrerer Häuser zwecks Verlegung der Straßenbahnschienen.
Platanenstraße
in Meißen-Zscheila,
vom Proschwitzer Weg hinauf zur Pfarrgasse
Die Platanenstraße ist nach einem Platanenbaum benannt,
der ist riesengroß und steht unter Naturschutz.
1825 pflanzte der ortsansässige Gärtner Dolch auf seinem Grundstück diese Platane anläßlich der Geburt seines Sohnes.
In einer anderen Version heißt es, seine Schwiegertochter Luise Dolch hätte die Platane gepflanzt (nach ihr ist die Luisenstraße benannt).
Proschwitzer Weg
in Meißen-Zscheila von der Zscheilaer Straße bis zum Heiligen Grund
Der Name kommt daher, weil man hier durch den Heiligen Grund hinauf nach dem Dorf und Schloß Proschwitz gelangt (ehem. Rittergut Proschwitz).
Für die Gegend gab es auch die Bezeichnung "Dreigemeindeeck". Die am Weg zum Heiligen Grund rechts liegenden Häuser gehörten zu Zscheila, die schräg
gegenüberliegenden Häuser zu Proschwitz, und die am Teerbach (Fürstengraben) liegenden Häuser zu Niederfähre.
Rauhentalstraße
Die Bezeichnungen Ruchental oder Ruental bezogen sich auf den Talgrund und auf das dort gelegene Vorwerk des Chorherren-Stiftes St.Afra. Sie finden sich in Urkunden von 1286 und 1327. Der Name bedeutet: ein mit dichten Gebüsch bewachsenes Tal.
Rautenbergweg
in Meißen-Oberspaar,
führt als verlängerte Lückenhübelstraße bergan
über die Karlshöhe (192 m) bis zum Boselweg
Der Fürstenschuldirektor Johann Georg Wilcke legte dort Ende des 17.Jahrhunderts sehr ertragreiche Weinberge an. Er schlug dem Kurfürsten die Benennung Rautenberg vor und dachte wahrscheinlich dabei an das Grün der Weinreben, das der grünen Raute im sächsischen Wappen ähnelt.
Im Anwesen Boselweg 56 (Bk. D 19) ist das Wohnhaus des ehemaligen Rittergutes Rautenberg erhalten, das eine eigene Gerichtsbarkeit ausübte.
Riesensteinstraße
zweigt von der Niederauer Straße ab, Sackgasse,
das Gelände längs der Niederauer Straße gehört zu Zscheila
Die Straße hieß erst "Kabelstraße" (z.B. Adreßbuch 1904). Das hängt damit zusammen, daß die dort gelegene Zündschnurfabrik Ende des 19.Jahrhunderts auf die Herstellung elektrischer Kabel umgestellt wurde
(später Kabelwerk Meißen).
Die "Kabelstraße" wurde schließlich in "Riesensteinstraße" umbenannt, benannt nach einstmals in dieser Gegend vorhanden herausragenden Granit-Blöcken, welche abgebaut wurden. Der letzte Rest solcher Felsen ist zu sehen zwischen Ferdinandstraße 5 und Ferdinandstraße 9. Der Sage nach haben sich einst Riesen mit solchen Brocken beworfen, daher der Name Riesenstein.
Der eigentliche Riesenstein soll ein haushoher erratischer (?) Felsblock am Rande der Nassau gewesen sein (erratisch = ortsfremd, während der Eiszeit durch Gletscher transportiert und geformt). Er war sagenumwoben und diente einst als germanische, später als slawische Kultstätte. Bei einer Erweiterung der Niederauer Straße wurde er 1864 durchbrochen und in den folgenden Jahren abgetragen.
Ende des 18.Jahrhunderts / Anfang des 19.Jahrhunderts gab es dort das "Gasthaus zum Riesenstein" und dann den daneben gebauten größeren "Gasthof zum Riesenstein". Letzterer könnte möglicherweise Grundlage des späteren Kabelwerk- Kulturraumes von 1951 sein (nach 1990 abgerissen).
Rülingstraße
gelegen an der Zaschendorfer Straße / Moritzburger Platz / Verbindung zur Max-Haarig-Straße
Am 18.04.1902 wurde festgelegt, einen geplanten Straßenzug
vom Moritzburger Platz bis zum Johannesplatz zu benennen als "Rülingstraße". Die geplante Straße wurde nicht ausgeführt, nur ein kleiner Zipfel am Moritzburger Platz.
Johann Ludwig Rüling
1791-1845
sächsischer Historiker, Mitglied der Deutschen Gesellschaft Leipzig, war ab 1831-1844 Pfarrer an der hiesigen Urbanskirche zu Cölln a./E.; Unfalltod am 27.04. in Weinböhla;
Von ihm erschien 1839 im Verlag Klinkicht die Geschichte der Reformation in Meißen als Beitrag zur Dreihundertjahrfeier derselben.
Neuerdings taucht zuweilen die falsche Schreibweise "Rühlingstraße" auf, mit h. Richtig ist ohne h.
Tonberg
verbindet die Vorbrücker Straße mit der Großenhainer Straße
Es ist ein Hügel aus Syenitgestein mit Plänerkalk darüber, oft als Ton bezeichnet, daher der Name Tonberg. Früher gab es die Firma Richard Gaßmus Tonwerke, Tonberg 18.
Vor der Rechtschreibreform vom 01.01.1903 wurde "Thonberg" sogar noch mit th geschrieben. Damit war damals der Berg, noch nicht der Straßenname gemeint.
Im Adreßbuch 1904, Stadtplan 1905 (z.B.) findet man anstelle der heutigen Bezeichnung "Tonberg" drei andere Namen:
-
"Hohe Straße"
von der Vorbrücker Straße bis zum Linksknick und ab dort bis zum Sack-Ende
-
"Lindenstraße"
gleich am Anfang links abzweigend, fast parallel zur Vorbrücker Straße
- "Carolastraße"
der zur heutigen Großenhainer Straße (damals "Am Bahnhof") abwärts führende Teil
Wilsdruffer Straße
vom Neumarkt bis zur Flurgrenze Siebeneichen,
die Straße führt weiter nach Wilsdruff und hat daher ihren Namen
Die alte Straße nach Wilsdruff war der heutige Plossenweg. 1840 war Bauvollendung der neuen nach Wilsdruff führenden "Plossenstraße", am Neumarkt bei der Nicolaikirche beginnend, am Plossenberg mäßig steil ansteigend und oben in scharfer Rechtsbiegung (Plossenkurve) in die alte Straßenführung einmündend. Der bei der Obergasse beginnende, furchtbar steile alte Plossenweg wurde hinfort für allen Fuhrverkehr gesperrt.
1890/1892 erfolgte die Umbenennung der "Plossenstraße" in
"Plossenberg" im Zusammenhang mit Einführung der Straßen-Hausnummern,
und 1900 Umbenennung des "Plossenberges" in "Wilsdruffer Straße".
Die Hausnummern der Wilsdruffer Straße, ursprünglich noch an der alten Straßenführung orientiert, wurden im 20.Jahrhundert geändert und die Numerierung begann nun unten am Waldschlösschen.
Mit dem Bau der Eisenbahn zwischen Meißen und Borsdorf um 1867 war eine Eisenbahnbrücke über die Wilsdruffer Straße errichtet worden, unten beim Neumarkt. 2007 wurde dort die Straße vertieft, um die Durchfahrt der hohen Lastkraftwagen zu ermöglichen.
Plossenweg
Der Plossenweg beginnt unten am Hahnemannsplatz / Poststraße und führt steil ansteigend hinauf auf den Plossen, bis zur Wilsdruffer Straße.
Der Plossenweg bildete jahrhundertelang den Anfang der Landstraße Meißen-Wilsdruff-Dresden. Erst die 1840 neu angelegte Wilsdruffer Straße erleichterte den Fuhrleuten und Zugtieren die Mühsal des An- und Abstieges.
Der Name Plossen soll einen slawischen Ursprung haben. Plosc bedeutet Sandlehne.
Wittigstraße
von Wilhelm-Walkoff-Platz bis Böttgerstraße
Friedrich August Wittig
(* 22.03.1826 Meißen, † 20.02.1893 Düsseldorf)
Bildhauer, Studium 1843 in Dresden unter Rietschels Leitung, nach München und Florenz lebte er 1850-1863 in Rom, 1864 folgte er einem Rufe nach Düsseldorf und
übernahm daselbst als Professor die Gründung einer Bildhauerschule
Wolyniezstraße
reicht von der Niederfährer Straße über die Gustav-Graf-Straße zur Goethestraße
Frau Wilhelmine verw. Wolyniez
gest. 1903 in Meißen, Besitzerin des damaligen Gasthofes "Zum Rothen Hirsch" am Markt 2, hat der Stadt Meißen 190'000 Mark vererbt (Wolynicz-Stiftung 1903). Bereits am 28.02.1873 war ihr Mann, der Hirschwirt, gestorben.
Heiliger Grund
gehört zu Proschwitz, eingemeindet nach Meißen am 01.01.1994,
Verlängerung vom Proschwitzer Weg in Zscheila durch einen Laubwald-Grund ansteigend bis zum Schloß und Ort Proschwitz
Der "Heilige Grund" ist so genannt, weil hier Bischof Benno gepredigt haben soll. Im Grund liegt der Bennoteich (1988 wieder hergestellt). Der Meißner Bischof Benno hat hier der Sage nach noch einiges mehr angerichtet, er lies eine Quelle entstehen und hat den Fröschen das Quaken verboten (rana tacens).
Heute wird der Name Heiliger Grund oft gebraucht im Zusammenhang mit dem Fußball-Platz "Am Heiligen Grund", welcher 1923 vom Fußball-Verein MSV 08 auf dem Grubengelände der ehemaligen Ziegelei Rudolph errichtet wurde und durch Um- und Ausbauten 1955 und in den 1970er Jahren erweitert wurde.
Neumodischer Weise wird das Stadion "Am Heiligen Grund" mitunter als Stadion "Im Heiligen Grund" bezeichnet. Das ist kurios, denn im Heiligen Grund, diesem 300 Meter entfernten engen Taleinschnitt, hätte kein Sport-Stadion Platz.
Franz-Adam-Beyerlein-Platz
ein Platz, der sich an der Kreuzung
Großenhainer Straße, Vorbrücker Straße, Rosa-Luxemburg-Straße und Fabrikstraße ergibt,
Grünanlage mit Kinderspielplatz
Früher wurde der Platz inoffiziell Saxoniaplatz
genannt, nach der Ofen- und Wandplattenfabrik "Saxonia" dort an der Großenhainer Straße.
Die offizielle Namensgebung "Franz-Adam-Beyerlein-Platz" erfolgte 1949, jedoch blieb dies bei der Bevölkerung weitestgehend unbekannt. Es gibt ja mit diesem Namen auch keine Post-Adressen.
Franz Adam Beyerlein
Erzähler und Dramatiker;
(* 22.03.1871 Meißen, † 27.02.1949 Leipzig, beerdigt in Meißen)
Fürstenschüler in Meißen, studierte an der Universität Leipzig, seit 1891 in Leipzig wohnhaft, Mitbegründer der "Litarischen Gesellschaft in Leipzig" 1895; bekannt u.a. durch den antimilitaristischen Erfolgsroman "Jena oder Sedan?" (1903), antimilitaristisches Bühnenwerk "Zapfenstreich"
Albert-Mücke-Ring
1976-1987 wurde in zwei Etappen ein Neubaugebiet am Stadtrand zur Nassau an der Niederauer Straße errichtet, welches erst noch unter der Adresse "Niederauer Straße 88" lief und am 06.05.1985 die eigene Straßenbezeichnung "Albert-Mücke-Ring" erhielt.
2006 wurde ein großer Wohnblock (Albert-Mücke-Ring 14) abgerissen, nachdem die Bewohner vertrieben worden waren. Eine solche irrsinnige Wertevernichtung entspringt dem kapitalistischen Profitdenken und dient zum allgemeinen Hochhalten der Wohnungsmieten durch Angebotsverknappung.
Albert Mücke
lebte 13.06.1894 bis 20.03.1958
seit 1923 Lehrer in Meißen
Pazifist, KPD-Mitglied seit 1927, Antifaschist
1945-1948 Oberbürgermeister der Stadt Meißen
Afrastufen
von Leinewebergasse / Frauenstufen / Kleiner Hohlweg
hinauf zur Freiheit gegenüber der Afrakirche
Die Heilige Afra
Die Afra war eine Prostituierte in Augsburg. Ihre Lebenseinstellung änderte sich durch Bekehrung zum Christentum. Damit geriet sie in Widerspruch zu den Römern, die damals noch nicht christlich waren. Im Rahmen der Christenverfolgungen des Römischen Kaisers Diokletian starb sie im Jahr 303 oder 304 auf dem Lechfeld bei Augsburg durch Verbrennen auf dem Scheiterhaufen den Märtyrer-Tod.
über 700 Jahre später, 1064, wurde sie heilig gesprochen (St.Afra).
Um 1200 kamen viele Siedler aus Süddeutschland hierher und brachten die Afra-Verehrung mit.
In Meißen gab es ein Augustiner-Chorherrenstift St.Afra,
nach der Reformation ab 1543 Fürsten- und Landesschule St.Afra.
In Bayern gibt es 13 Orte mit einer Afrastraße, 2 mit Afragäßchen usw.
Superintendenturstufen
hinter der Frauenkirche hinauf zum Seelensteig
den Seelensteig noch einige Schritte rechts aufwärts kommt man zur Superintendentur, Freiheit 9.
Superintendent = leitender Geistlicher des Kirchenbezirkes
Rottewitzer Straße
Die Rottewitzer Straße liegt in dem ehemals selbständigen Dorf Rottewitz und soll an diesen Namen erinnern.
1939 wurden die bei Meißen liegenden Gemeinden Winkwitz, Proschwitz und Rottewitz zur neuen Gemeinde Winkwitz zusammenschlossen, und am 01.01.1994 nach Meißen eingemeindet.
In der DDR-Zeit hieß diese Straße "Ernst-Thälmann-Straße" in Winkwitz (OT Rottewitz),
die Umbenennung in "Rottewitzer Straße" erfolgte per 01.04.1997.
(zum Name Ernst Thälmann siehe
Martinstraße
)
Winkwitzer Straße
Die Winkwitzer Straße liegt in dem ehemals selbständigen Dorf Winkwitz und soll an diesen Namen erinnern.
1939 wurden die bei Meißen liegenden Gemeinden Winkwitz, Proschwitz und Rottewitz zur neuen Gemeinde Winkwitz zusammenschlossen, und am 01.01.1994 nach Meißen eingemeindet.
In der DDR-Zeit hieß diese Straße "Rosa-Luxemburg-Straße" in Winkwitz,
die Umbenennung in "Winkwitzer Straße" erfolgte 1994.
(zum Name Rosa Luxemburg siehe
Rosa-Luxemburg-Straße
in Meißen)
Proschwitzer Straße
Die Proschwitzer Straße liegt in dem ehemals selbständigen Dorf Proschwitz und soll an diesen Namen erinnern.
1939 wurden die bei Meißen liegenden Gemeinden Winkwitz, Proschwitz und Rottewitz zur neuen Gemeinde Winkwitz zusammenschlossen, und am 01.01.1994 nach Meißen eingemeindet.
In der DDR-Zeit hieß diese Straße "Straße der Befreiung" in Winkwitz (OT Proschwitz),
diese Bezeichnung bezieht sich auf die Befreiung vom Faschismus, die Umbenennung in "Proschwitzer Straße" erfolgte per 01.04.1997.
Wohngebiet Rotes Haus:
An der alten Ziegelei
An der Grubenbahn
Brennerstraße
Zieglerweg
Lorenstraße
Zum Klingertal
Domblick
Die Bauarbeiten für dieses neue Wohngebiet begannen im Juni 1994, die ersten Wohnungen waren im Januar 1996 bezugsfertig.
Die ersten fünf Straßen-Namen sind dem ehemaligen Ziegeleibetrieb nachempfunden, der sich früher hier befand, gegründet 1855.
Der Straßen-Name "Zum Klingertal" bezieht sich auf einen von dort bergab führenden Taleinschnitt, der schon vorher Klingertal genannt wurde. Es soll sich angeblich auf die Weinstube Klingner beziehen, die sich unten befand.
[Adreßbuch 1935: Albin Klingner, Meisastraße 42].
Ganz früher wurden engere Taleinschnitte Klinge genannt.
Der Straßen-Name "Domblick" erklärt sich von selbst, man sieht in dieser Gegend die Meißner Domtürme recht gut.
An der Frauenkirche
Raum um die Frauenkirche, ab Markt, Ecke Fleischergasse,
Einmündung der Webergasse, der Rosengasse sowie der
Superintendenturstufen
Dort hinter der Frauenkirche war bis 1536 der Stadtfriedhof. Am 25.06.1830 wurde eine Luther-Eiche gepflanzt zur Erinnerung an das Augsburger Bekenntnis vom 25.06.1530. Leider hat es diese Eiche am 26.08.1999 umgehauen.
Für den Platz hinter der Frauenkirche erschien im Einwohnerbuch 1887/88 die Benennung "Lutherplatz",
dann erfolgte am 11.12.1900 die Umbenennung in "An der Frauenkirche", denn durch die Vereinigung von Meißen mit Cölln 1901 hätte es sonst zwei Lutherplätze gegeben.
Am Reformationstag in Kriegszeiten 31.10.1917 wurde
ein Luther-Stein aufgestellt, zum Gedenken an den Thesenanschlag vom 31.10.1517 in Wittenberg.
Am Buschbad
Die Straße "Am Buschbad" setzt die Ossietzkystraße fort ab Flurgrenze Dobritz, also das Gebiet gehört zu Dobritz und wurde damit am 01.07.1950 nach Meißen eingemeindet.
Das Buschbad wurde von 1797 bis nach 1850 als Kaltwasser- Heilbad betrieben. Am 25.02.1797 war die Quelle in der Nähe der "Buschmühle" (Wassermühle an der Triebisch) zum Gesundbrunnen erklärt worden.
Nach der Einstellung des Heilbades wurde im ehemaligen Brunnenhaus das Restaurant "Zum Buschbad" eröffnet, am 10.05.1868. Diese Gaststätte bestand bis etwa 1940.
Korbitzer Straße
von der Nossener Straße bis zum Questenberger Weg
Die Korbitzer Straße ist zur Erinnerung an den Namen Korbitz benannt. Die Fluren des Dorfes Korbitz reichten bis ins Triebischtal / Rauhental. Das Vorwerk Korbitz (Kürbiz) war im 14.Jahrhundert ein Außenposten des Rittergutes Jahna. 1504 wurde es an das Augustiner-Chorherren-Stift St.Afra (Meißen) verkauft. Nach Aufteilung des Klosterbesitzes 1539 erwarb es Ernst von Miltitz auf Siebeneichen. 1926 kaufte die Stadt Meißen das Vorwerk Korbitz, während das Dorf Korbitz schon 1923 zu Meißen eingemeindet worden war.
Korbitz war einst auch Stadtschul-Lehr- und Versuchsgut sowie Standort sächsischer Rinderzucht.
Elbtalstraße
Verlängerung der Hafenstraße bis hinter die Knorre
1937 wurde in den Knorre-Felsen eine Lücke gesprengt für eine Straße. Am 06.07.1938 war Verkehrsübergabe der Straßenverbindung von der Hafenstraße mit Brücke über den Fürstengraben zur Knorre und weiter in Richtung Karpfenschänke. Vorher gab es nur den schmalen Weg unterhalb der Knorre, heute als Teil des Elbradweges genutzt.
Gasernberg
Die Straße "Gasernberg" zweigt von der Leipziger Straße bei den Klosterhäusern ab und führt bergan zum Dorf Gasern. Dies gehörte im Mittelalter zum Nonnen-Kloster "Heilig Kreuz", seit 1935 zur Gemeinde Jahna, seit 1974 zur Gemeinde Jahna-Löthain und seit 1994 zur neuen Gemeinde Käbschütztal.
Der Name Gasern soll von Geiß kommen und sprichwörtlich "Ziegendorf" bedeuten. Es lebten dort viele Ziegenhirten.
Bei Gasern gab es einst einen Gesundbrunnen (18.Jahrhundert), welcher als "fons" von den Studenten zu den "elf Meißner Merkwürdigkeiten" gerechnet wurde (lateinischer Spruch).
Polenzer Weg
führt vom Buschbad in steilem Grund bergan nach Polenz
(gehört zur Gemeinde Scharfenberg)
Polenz ist insbesondere bekannt durch die Höhe "Polenzer Linden" (264 m) mit einem von vielen Stellen in Meißen aus zu sehenden kleinen Sendeturm, in DDR-Zeiten Relaisstation für das parteiinterne Richtfunknetz, in den 1990er Jahren von einem Mobilfunkbetreiber genutzt.
Ziegelstraße
in Meißen-Zaschendorf,
zweigt an der ehem. Schuhfabrik von der Hermann-Grafe-Straße ab, in den 1990er Jahren durch Ausbau eines Gewerbegebietes erweitert und außerdem in westliche Richtung durch eine neue Straße mit der Zaschendorfer Straße verbunden, 2003 wurde in Verlängerung der Ziegelstraße in östliche Richtung eine neue Straße nach Neusörnewitz eingeweiht.
Quer- und Parallelstraßen im Gewerbegebiet Meißen-Ost zählen ebenfalls zur Ziegelstraße.
Der Name dürfte auf den ehem. Ziegeleibetrieb Abbel zurückzuführen sein, vormals Hönicke, gegründet 1873, der einst diese Gegend beherrschte, gab es noch nach 1945.
Dobritzer Berg
führt von "Am Buschbad" unterhalb des Götterfelsens bergan durch den Ort Dobritz bis zur Nossener Straße bei der Korbitzhöhe
Der Name soll an die hier liegende ehemals selbständige Gemeinde Dobritz erinnern, die am 01.07.1950 nach Meißen eingemeindet wurde.
Muldenweg
alter Flurname im Ortsteil Obermeisa,
begründet in der Geländeform
Nassauweg
durch die Nassau von der Niederauer Straße bis zur Radeburger Straße / Bohnitzscher Straße
Der Name Nassau: die nasse Aue. Ein ziemlich großes flaches Sumpfgebiet, trockengelegt durch Meliorationsmaßnahmen (besonders in den 1970er Jahren).
Das war zu Urzeiten Flußgebiet der Elbe, vor dem Elbdurchbruch an der Bosel.
1993-1998 Bau eines neuen Krankenhauses in der Nähe des Nassauweges
Neumarkt
Die Straße "Neumarkt" verläuft als Verlängerung der Poststraße von Hahnemannsplatz bis Hirschbergstraße
Jenseits der Triebisch, abseits von der ältesten Marktsiedlung Meißens ("Jahrmarktsiedlung", heute Theaterplatz) entstand hier die jüngere "Neumarktsiedlung". Die Bezeichnung Neumarkt ist 1270 erstmals erwähnt (novum forum). Auf dem Neumarkt wohnten im 13./14.Jahrhundert die Meißner Juden bis zu ihrer Vernichtung im Jahr 1349.
Etwa gegenüber der Einmündung Nicolaisteg befand sich die Synagoge. Später siedelten sich am Neumarkt meist Gärtner und Töpfer an. Die Triebischwiesen waren Bleichplan und Weide.
Die wichtigsten Gebäude am Neumarkt waren das Amtshauptmann-Gebäude (später Polizei), die Neumarktschule, die Nähmaschinenfabrik Biesolt & Locke (1914 abgebrannt) und die Teichertwerke/Plattenwerke.
Von 1900-1967 war der Neumarkt Teil des Verlaufes der Güterstraßenbahn, mit Werksanschlüssen.
Der Neumarkt wurde im Juli/August 1907 gepflastert.
Niederspaarer Straße
von Gabelstraße bergan bis Rote Gasse
benannt nach der hier gelegenen Gemeinde Niederspaar, welche am 01.01.1908 zu Meißen eingemeindet wurde.
die Bezeichnungen Oberspaar und Niederspaar beziehen sich auf den Lauf der Elbe und nicht auf die Höhenlage am Berg
Oberspaarer Straße
von Dresdner Straße bergan bis Boselweg / Kalkberg
benannt nach der hier gelegenen Gemeinde Oberspaar, welche am 01.01.1912 zusammen mit Zaschendorf zu Meißen eingemeindet wurde.
Postgäßchen
und
Rabener Passage
zwischen Elbstraße und Lorenzgasse
Das Gäßchen wurde 1647 durch das Grundstück von Martin Rabener verlegt und hieß deshalb ursprünglich auch "Rabenersches Gäßchen". Im Grundstück Elbstraße 4 war von 1825 bis 1866 eine Posthalterei (Posträume und Pferdeställe), daher kommt der heute noch übliche Name Postgäßchen
Am 23.06.1994 wurde an der Elbstraße 4 parallel zum "Postgäßchen" die "Rabener Passage" eröffnet (Einkaufsläden und Restaurant "Rabener Keller").
Poststufen
verbinden die Poststraße (früher Untergasse) mit der Obergasse, die Post wurde dort 1890 eingeweiht
(siehe Poststraße)
Rodelandweg
Verbindungsfußweg zwischen Lückenhübelstraße und Oberspaarer Straße
Der Name erinnert daran, daß im ersten Drittel des 17.Jahrhunderts das kurfürstliche Jagdgebiet im Spaargebirge zur Rodung freigegeben wurde. Weinberge traten an Stelle des Waldes.
Rosengasse
von "An der Frauenkirche" bis "Jüdenbergstraße"
Der Name soll sich auf ein Rosengärtlein nahe der Stadtmauer beziehen, wo sich Verliebte trafen. 1534 erstmals erwähnt. Die Bezeichnung Rosengärten wurde auch auf die öffentlichen Frauenhäuser übertragen.
Webergasse
von "An der Frauenkirche" bis "Jüdenbergstraße" parallel zur "Rosengasse"
Dort wohnten seit Beginn des 16.Jahrhunderts die Band- und Leineweber. 1537 wurde der Name "Webergasse" erstmals in Urkunden erwähnt, vorher hieß sie "Kühgasse", weil auf ihr auch das Vieh zur Weide auf den Stadt-Anger am Mühlgraben getrieben wurde.
Zscheilaer Straße
und
Zscheilberg
Die "Zscheilaer Straße" heißt so, weil sie in Meißen-Cölln von der Elbbrücke aus NACH Zscheila führt,
der "Zscheilberg" heißt so, weil er IN Zscheila ist.
Die "Zscheilaer Straße" ist eine bebaute lange Straße, in gerader Fortsetzung schließt sich der "Zscheilberg" an, ein steil ansteigender Fußweg, wo man oben am ehemaligen Gasthof "Altzscheila" ankommt. Kurz hinter dem Gasthof rechts führt der mitunter so benannte "Kleine Zscheilberg" als Fußweg weiter steil bergauf zur Zscheilaer Kirche.
Die Namen beziehen sich auf die ehemals selbständige Gemeinde Zscheila, die am 01.04.1914 nach Meißen eingemeindet wurde. Die Grenze verlief am Proschwitzer Weg (so, daß die dortigen Häuser zu Zscheila gehören) und im Joachimstal.
1241 wird das slawische Dorf Scilowe genannt, später Schylow oder Tzilow, im Volksmund Tscheile. Es soll eine slawische Kultstätte dort gewesen sein. Nach Gründung der Burg Meißen wurde 1091 die Burgwarde Schilani erwähnt, die zum Standort der frühen Kirche wird. 1180 ist die Kirche Schilow bereits Pfarrkirche.
Mühlweg
Am Mühlgraben
Am Triebischwehr
Vor dem Bau der Talstraße ging der Verkehr von der Stadt in das Triebischtal über "Görnische Gasse", "Am Steinberg", "Mühlweg", "Am Mühlgraben", an der Altenburg vorbei, "An der hohen Eifer", und folgte damit im Wesentlichen dem Lauf des Mühlgrabens (aufwärts).
Die Straße "Am Triebischwehr" ist die letzte der sechs Querverbindungen zwischen Ossietzkystraße und Jaspisstraße.
Von dem in der Nähe befindlichen Wehr im Fluß Triebisch zweigte der Mühlgraben ab.
Der Mühlgraben
entstand am Ende des 12.Jahrhunderts, anfangs auch als Wehrgraben genutzt. Er trieb sieben Wassermühlen an, Mahl-, Säge- und Lederwalkmühlen.
Mühle Nummer 7, die Brückenmühle, war eine Sägemühle auf dem Gelände beim heutigen Hausgrundstück Gerbergasse 5, kurz vor der Mündung des Mühlgrabens in die Elbe.
Die anderen (älteren) Mühlen waren aus Richtung von der Stadt aus aufwärts numeriert.
Die 1.Mühle war auf dem Gelände Talstraße 97,
Getreidemühle bis 1892, später Blechemballagenwerk.
Die 2.Mühle war auf dem Gelände Talstraße 90, später "Reichmühle", benannt nach dem Besitzer Reich.
Die 3.Mühle (Lerchmühle) lag in der Nähe des späteren Gaswerkes, sie ging als Mahl- und Schneidemühle 1855 außer Betrieb, die dadurch freiwerdende Wasserkraft wurde durch die neue Porzellanmanufaktur (Talstraße 9) genutzt und der freiwerdende Platz für die neue Talstraße.
Die 4.Mühle, Eckelmanns Mühle, später Wetzelsche Mühle oder Wetzelmühle genannt, war auf dem Gelände Mühlweg 23, hier wurde noch im 20.Jahrhundert Futtergetreide gemahlen, dann schon nicht mehr mit Wasserkraft.
Die 5.Mühle war am Stadtanger (Juteplan, Mühlweg 31), bis 1914 in Betrieb.
Die 6.Mühle war die "Oberwalkmühle", ehemaliges Mühlengebäude "An der Hohen Eifer 1".
An einigen Stellen in der Stadt sind noch Reste vom Mühlgraben zu sehen. Etwa seit den 1970er Jahren führt er kein Wasser mehr und wurde an mehreren Stellen zugeschüttet. Das Triebischwehr wurde 2007 abgebaut.
Feldgasse
von der Vorbrücker Straße, Ecke Zscheilaer Straße, hinunter
zur Niederfährer Straße
Bis hierher, bis unten an den Rand des Ratsweinberges, reichten einst die Felder des Dorfes Vorbrücke. Daher kommt der Name.
Hier überquerte einst der Fernverkehr von der Elbrücke kommend den Ratsweinberg, in Richtung Großenhain.
Vorbrücker Straße
von der Zscheilaer Straße oben auf dem Krankenhausberg bis zum Franz-Adam-Beyerlein-Platz
benannt nach der Gemeinde "Vorbrücke", die sich einst hier befand, der Name kommt natürlich daher, daß sie vor der Elbbrücke nach Meißen hinüber lag
Vorbrücke vereinigte sich 1887 mit Niederfähre und wurde damit am 01.01.1890 mit der Landgemeinde Cölln zur Großgemeinde Cölln zusammengeschlossen. Am 01.01.1901 kam Cölln zu Meißen.
06.05.1975 Umbenennung der Vorbrücker Straße in Walter-Sammet-Straße
anläßlich des 30.Jahrestages der Befreiung vom Faschismus;
1996 Rückbenennung in "Vorbrücker Straße";
Walter Sammet
war ein Meißner Antifaschist
Altzaschendorf
und
Neuzaschendorf
Diese beiden Straßen markieren das Dorf Zaschendorf, eingemeindet zu Meißen am 01.01.1912.
Zaschendorf wird als Vorwerk Czaschlandorf 1367 erstmals erwähnt. Wahrscheinlich ist der Name slawischen Ursprunges.
Als im 16.Jahrhundert Kurfürst August einige Bauern des Dorfes Kreyern (im Friedewald in der Nähe des Auers) zwangsmäßig in Zaschendorf ansetzte, entstand Neuzaschendorf im Grundriß eines doppelreihigen Straßendorfs.
Am Schottenberg
und
Mönchslehne
Markgraf Otto der Reiche schenkte einen im Meisatal gelegenen Weinberg dem burggräflichen Kaplan (Urkunde von 1161). Im 14.Jahrhundert erwarb das Domkapitel diesen Weinberg für die am Dom tätigen Benediktiner-Mönche.
Solche Mönche kamen ursprünglich oft aus Irland, von dem eine rege Missionstätigkeit ausging. Irland hieß auf lateinisch "Scotia Major", und deswegen nannte man die irischen Mönche auch "Schotten" oder "Iroschotten".
Also heißt der Schottenberg so, weil dort einst Mönche, Schotten genannt, Weinbau betrieben haben.
Die auf den Schottenberg führende Straße "Mönchslehne" hieß vor 1935 "Propstberg".
Propst (lat. praepositus), nach der Benediktinerregel Vertreter des Abtes, später selbständischer Kloster-Oberer, auch Würdenträger eines Domkapitels oder Kollegiatsstiftes;
auch svw. der Superintendent.
Barfüßergäßchen
von der Elbstraße zum Schulplatz,
mitunter findet man in Stadtplänen die Bezeichnung
Barfüßergäßchen oder auch Schulgäßchen
In diesem Gelände befand sich bis zur Reformation ein Franziskanerkloster, und die Franziskaner-Mönche wurden auch als Barfüßer bezeichnet. Franz v. Assisi soll auch barfuß gegangen sein.
Heinrich-Freitäger-Straße
in Meißen-Zscheila, von der Großenhainer Straße bis zur Pfarrgasse, dort geradeaus weiter als Mannfeldstraße
Große Geländeteile, insbesondere die Weinberge am Südhang des Zscheilberges, gingen nach der Reformation in kurfürstlichen Besitz über, der Berg hieß nunmehr Fürstenberg,
und als diese Straße angelegt wurde, hieß sie zunächst "Fürstenstraße", später wurde sie in "Kurfürstenstraße" umbenannt.
Im Rahmen der Straßenumbenennungen ab 1945 wurde daraus die
"Heinrich-Freitäger-Straße".
Heinrich Freitäger (1898-1943) machte sich als Sekretär um den Aufbau der Arbeitergewerkschaft verdient.
Juteplan
Juteplan am Mühlweg
Der Juteplan war im Mittelalter der Stadtanger von Meißen, der allen Bürgern als Viehweide zur Verfügung stand. 1735 bis 1939 war er als "Schützenplan" (Schießwiese) der Ort für die Schützenfeste. Danach wurde er zum Sportplatz
umgestaltet.
Der Name Juteplan entstand im Zusammenhang mit der nahegelegenen Jutespinnerei (1872-1991). Jute ist eine Bastfaser-Pflanze, woraus feste Gewebe für Gurte und Säcke hergestellt werden.
Leipziger Straße
von Elbstraße/Heinrichsplatz bis zum Ortsausgang in Richtung Leipzig
Früher führte der Weg nach Leipzig vom Lommatzscher Tor aus über Jahna und Lommatzsch. Im 16.Jahrhundert baute man eine Straße durch den Keilbusch. In Meißen wurde in der Mitte des 16.Jahrhunderts eine Straße neu angelegt, die vom Elbtor aus die Straße nach dem Keilbusch erreicht, jedoch war diese bei Hochwasser und Eisgang nicht befahrbar.
1698 erhielt auf Anordnung Augusts des Starken die Leipziger Straße ihren heutigen Verlauf. In der Stadtmauer wurde dafür ein neues "äußeres Wassertor" gebaut, gelegen etwa an der heutigen Kreuzung Leipziger Straße /
Meisastraße.
Im August 1894 wurde die Leipziger Straße in der Nähe der Wasserburg (später Loge) verbreitert, zugleich Steigungsverminderung durch Auffüllung bei der Sonne
und Abtragung bei der Loge
1897 Beginn des Baus von Schleusenanlagen (Kanalisation) im Bereich der Leipziger Straße
1928 erfolgte im Zusammenhang mit der Eingemeindung von Meisatal-Fischergasse (Orts-Listen-Abteilung M) eine Umnumerierungen der Leipziger Straße (auch im Bereich Theaterplatz). Vorher begann die Haus-Numerierung an der Meisastraße und endete an der Elbstraße, nach 1928 umgekehrt.
Noch bis 1938 verlief der Verkehr der Landstraße von Dresden nach Leipzig durch die untere Elbstraße, Heinrichsplatz und Leipziger Straße. Die Busse fuhren am Heinrichsplatz eine 270-Grad-Links-Runde um den Heinrichsbrunnen, weil sie wegen der engen Straße die 90-Grad-Rechts-Kurve in die Leipziger Straße nicht schaffen konnten.
Das ging so bis zum Bau der Hochuferstraße 1938.
Markt
im Zentrum, abgehend von dort Marktgasse, Fleischergasse,
An der Frauenkirche, Burgstraße und Elbstraße
Der viereckige Marktplatz geht auf einen planmäßigen Stadtausbau um 1200 zurück. 1845 wurde er neu gepflastert. Wichtige Gebäude sind: Frauenkirche, Rathaus (Markt 1), alte Markt-Apotheke (Markt 4).
Marktgasse
vom Markt bis Roßplatz
1296 genannt als Salzgasse, sie verband den Salzmarkt (heute Kleinmarkt) mit der städtischen Salzkammer im Rathaus.
Bis ins 17.Jahrhundert hinein führte die heutige Marktgasse den Namen "Jüdengasse", denn sie führte zu dem Stadttor "Jüdentor" (Porta Judea, 1835 abgebrochen), dessen Name ergab sich aus dem vor Augen liegenden Nahziel des hindurchziehenden Verkehrs, der Judengemeinde am Neumarkt.
Dann kam (insbesondere für den oberen Teil zwischen Markt und Kleinmarkt) die Bezeichnung "Schnurengasse" auf, nach den dort ansässigen Seilern und Posamentierern.
24.12.1868 Wiederbenennung der "Unteren Schnurengasse" (von Kleinmarkt bis Roßplatz) in "Jüdengasse".
Zirka 1893 erfolgte die Umbenennung der "Jüdengasse" und der "Schnurgasse" in "Marktgasse" im Zusammenhang mit Einführung der Straßen-Hausnummern.
Meisastraße
von der Leipziger Straße ab im Meisatal aufwärts, geht etwa ab Abzweig "Am Lommatzscher Tor" in die Jahnastraße über
Das Bächlein Meisa hat vermutlich den Namen gegeben für die Burg (929), dann für die Stadt und schließlich für das ganze Gebiet (Mark Meißen, heute Sachsen). Also müßte schon jemand vorher das Bächlein benannt haben.
Jahnastraße
gerade Weiterführung der "Meisastraße" ab "Am Lommatzscher Tor", führt zur Gemeinde Niederjahna und hat daher ihren Namen
Am 01.12.1897 wurde die neu erbaute Straße durch das Meisatal nach Niederjahna fertiggestellt.
Kirchgasse
in Meißen-Cölln,
Verbindungsweg zwischen Dresdner Straße und Lutherplatz, keine Häuser
führt vom einstigen zentralen Platz in Cölln (heute Zaschendorfer Straße / Lutherplatz) zur Kirche von Cölln, St.Urbanskirche
Leinpfad
Weg am rechten Elbufer von der Dresdner Straße gegenüber der Einmündung Rote Gasse bis zur Eisenbahnbrücke, heute Teil des Elbradweges
Einst zogen die "Bomätscher" mit ihren Leinen die Elbschiffe flußaufwärts, Treideln. Ein Teil ihres Weges innerhalb von Meißen wird mitunter im Stadtplan noch als Leinpfad vermerkt, benannt nach den Leinen zum Ziehen der Schiffe.
Leinewebergasse
von der Burgstraße, Ecke Rote Stufen bis zu den Frauenstufen, Verlängerung dort als Kleiner Hohlweg
In der zweiten Hälfte des 18.Jahrhundert kam für den unteren Teil des Kleinen Hohlwegs nach den dort ansässigen Leinewebern die Bezeichnung "Leinewebergasse" auf;
1864 Pflasterung der Leinewebergasse
Gelegegasse
in Meißen-Oberspaar,
führt vom Boselweg durch das Spaargebirge bis Flurgrenze Sörnewitz
Als Gelege wurden schmale gerodete Landstreifen bezeichnet, was an die Rodungen im Spaargebirge erinnert, siehe auch
Rodelandweg.
Kleinmarkt
im Stadt-Zentrum an der Marktgasse, Zugang vom Heinrichsplatz und von der Gerbergasse
hieß nach der ältesten überlieferung von 1296 Salzmarkt und führte noch einige andere Bezeichnungen im Verlaufe der Stadtgeschichte: z.B. Viehmarkt, Frauenmarkt, Freimarkt
Als Viehmarkt diente er dem Handel mit Rindern und Kleinvieh, während Pferde außerhalb der Stadtmauer gehandelt wurden auf dem Roßmarkt. Die Bezeichnung Frauenmarkt ist nicht von der Frauenkirche abgeleitet, sondern erklärt sich aus dem öffentlichen Frauenhause, das einst an der Südseite stand (Kleinmarkt 7 / A241). Es führte auch die Bezeichnung Haus der freien Töchter, so entstand der Name Freimarkt. Im 17.Jahrhundert setzte sich allmählich die Bezeichnung "Der kleine Markt" durch.
1841 begannen Arbeiten zur Verlegung von Abwasserkanälen und zur Straßenpflasterung.
1856 kam durch Gebäude-Abrisse die Straßenverbindung zwischen dem Kleinmarkt und der Gerbergasse zustande.
2002 wurde ein für den Platz bedeutendes Gebäude abgerissen, ehem. Gasthaus, dann Kaufhaus.
Schulplatz
Platz hinter und neben der "Rote Schule", diese steht an der Gerbergasse / Ecke zum Kleinmarkt
Der heutige Schulplatz ist etwa mit dem ehemaligen Klosterhof identisch. Nach Auflösung des Franziskaner- Klosters nach der Reformation wurde 1539/40 die städtische Lateinschule "Franciscanum" eingerichtet, ab 1800 Bürgerschule, Abriß der alten Kloster-Gebäude ab April 1855 und Grundsteinlegung für einen Schulneubau am 19.09.1855,
rote Zier-Klinker und/oder rötlicher Außenputz führten zum Name "Rote Schule", feierliche Einweihung als neue Stadtschule am 16.09.1857, ab 1875 auch Realschule mit Progymnasium, ab 1902 mit Realgymnasialabteilung, 1907 kamen die Realgymnasialklassen in den Schulneubau auf dem Ratsweinberg, im Gebäude der Roten Schule entwickelte sich die Berufsschule
Die Restaurierung der "Roten Schule" 1970-1972 beseitigte den namensgebenden mit roten Ornamenten strukturierten Putz.
Theaterpassage
Theaterplatz 4, Durchgang zur Lorenzgasse, eingerichtet ca. 1997
Am Breitenberg
auf dem Plossen, ein Abzweig von der Wilsdruffer Straße, Sackgasse
Die Bezeichnung Breitenberg gibt es schon über mehrere hundert Jahre, ein alter Flurname. Gemeint war damit der nord-westliche Abhang des Plossenberges, der sich von der Stadt aus in voller Breite über der Triebisch zeigt.
Frenzelstufen
von Schreberstraße / Justusstufen zur Jüdenbergstraße
Die Frenzelstufen sind nach Anwohnern mit dem Namen Frenzel benannt.
Lämmerstufen
führen von der Wilsdruffer Straße oberhalb vom früheren Restaurant "Lämmerhaus" bergan zur oberen Wilsdruffer Straße, die Plossenkurve abkürzend
Die Wiesen oben am Breitenberg waren im 17. und 18.Jahrhundert Schafweiden.
Hohlweg
verläuft in Verlängerung der Burgstraße unter der Schloßbrücke hindurch hinauf zur Freiheit / Ecke Am Lommatzscher Tor
Der Hohlweg heißt so, weil er wie ausgehöhlt zwischen den Hängen von Afraberg und Burgberg bergan führt.
Kleiner Hohlweg
verläuft in Verlängerung der Leinewebergasse in einer Rechts-Kurve hinauf zur Freiheit
Ein Hohlweg heißt so, weil er wie ausgehöhlt zwischen steilen Hängen verläuft, hier in einem Einschnitt am Afraberg hinauf.
Der Kleine Hohlweg in Meißen gehört zu einem alten Aufgang von der Elbfurt über Schloßberg, Leinewebergasse und Kleinen Hohlweg hinauf zum Afraberg (Freiheit), von wo dann die Schloßbrücke hinüber zum Burgberg führt.
Gabelstraße
führt von der Johannesstraße bis zum Kalkberg,
das Mittelstück zwischen dem Gelände der Ingenieurschule und Teicherts Park ist nur Fußweg
Auf einem Stadtplan von 1885 gab es dort nur zwei Wege bei dem Flurstück "Gabel", nach dem wurde die Straße später benannt. Es gab 'mal eine volkstümliche Erklärung, daß das mit einer Gabelung (Verzweigung) des ehemaligen Fürstenteiches (1404-1758) zusammenhänge. Das ist aber unwahrscheinlich.
(betreffend Gabel-Teich siehe auch
Teichstraße).
Dompropstberg
Der Dompropst des Meißner und Naumburger Hochstiftes Carl von Uffel war von 1840 bis 1853 Besitzer des Weinberggeländes in Oberspaar. Nach ihm ist wahrscheinlich auch die Karlshöhe benannt.
Von 1929 bis 1998 bestand auf dem Grundstück Dompropstberg eine Außenstelle des Krankenhauses.
Berglehne
vom Kalkberg zur Niederspaarer Straße
Führt etwa in gleicher Höhe am Berghang dahin, und so wird wohl auch der Name gemeint sein, Berglehne, an den Berg angelehnt. Diese Straße wurde bekannt durch das Gasthaus "Bergkeller" an der Ecke zum Kalkberg, welches über 100 Jahre lang noch bis 2001 betrieben wurde.
Die Berglehne hieß früher Parkstraße , wahrscheinlich auf "Teicherts Park" bezogen, der an dieser Straße seinen oberen Abschluß hat.
Am 21.12.1922 wurde diese Parkstraße umbenannt in
Teichertstraße , benannt nach der Fabrikantenfamilie Teichert (Plattenwerk). Den dadurch freiwerdenden Name "Parkstraße" bekam 1922 die
bisherige König-Albert-Straße (heute Kerstingstraße).
Die Umbenennung der Teichertstraße in Berglehne erfolgte im großen Zug der Umbenennungen nach 1945.
Eichgasse
An der Talstraße gegenüber der Einmündung Rauhental zweigte die Eichgasse ab und führte zwischen der Porzellanmanufaktur und dem Gelände der Firma Schindler & Grünewald (später Turbowerk-Gießerei) durch bis zur Wettinstraße an der Triebisch.
Die Eichgasse wurde 1927 eingezogen [Gröger, S.104], sie war Zugang zum Vorwerk Eichberg.
Das Gelände der ehem. Eichgasse gehört heute zum Betriebsgelände der Porzellanmanufaktur.
Martinsplatz
Der Martinsplatz hieß erst Uferplatz ,
er befand sich am Ende der Uferstraße, an der Stelle des heutigen linkselbischen Pfeilers der Eisenbahnbrücke (gebaut 1868).
1850 wurde am "Uferplatz" ein Dampferanlegeplatz ausgebaut.
Der Uferplatz wurde 1873 gepflastert und hieß später bis
um 1906 "Martinsplatz". Im Adreßbuch von 1904 gab es noch die Adressen Martinsplatz 1 … 11 (noch vorhandene Gebäude zählen heute zur Siebeneichener Straße).
Name siehe
Martinstraße
An den Fleischbänken
Ein kleines Gäßchen zwischen Fleischergasse und Marktgasse
führte die Bezeichnung "An den Fleischbänken". Die Namenstafel wurde nach 1990 entfernt. Das Gäßchen ist abgesperrt und nicht mehr zugänglich. Die
Fleischbänke sind 2001 noch erkennbar (mehrere Fleischverkaufsstände nebeneinander).
Grabenweg
lag zwischen Görnischer Gasse, Kerbe und Neugasse
Im Adreßbuch von 1935 sind 3 Häuser mit der Adresse Grabenweg vermerkt. Der Grabenweg verschwand im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen an der Kerbe ab 1983.
Der Name Grabenweg kommt vom Mühlgraben oder Stadtgraben, an dem er entlang lief (siehe
Am Mühlgraben).
Kynastspange
neugebaute Abkürzung im Verlauf der B101 vom Kynastgut zur Siedlung Korbitz, ab 14.11.2003 schrittweise dem Verkehr freigegeben
Name siehe
Kynastweg
Hohe Straße
Die "Hohe Straße" liegt in Niederspaar. Obwohl es Nieder-Spaar heißt, führt die Niederspaarer Straße steil bergan. Oben zweigt die Hohe Straße ab, die Häuser liegen direkt am Berghang des Spaargebirges mit Blick über Meißen-Cölln. Aus dieser Lage auf dem Spaargebirge erklärt sich der Straßenname.
Niederspaar wurde am 01.01.1908 zu Meißen eingemeindet. Vorher gab es in Meißen auch eine "Hohe Straße", heute Teil der Straße Tonberg.
Hohe Wiese
Die Straße "Hohe Wiese" führt in Bohnitzsch von der Tzschuckestraße steil bergan und endet hinten am Feld. Es gibt Querverbindungen zur Straße "Am Bogen" und zum "Dierarer Weg". Der ganze Berghang wurde in den 1930er Jahren mit Siedlungshäusern bebaut. Vorher war dort wahrscheinlich Wiese mit dem alten Flurnamen Hohe Wiese.
Klausenweg
in Oberspaar, benannt nach dem ehemaligen Weinschank "Klause Steinberg" der wiederum benannt ist nach Klauses Weinberg
Im Volksmund hieß dieser Triftweg allgemein nur die Kuhgasse.
Lehmberg
alter Flurname in Ober- und Niedermeisa, begründet durch Lehmlager
Dreilindenstraße
führt von Huttenburgweg über den Lerchaweg bis Goldgrund
Drei Linden sind das alte Dorfwahrzeichen von Lercha.
Drescherweg
Neudörfchen, von der Siebeneichener Straße bis Plossenweg und Flurgrenze Siebeneichen (1935)
Die Häusler in Neudörfchen, einer an der Siebeneichener Straße gelegenen Siedlung, waren zu Drescherdiensten im Rittergut Siebeneichen verpflichtet. Es war der Weg zu ihrem Arbeitsplatz.
Fischergasse
gelegen zwischen Leipziger Straße und Elbe, Mündung des Meisabachs in die Elbe
in alten Zeiten auch genannt "Auf dem Sande", dem hochwasserfreien Uferstreifen längs des Elbstromes, hier hatten sich bereits sorbische Fischer angesiedelt;
Vor vielen hundert Jahren gab es dort das Gasthaus "Roter Ochse" vor der Stadtmauer von Meißen.
1875 wurde der Elbkai an der Fischergasse fertiggestellt. 1900 bekam dieser Elbkai Anschluß an die elektrische Güterstraßenbahn. 1909 wurde der Elbkai verlängert von Fischergasse bis zur Mündung des Mühlgrabens.1933/34 wurde die Kaianlage modernisiert. 1991 wurde der Güterumschlag am Elbkai eingestellt.
Fischergasse bildete eine eigene Gemeinde, die sich am 01.04.1921 mit den Gemeinden Obermeisa, Niedermeisa und Hintermauer zur Gemeinde Meisatal vereinigte. Diese kam am 01.01.1928 zur Stadt Meißen.
Durch den Bau der Hochuferstraße 1938 und des Schottenbergtunnels 2007 wurde die Fischergasse zerstückelt.
Kerbe
Der an der alten Stadtmauer außen entlang führende Verbindungsweg zwischen Görnischer Gasse und Neugasse hieß amtlich Quergäßchen. Der Volksmund aber bezeichnete den engen Wegeinschnitt als Kerbe.
Gartenstraße
von Zscheilaer Straße bis Großenhainer Straße
Am Ende des 19.Jahrhunderts befanden sich hier im Wiesental
am Bach "Fürstengraben" zwischen den Orten Niederfähre und Zscheila Gärten. Die Straße hieß bereits im Adreßbuch 1904 Gartenstraße.
In der Gartenstraße 2 direkt am Fürstengraben gab es bis in die 1960er Jahre das Restaurant "Zum Wiesental".
Goldgrund
führt von der Triebisch (Hirschbergstraße) durch den Plossen-Stadtpark hinauf bis zur Wilsdruffer Straße
Im Mittelalter versuchte man, aus der Triebisch Gold zu waschen. Im 18.Jahrhundert wurden hier auch Silbergruben angelegt, deren Ausbeute ebenfalls gering blieb. Viel günstiger eignete sich das Gelände für die Anpflanzung von Weinreben.
Jagdsteig
von der Oberspaarer Straße bis Lückenhübelstraße
Das schluchtenreiche, mit Eichen bestandene Spaargebirge war bis 1637 kurfürstliches Jagdgebiet.
Kapitelholzsteig
Die Weinberge am Spaargebirge waren bis 1539 Besitz des Domkapitels. So erklärt sich auch die Bezeichnung Weingut Kapitelberg.
Großhügelstraße
Lage: von Heinrich-Heine-Straße etwa gegenüber Einmündung Neuzaschendorf bergan ins Spaargebirge bis zur Gelegegasse, geht dort über in die Neulandgasse
Der Großhügel, eine zweizipfelige Erhebung im Spaargebirge, diente früher als Weidplatz für Zaschendorf. Der Volksmund bezeichnete den Berghang deshalb als Sauplatz.
Lückenhübelstraße
zweigt in Ober-Spaar von der Dresdner Straße ab, zum Rautenbergweg
alter Flurname, es soll sich hinter dem Name nichts weiter verbergen, als daß dort eine Lücke die Hügel (Hübel) trennt
Ochsendrehe
Lage: am Stadtwald, zwischen Mühlweg und Korbitzer Straße
Ochsen trieben hier früher einen Göpel, der das Wasser hinaufpumpte in das Rittergut Korbitz.
Poetenweg
Diese Bezeichnung ist ein Verbleibsel aus einer empfindsamen Zeit, dem Anfang des 19.Jahrhunderts.
Stadtparkhöhe
zweigt von der Wilsdruffer Straße ab
Am Breitenberg, dem Nordhang des Plossens, legte der Stadtrat 1879 einen Park an. Das Gelände war früher meist Brache oder Weideland.
Wiesengasse
Lage: von der Dresdner Straße gegenüber der Cöllner Urbanskirche hinunter zum Leinpfad bzw. zur Elbe
Dieser Name geht zurück auf den Wiesenplan im ehemaligen Dorf Cölln.
Plangasse
Lage: von der Dresdner Straße ab, etwa gegenüber der Brauhausstraße hinunter zur Elbe
Dieser Name geht zurück auf den Wiesenplan im ehemaligen Dorf Cölln.
Schloßstufen
Schloßberg
Schloßgäßchen
Diese drei Straßennamen beziehen sich auf "Das Schloß zu Meißen", so wurde die "Albrechtsburg" vor 1676 bezeichnet.
Die Schloßstufen führen vom Hohlweg hinauf zur Schloßbrücke. Für die Schloßstufen gab es früher auch die Bezeichnung "An den Klappen". Es befand sich am oben liegenden (mittleren) Burgtor eine Zugbrücke, Klappe genannt.
Die Straße "Schloßberg" führt von der Leipziger Straße hinauf zur Burgstraße / Hohlweg. Die Straßenbezeichnung "Schloßberg" tritt 1539 als "unter dem Schloßberge" erstmals auf.
Das Schloßgäßchen führt von der Meisastraße ab hinauf fast bis zum Hohlweg.
Schlossergasse
Die Schlossergasse verläuft von der Görnischen Gasse zur Webergasse.
Im 15. und 16. Jahrhundert befanden sich hier die Wohnstätten und Verkaufsstände der Schlosser.
Triftweg
Lage: in Meißen-Korbitz, von der Korbitzer Straße zur Nossener Straße
Name: Trift bedeutet Weg zum Weideauftrieb für das Vieh.
Hier wurde das Vieh von Rittergut und Dorf Korbitz auf die Weide getrieben.
Am Triftweg in Korbitz wurde von 1935-1937 durch die
"Bau- und Spargenossenschaft" eine Siedlung mit 126 Volkswohnungen errichtet.
Winzerstraße
Lage: in Spaar von Kalkberg bis Niederspaarer Straße
Die Anwohner von Ober- und Niederspaar waren seit Jahrhunderten Weingärtner, Winzer.
(Trivialnamen)
Zwischen Leitmeritzer Bogen und Nassauweg sind in den 1990er Jahren einige kleinere Wohnhäuser auf der grünen Wiese entstanden, die unter den Adressbezeichnungen "Käuzchenring" und "Kiebitzweg" geführt werden, Benennung Mitte 1998. Kiebitze könnte es in der Nassau geben, Käuzchen sind eher unwahrscheinlich.
Der "Drosselgrund" zweigt von der Leipziger Straße links ab und führt bergan. Es wird dort schon Drosseln geben. Bekannt war das ehemalige Gasthaus "Zur Drossel" gleich unten am Eingang zum Drosselgrund.
Nach einer anderen Deutung hat die Bezeichnung nichts mit dem Vogelnamen zu tun. drozze oder drozzel sei eine alte Bezeichnung für Gurgel, Schlund, Schlucht, Bergeinschnitt.
Der "Lindenplatz" liegt an der Hafenstraße hinter dem Crassoberg (Krankenhausberg), es gibt eine Verbindung zum Fährgäßchen. Es war der Platz unter den Dorflinden im alten Ortsteil Niederfähre.
Die Bezeichnung Lindenplatz gibt es schon im Adreßbuch von 1904 und vielleicht auch eher.
Auf dem Lindenplatz stehen heute noch angepflanzte Linden.
Der "Birkenweg", kurze Sackgasse, zweigt vom Kalkberg ab, gegenüber der Kruspestraße. Möglicherweise stecken wirklich Birkenbäume hinter dem Namen.
Die "Querstraße" stellt eine Querverbindung zwischen Kalkberg und Fürstenberg (Max-Dietel-Straße) her. Im Januar 1975 wurde dort eine neugebaute Schule eingeweiht, im Sommer 2004 geschlossen, und 2009/10 abgerissen.
Die "Querallee" stellt eine Querverbindung zwischen Lercha und der Wilsdruffer Straße her.
Wohngebiet Oberes Meisatal
Auf der Höhe
Siedlerstraße
Zum Roten Gut